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Wo Lehrlingsausbildung Tradition hat

Es geht weit zurück: Schon der Großvater von Rainer Öhler hat in Mistelbach gegärtnert, heute führt sein Enkel Rainer das Geschäft – und Lehrlinge sind bei Blumen Öhler seit je her mit dabei.

Rainer Öhler (l.) mit seinem nunmehr ausgelernten Lehrling Julian Binder, der beim Landeslehrlingswettbewerb souverän Gold geholt hat – auch, wenn er sich das gar nicht so zugetraut hätte.
© Andreas Steffl Rainer Öhler (l.) mit seinem nunmehr ausgelernten Lehrling Julian Binder, der beim Landeslehrlingswettbewerb souverän Gold geholt hat – auch, wenn er sich das gar nicht so zugetraut hätte.

Tradition verpflichtet. Vor allem, wenn sie bis in die Zeit des ersten Weltkriegs zurückreicht.
„Das Geschäft in Mistelbach haben wir 2010 von den Eltern übenommen,“ berichtet Rainer Öhler, der gemeinsam mit seiner Frau Brigitte die Läden schmeißt: Denn neben der Filiale an der Mitschastraße wollen auch die Geschäfte im Landesklinikum Mistelbach und in Zistersdorf verwaltet und beliefert sein. „Das geht nur, wenn man zusammenhält und zusammenarbeitet“, betont er, „so wie es sich für einen Familienbetrieb gehört und wahrscheinlich auch nur in einem Familienbetrieb möglich ist,“ verweist er auf die vielen Stunden, die die Öhlers bis lange nach Geschäftsschluss mit Administration und Bürokratiebewältigung verbringen.

„Ich kann nicht nur jammern, dass ich keine Fachkräfte habe.“

Während andere in der Branche eher das Problem haben, einen geeigneten Lehrling zu finden, gehört die Lehrtätigkeit bei Blumen Öhler seit Generationen „zum guten Ton“. Den Grund dafür liefert Rainer Öhler frei von der Leber weg und mit bestechender Logik: „Ich weiß schon, dass es nicht so viele sind, die ausbilden, aber ich kann nicht immer nur jammern, dass ich keine Fachkräfte habe und gleichzeitig nichts dafür tun.“

So war auch die heutige Chefin einmal Lehrling hier im Betrieb, derzeit sind es vier, die in Ausbildung stehen. „Nicht alle, die ihre Ausbildung bei uns absolvieren, bleiben auch, sonst würden wir bald aus allen Nähten platzen. Aber wenn es irgendwie geht, behalten wir die motivierten und talentierten sehr, sehr gerne,“ betont Rainer Öhler. So wie Julian Binder, der erst letzten Herbst im Rahmen der Lehrlingsbestenehrung von WKNÖ-Präsidentin Zwazl für seine Goldmedaille beim Landeslehrlingswettbewerb  ausgezeichnet wurde. „Mir hat mein eigenes Werkstück am Schluss gar nicht mehr so gefallen, erinnert sich Julian an die Wettbewerbssituation, „ich war mir sicher, das wird nichts. Dementsprechend habe ich dreingeschaut, als ich gewonnen hab.“

„Staatsmeisterschaft oder Lehrabschlussprüfung? Ich machte die Prüfung.“

Die Karriere hätte auch locker so weitergehen, können, denn alle Ampeln standen – floristengerecht – auf grün: „Leider war dann alles gleichzeitig, der Bundeslehrlingswettbewerb, die Staatsmeisterschaften, die Lehrabschlussprüfung und den Führerschein wollte ich auch machen,“ erinnert sich der goldprämierte Florist.

Im Endeffekt hat die termingerechte Lehrabschlussprüfung das Rennen gemacht – und Wettbewerbe zum Teilnehmen gibt es ja nach wie vor. Wie aber kommt es überhaupt dazu, dass ein Mann den so untypischen Beruf des Floristen erlernt – und das auch noch mit so großem Erfolg?
Julian Binder grinst: „Ich war schnuppern und hab‘ gemerkt, dass mir das gefällt. Dann war ich noch einmal schnuppern zur Sicherheit und dann ein drittes Mal. Schließlich war ich überzeugt, dass das mein Beruf ist.“

„Es gibt gelernte und wirkliche Floristen. Das macht den Unterschied.“

Rainer Öhler kann das bis heute nur bekräftigen: „Es gibt gelernte und wirkliche Floristen. Wir bieten ja vieles an – von Sträußen über Grabschmuck und Gestecke bis hin zu kompletten Dekorationen für verschiedenste Anlässe. Je größer und sensibler die Aufabe ist, umso mehr merkt man den Unterschied zwischen dem gelernten und dem wirklichen Floristen. Letzterer hat dann einfach das bessere ‚Gspür‘ für die Kunden und den Anlass.“

Dieses „Gschpür“ dürfte bei den Öhlers in der Familie liegen: „Unsere beiden kleinen Töchter würden am liebsten den ganzen Tag im Betrieb verbringen und irgendwelche Gestecke oder Sträuße machen,“ verweist der stolze Vater auf die nächste Generation, die offenbar auch schon in den Startlöchern steht. Dabei ist das Geschäft für Floristen alles andere als leicht, weiß der Unternehmer: „Die Konkurrenz untereinander ist stark, das geht bis zum Abwerben guter Lehrlinge. Und gleichzeitig müssen wir immer wieder um unsere Preise kämpfen. Wenn ein Maurer Arbeitszeit und Material verrechnet, sagt keiner was. Aber wenn bei uns für eine aufwändige Arbeit eine dreiviertel Stunde Arbeitszeit mitverrechnet wird, tippt sich jeder auf die Stirn.“

Seine Gegenstrategie dürfte aber trotzdem die einzig sinnvolle sein: „Gutes Geld für gute Arbeit. Und die kann man am besten in einem Betrieb leisten, in dem fair bezahlt wird.“ Und in dem – vielleicht schon aus Tradition über Generationen hinweg – ein gutes Klima herrscht.

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