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Zu Land, zu Wasser und in der Luft

Zukunftstrends, best practice-Beispiele und der erfolgreiche Einsatz von Digitalisierung in der Branche wurden beim neunten niederösterreichischen Logistiktag vorgestellt und diskutiert.

Gruppenbild Vortragende und Ehrengäste.
© Emese Benkö

V.l.: Werner Pracherstorfer (Leiter der Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten, Land NÖ), Franz Maier (Präsident Umweltdachverband), Markus Stumvoll (Geschäftsführer Rohrdorfer Baustoffe Austria), Klaus Schierhackl (Vorstandsdirektor ASFINAG Autobahnen Schnellstraßen Finanzierung), Hirut Grossberger (Forscherin Fachhochschule St. Pölten), Günther Ofner (Vorstandsdirektor Flughafen Wien), Christian Moser (WKNÖ-Vizepräsident), Roman Stiftner (Präsident BLV Bundesvereinigung Logistik Österreich) und Wolfgang Kubesch (Geschäftsführer BLV).


„Die größte logistische Herausforderung in meinem Betrieb ist  zur  Zeit der Weinlese. Je nach Wetter müssen wir schnell reagieren, das Material muss vorhanden sein, alles muss parat stehen“, veranschaulichte Sonja Dopler, wie ihr Unternehmen durch Logistik profitiert. Beim neunten nieder-österreichischen Logistik Tag im VIP Terminal des Flughafens Wien sprach die geschäftsführende Gesellschafterin vom Weingut Dopler und Weinhändlerin über ihre persönlichen Erfahrungen im Betrieb. Zirka 30 Prozent des produzierten Weins werden ab Hof verkauft, der Rest wird bestellt. Und diese Bestellungen werden innerhalb von zwölf bis 36 Stunden erwartet. Weshalb vor allem die Lieferungen an den Großhandel mittels Spedition getätigt werden.
Auch Gerhard Schödinger, Abgeordneter zum NÖ Landtag, betonte, wie wichtig das Thema Logistik für den täglichen Bedarf ist. Diese Behauptung unterstützte auch Günther Ofner, Vorstandsdirektor des Flughafens Wien: „Alle zehn Jahre verdoppelt sich das Passagieraufkommen. Die Flugzeuge werden immer größer und leichter, da muss auch die landseitige Infrastruktur mitziehen.“ Deshalb wird in den kommenden Jahren fleißig investiert. Die ganze Region soll als „Vienna Airport Region“ koordiniert werden. Dafür brauche es dann eine zusätzliche Autobahnabfahrt. Und da Infrastrukturprojekte eine lange Vorlaufzeit haben, müsse hier an Tempo gewonnen werden.

Nachhaltigkeit und kurze Transportwege

Für Markus Rohrdorfer, Geschäftsführer der Rohrdorfer Baustoffe Austria, ist der Baustoff Beton die Voraussetzung für moderne Infrastruktur. Sein Unternehmen transportiert rund acht Millionen Tonnen Sand und Kies in Niederösterreich: „Wir sind ein Nahversorger, unsere Transport-entfernung liegt unter 35 Kilometer.“ Drei Herausforderungen sieht er in der Logistik: „Es ist schwer, qualifiziertes Personal zu bekommen, das Verkehrsaufkommen wird immer höher und es gelingt nicht immer, Rohstoffe aus der Region zu bekommen.“
Doch nicht nur über die Transportwege in der Luft und an Land wurde gesprochen, sondern auch über die Wasserwege. Hier erstaunte Gerhard Gussmagg, Geschäftsführer des Rhenus Donauhafens Krems, das Publikum, als er bekannt gab, dass er sich über schlechtes Wetter freue: „Wenn es regnet, kommt wieder mehr Wasser in die Donau und wir können vollbeladen fahren.“ Gerade in der Binnenschifffahrt muss man flexibel sein, denn jedes Jahr ist anders, Niederwasser im Sommer keine Seltenheit. Dennoch lag die Verfügbarkeit der Donau im Jahr 2017 bei 96,2 Prozent. „Unser Hafen ist enorm wichtig geworden für die Windkraft. Daran hat vor 15 Jahren auch noch niemand gedacht“, so Gussmagg. Und so werden in Krems neben Fahrzeugen aus China, Papier, Zellstoff und Stahlprodukten auch riesige Teile von Windrädern zwischengelagert. 

Der Logistiktag ist wichtig, um sich Anregungen und Inputs für sein Unternehmen zu holen, sich  mit den wichtigen Playern zu vernetzen, Zukunftstrends und best practice-Beispiele zu erfahren“, ist Alfred Wolfram, WKNÖ-Spartenobmann-Stellvertreter Transport und Verkehr, überzeugt. Und zu diesen wichtigen Themen ging es bei der Veranstaltung Schlag auf Schlag.
So demonstrierte Johannes Rieder, geschäftsführender Gesellschafter von Deufol Austria Management, mit einem Videoclip den Verpackungsbus des Unternehmens. Der weltgrößte Verpac-kungshersteller hatte oftmals das Problem, dass ihr Werkzeugbus nicht bis zu den zu verpackenden Maschinen fahren konnte, weil diese in schwer zugänglichen Hallen standen. Um solche Distanzen zu überbrücken, wird nun mit Hebebühnen gearbeitet, das Material gelangt direkt zum Arbeitsplatz.

