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Schrankflüsterin bringt Ordnung ins Leben

Regina Halbauer ist eine der ersten Aufräumcoaches in Österreich. Derzeit bekommt dieses „junge“ Berufsbild durch aktuelle Fernsehserien Aufwind. Die Pressbaumer Unternehmerin betreut Kunden in Niederösterreich, Wien und Burgenland und wird immer gefragter.

Farblich abgestimmte Kleidungsstücke auf Kleiderhäken hängen an einem aufgehängten Ast.
© Michaela Gabler Ordnung ist bekanntlich das halbe Leben – mit Aufräumcoach Regina Halbauer wird auch der eigene Kleiderschrank im Handumdrehen herzeigbar.

Als ich vor Jahren einer Freundin beim Übersiedeln geholfen habe, waren wir beide von der Masse an Gegenständen und Bekleidung regelrecht erschlagen. Das war viel zu viel für eine Übersiedelung. Da kam mir die Idee, dass ich anderen Menschen beim Ordnungsschaffen helfen könnte“, erinnert sich Aufräumcoach Regina Halbauer wie alles begann.
Wer nun denkt, dass bei ihr zu Hause alles aussieht wie aus dem Katalog, der könnte sich irren. „Ich mag zwar freie Oberflächen, bei mir steht nichts unnötig herum, doch es sieht nicht aus wie bei Schöner Wohnen. Ich habe auch zu Weihnachten nur wenige Dekorationselemente herumstehen. Jedes Ding hat seinen Platz und wird nach Gebrauch wieder dorthin zurückgestellt“, berichtet die Ordnungsexpertin. 

Diese Einfachheit gab es aber auch nicht immer in ihrem Leben. Erst nach einer Phase der Neuorientierung hat sich die Pressbaumerin gefragt, wie sie ihren Besitz reduzieren und das Leben vereinfachen könnte. Und diese Konsequenz hat sie sich beibehalten. Auch bei ihren Familienmitgliedern funktioniert es gut, dass die herrschende Ordnung aufrecht erhalten bleibt und alles nach der Verwendung wieder zurückgestellt wird.

Was zuerst als Hilfe für Freundinnen und Bekannte begonnen hat, wurde schnell zu ihrem beruflichen Standbein. Zeitungsberichte in der lokalen Presse verhalfen zu mehr Bekanntheit, die Teilnahme an Netzwerktreffen ermöglichten die Ausweitung des Kundenstocks. „Dieser Beruf war vorher in Österreich gänzlich unbekannt. Doch es läuft an. Ich habe eine tolle Website und schön gestaltete Visitenkarten, das hilft sehr“, so Halbauer.

99 Prozent ihrer Kundschaft sind Frauen, die Profession „Aufräumcoach“ stoße nämlich bei Männern oft auf Unverständnis. „Männer können Kleidungsstücke leichter weggeben, weil sie keine Emotionen dazu aufbauen. Dies ist bei Frauen anders“, hat Regina Halbauer beobachtet. Oft hört sie Sätze wie „Dieses Kleid habe ich bei der Hochzeit meines Sohnes getragen“ und deshalb hängen die Besitzerinnen an diversen Lieblingsstücken. Wegen ihrer einfühlsamen Art auf die Kundinnen einzugehen, bekommt die Aufräumspezialistin auch viele Weiterempfehlungen. Man darf ihre Tätigkeit jedoch nicht mit der eines Psychologen verwechseln. Messis sind nicht ihr Einsatzbereich, genauso wenig Personen, die einfach jemanden zum Reden brauchen. Deshalb gibt es immer zuerst Vorgespräch am Telefon, bei dem der Auftragsrahmen besprochen wird. 

Ausrüstung: Müllsäcke und Bananen-Kisten

„Wenn ich zu einer Kundschaft komme, habe ich immer Müllsäcke, Bananen-Kisten und Ordnungsboxen mit“, beschreibt Regina Halbauer ihren Alltag als Helferin beim Ordnen. Aussortierte Gegenstände werden zu 90 Prozent weiterverwendet. Hier steht die „Schrankflüsterin“ mit mehreren karitativen Einrichtungen in Kontakt. Aus Erfahrung weiß sie, dass es vielen Kundinnen leichter fällt, sich von liebgewonnenen Dingen zu trennen, wenn diese nicht weggeworfen, sondern weiterverwendet werden.

„Loslassen ist oft schwer für meine Kunden, deshalb werde ich zur Unterstützung gerufen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, etwas wegzuwerfen. Ich höre bei meiner Tätigkeit viele Lebensgeschichten, das macht es für mich abwechslungsreich“, verliert Regina Halbauer nicht die Freude an diesem besonderen Job. Ihre Kundschaft wohnt in ganz normalen Haushalten, in denen sich ein „bisserl viel von irgendetwas“ angesammelt hat. „Bei manchen quillt der Kleiderschrank über, bei anderen werden Bücher gesammelt, dann werde ich wieder zum Aufräumen des Dachbodens gerufen“, erklärt Regina Halbauer ihren Einsatzbereich. Egal ob Büro, Kinderzimmer, Garage, Keller, Gartenhaus, die ganze Wohnung oder nur der Kleiderschrank – all diese Aufgaben übernimmt sie. Je nach Umfang benötigt es mehrere Besuche, die zwischen drei und fünf Stunden dauern. Erfahrungsgemäß sei dann die Luft draußen. Mehr dazu im Internet unter dieschrankfluesterin.com

Porträtfoto vor grüner Hecke.
© Michaela Gabler Regina Halbauer hat sich 2016 als Änderungsschneiderin selbstständig gemacht und 2017 das Gewerbe Aufräumcoach angemeldet.


  • Im Juli 2014 wurde in Niederösterreich zum ersten Mal das freie Gewerbe „Beratung privater Haushalte betreffend das Aussortieren nicht mehr benötigter Güter – Aufräumcoach“ angemeldet.
  • Derzeit sind in Niederösterreich sechs Aufräumcoaches registriert.


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