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Netzwerktreffen – Niederösterreich goes global

Die „halbe Welt“, so Direktor Franz Wiedersich, war zu Gast in der Zentrale der Wirtschaftskammer Nieder-österreich (WKNÖ) in St. Pölten. 23 Wirtschaftsdelegierte der Außenwirtschaft Austria aus Amerika, Südasien, Fernost und Subsahara-Afrika berichteten über die aktuelle Lage in ihrer Region. 

© Claudia Bierbaumer WKNÖ-Außenwirtschaftsleiterin Eva Hahn (Mitte) mit den Wirtschaftsdelegierten aus Übersee.

Viele exportinteressierte Firmen nützten die Chance, sich bei diesem einmaligen Netzwerktreffen über Märkte und Geschäftschancen aus erster Hand zu informieren.

Keynote Speaker war Sanjay Patnaik von der George Washington University. Der Auslandsniederösterreicher und Experte für Globalisierung und Klimawandel referierte über die wirtschaftlichen und politischen Trends in den USA. 

Chancen für NÖ Firmen in den USA – Das bringt neue Jobs und Training

© Neal Hamberg Sanjay Patnaik

Interview mit Sanjay Patnai, ein Niederösterreicher, der an der George Washington University in Washington D.C. lehrt.

Bei den Vorträgen der Wirtschaftsdelegierten hatte man den Eindruck, dass die Politik des „Make America great again“ vor allem China groß zu machen scheint? 
Ein gutes Beispiel ist das von Obama ausgehandelte Trans-Pacific Partnership. Nachdem sich die USA nun aus diesem Freihandelsabkommen zurückgezogen haben, hat China einen Hebel bekommen, um mehr Einfluss ausüben zu können. Ähnliches spielt sich etwas überraschend beim Klimawandel ab. Die Chinesen implementieren gerade ein großes Emissionshandelssystem, das durchaus Chancen hat zu funktionieren und richtungsweisend für die Welt zu werden. Bei gewissen Industrien wie der Solarenergie ist China schon führend.

„Unpredictable“ (unvorhersehbar) sagen oft die Kommentatoren in Washington. Solche Entscheidungen von einer republikanischen Administration wären früher undenkbar gewesen? 
Das hängt vom Themenbereich ab, aber im Freihandel trifft das zu. Die Reps waren historisch gesehen generell immer große Freihandelsbefürworter, die Demokraten hingegen oft viel skeptischer.

Sind die Ängste, die wir hier in Europa haben, berechtigt?
Die Hauptherausforderung sind die internationalen Beziehungen. Europa hat sich in den letzten 60 Jahren sehr auf Amerika als vorhersehbaren Partner verlassen. Diese Beziehung ändert sich nun und bietet eine Chance, dass Europa selbst eine Führungsrolle übernimmt.

Kann das Europa?
Ja, wenn es erkennt, dass es noch enger zusammenrücken muss. Einzelne Länder haben in der Weltwirtschaft keine Chance mehr, Europa sehr wohl. Gerade im Welthandel und im Kampf gegen den Klimawandel kann Europa viel bewirken, da hier die EU oft ein Vorbild ist. So verwenden die Chinesen das EU-Emissionshandelprogramm als Schablone für ihre Regulierungen und die Europäer steuern da in China auch viel technischen Rat bei.

Was würden Sie Herrn Juncker raten außer, dass Europa noch enger zusammenrücken muss?
Genau zu schauen, was wirklich in den USA passiert. Viele Teile des Budgets wurden nicht so wie angekündigt gekürzt, sondern mit den Stimmen der Republikaner sogar erhöht. Etwa bei der Forschung und Entwicklung in der Wissenschaft. Außerdem passiert auch sehr viel auf Ebene der Bundesstaaten aufgrund der föderalen Struktur in den USA, wie zum Beispiel in Sachen Umweltschutz und Energie. In Kalifornien, aber auch in vielen republikanischen Staaten, tut sich viel. So ist etwa Texas bei den erneuerbaren Energien federführend.

Würden Sie NÖ Unternehmen empfehlen, jetzt etwas in den USA zu machen?
Auf jeden Fall. Für Firmen, die gute Technologien haben, ist das ein sehr attraktiver Markt. Es ist natürlich nicht einfach, dort etwas aufzubauen. Wir Österreicher haben aber sehr gut ausgebildete Leute, das sehe ich auch im direkten Vergleich. Unser Uni-System kann sich sehen lassen, gerade im Ingenieursbereich.
Auch das duale Ausbildungssystem stößt drüben auf großes Interesse, dieses Vocational Training gibt es in den USA nicht. Wenn  österreichische Firmen das duale System gleich mitexportieren, können sie es mitverkaufen und sagen: Wir bringen Euch neue Jobs und Training!

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