Lieferketten und Digitalisierung

Wolfgang Stölzle, geschäftsführender Direktor der Universität St. Gallen, berichtete von nicht vorhersehbaren Situationen, die in Lieferketten vorkommen können. „Im Juni 2014 kam es in der Schweiz zu einem Engpass in der Auslieferung von Coca Cola. Fußball-Weltmeisterschaft und ein sehr heißer Sommer kamen hier zusammen.“ Der Professor für Logistikmanagement rät Unternehmen gezielt in Digitalisierung zu investieren. Durch Urbanisierung, Individualisierung, demografischen Wandel und Technologien verändere sich die Welt. „Unternehmen sollen sich überlegen, wo sie stehen und ob sie Digitalisierungslücken haben. Oft fehlt es an einer Vision, wohin man mit Digitalisierung kommen will. Man soll die tatsächlichen Bedürfnisse mit wachen Augen wahrnehmen und nicht in jedes Abenteuer hineinmanövrieren“, so der renommierte Wissenschaftler. 

„Auch in der  Logistik werden  sich die Möglichkeiten durch die Digitalisierung signifikant ändern“, erklärt Walter Hitzinger, Vorstandsmitglied der Österreichischen Post. 
Er bringt dies auf den Punkt: „Wenn wir die Zeit zurück drehen und die Frage stellen: Wie wird sich der Einsatz von Strom auswirken?, dann ist dies sehr ähnlich, als wenn wir jetzt fragen: Was wird die Digitalisierung bringen?“ Derzeit befasst man sich in der Branche mit dem Image. „Bei Logistik denken alle an Lkw-Fahrer, doch die Branche ist sehr viel mehr: ein stark wachsender Industriezweig“, bekräftigt Roman Stiftner, Präsident der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BLV). Deshalb will man mit einer Dachmarke die Qualität der logistischen Performance nach außen tragen. „Austrian Logistics“ wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gegründet – gemeinsam mit der BLV, der Industriellenvereinigung, dem Verein Netzwerk Logistik, der Wirtschaftskammer Österreich und dem Zentralverband Spedition & Logistik.


Am Rande des NÖ Logistiktags wurde auch auf ein Frauen-Netzwerk in der eher männlich dominierten Branche hingewiesen: www.damenlogistikclub.com
Informationen zum Thema gibt es von der WKNÖ-Abteilung Verkehrpolitik unter wko.at/noe/vp

Diskussionsrunde, die Teilnehmer sitzen auf Möbeln, die aus alten Rolltreppenstufen gemacht wurden.
© Emese Benkö V.l.: Walter Hitziger (Vorstandsmitglied Österreichische Post), Lynne Goulding (Prinzipal Analyst Frost & Sullivan London), Moderator Nikolas Hartig und Friedrich Dungl (Geschäftsführer NÖ Pressehaus Druck-Verlag).


Interview mit WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser

Welche Zukunftstrends sehen Sie im Bereich der Logistik für NÖ?
Meiner Meinung nach geht ein Trend in Richtung neutrale Lösungen für die „letzte Meile“. Es macht keinen Sinn, mit Lieferwagen zu fahren, sondern man sollte dies bündeln. So könnte es neben „white-label-boxen“, also neutralen Boxen, die zum Beispiel an Bahnhöfen stehen und von jedem beliefert werden können, auch einen Zusammenschluss von Zustelldiensten geben.

Welche Vorteile kann das Outsourcen von logistischen Aktivitäten einem Unternehmen bringen?
Grundsätzlich macht es für ein Unternehmen Sinn, Logistik auszulagern: Wenn die eigenen Kapazitäten nicht ausgelastet sind oder wenn die Logistik nicht mein Kerngeschäft ist. Auf dieses sollte man sich konzentrieren, und andere Bereiche Profis überlassen.

Was bringt Digitalisierung für die Logistik-Branche?
Digitalisierung darf niemals ein Selbstzweck sein, sondern ein Werkzeug, um die Geschäftsstrategie zu unterstützen. Der Mensch soll kein Sklave der Digitalisierung sein. Unternehmer sollen sich gut überlegen, wo es Sinn macht, Digitalisierung einzusetzen. Muss wirklich jedes Paket gescannt werden, oder reicht es, wenn man jede Palette scannt?
Porträtfoto des Vizepräsidenten Christian Moser.
© WKNÖ WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser.


NÖ Logistik Tag 2018, Fotos: Emese Benkö


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