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„Nachhaltigkeit in NÖ KMU ist Chefsache“

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und Studienautorin Katrin Detter präsentieren die 1. größere Umfrage zu CSR und Nachhaltigkeit in niederösterreichischen KMU.

Studienautorin Katrin Detter präsentiert mit WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl die erste Studie zu CSR-Maßnahmen in Niederösterreich.
© Josef Bollwein Studienautorin Katrin Detter präsentiert mit WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl die erste Studie zu CSR-Maßnahmen in Niederösterreich.

Wie stehen Niederösterreichs KMU zum Thema Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR)? Wo sehen sie Chancen? Welche Aktivitäten werden gesetzt?

Diesen Fragen ist nun erstmals Katrin Detter in einer größeren Untersuchung im Zuge ihrer Master-Arbeit an der IMC Fachhochschule Krems, Bereich Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement, nachgegangen. Insgesamt 242 niederösterreichische KMU aus allen Regionen und Sparten wurden befragt, die Ergebnisse sind also durchaus richtungsweisend, betonte WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl bei der Präsentation der Studie. Zwazl: „Nachhaltigkeit ist für unsere Unternehmen ein großes Thema – und das nicht erst seit heute. Unternehmen haben immer Verantwortung übernommen, für Beschäftigte, für das Zusammenleben in den Regionen.“

Und Detter zur Motivation für ihre Untersuchung: „Unternehmerische Verantwortung ist für mich ein sehr spannendes Thema, da davon eine Vielzahl gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure betroffen ist, die nachhaltig zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft beitragen können. Da ich mich beruflich im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich orientiere und gebürtige Niederösterreicherin bin, war es für mich auch persönlich von großem Interesse, erstmals Daten zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen in NÖ zu erheben.

Hemmnisse: Mangel an Zeit und Ressourcen

Als zentrale Herausforderung für die Umsetzung von Nachhaltigkeits-Maßnahmen nennen mehr als drei Viertel der KMU mangelnde zeitliche und finanzielle Ressourcen, so Detter. Für 44,2 Prozent trifft dies sehr zu, für 32,2 Prozent eher. Zwazl verweist auf WKNÖ-Beratungsangebote wie die Ökologische Betriebsberatung, eine Initiative von WKNÖ und Land NÖ, über die 2017/2018 über 2.000 Öko-Beratungen abgewickelt wurden – mit spürbaren Effekten:

  • Ein Beratungs-Euro im Bereich Energieeffizienz und Mobilität löst rund 20 Euro an Investitionen aus.
  • Zugleich rentiert sich ein Beratungs-Euro mit Einsparungen von 20 Euro.
  • Insgesamt umfassen die heuer bereits abgeschlossenen Beratungen Einsparungsvorschläge von 55.000 Megawattstunden (MWh). Das entspricht dem Jahresenergieverbrauch von rund 15.700 Niedrigenergie-Haushalten. Für die Umwelt bedeuten diese Vorschläge Entlastungen von rund 40.000 Tonnen beim CO2-Ausstoß.


Ökologische Betriebsberatung
T    02742/851-16910
E    uns.oeko@wknoe.at
W    wko.at/noe/oeko


90 Prozent der niederösterreichischen KMU betrachten Nachhaltigkeit als Faktor für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens. Für fast 57 Prozent trifft das sehr zu, für knapp 32 Prozent eher.
© Ismani 90 Prozent der niederösterreichischen KMU betrachten Nachhaltigkeit als Faktor für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens. Für fast 57 Prozent trifft das sehr zu, für knapp 32 Prozent eher.
Für fast 90 Prozent ist die ethisch-moralische Überzeugung ein sehr oder eher starkes Motiv für Nachhaltigkeits-Maßnahmen. Eine Verbesserung des Betriebsergebnisses nennen dagegen nur 67 Prozent als sehr oder eher starkes Motiv.
© Ismani Für fast 90 Prozent ist die ethisch-moralische Überzeugung ein sehr oder eher starkes Motiv für Nachhaltigkeits-Maßnahmen. Eine Verbesserung des Betriebsergebnisses nennen dagegen nur 67 Prozent als sehr oder eher starkes Motiv.
71 Prozent geben an, dass die Zuständigkeit für Nachhaltigkeit im Unternehmen bei den Eigentümern oder Geschäftsführern liegt – Nachhaltigkeit ist in Niederösterreich Chefsache!
© Ismani 71 Prozent geben an, dass die Zuständigkeit für Nachhaltigkeit im Unternehmen bei den Eigentümern oder Geschäftsführern liegt – Nachhaltigkeit ist in Niederösterreich Chefsache!
Zwei Drittel der KMU unterstützen mehrmals pro Jahr gemeinnützige Einrichtungen bzw. soziale Projekte. Weitere zehn Prozent tun das einmal im Jahr. Geldspenden (78,5 Prozent) liegen dabei vorne, 46,3 Prozent unterstützen mit Sachspenden.
© Ismani Zwei Drittel der KMU unterstützen mehrmals pro Jahr gemeinnützige Einrichtungen bzw. soziale Projekte. Weitere zehn Prozent tun das einmal im Jahr. Geldspenden (78,5 Prozent) liegen dabei vorne, 46,3 Prozent unterstützen mit Sachspenden.
45 Prozent der KMU unterstützen Aus- und Weiterbildungsaktivitäten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrmals im Jahr, weitere 22 Prozent zumindest einmal jährlich.
© Ismani 45 Prozent der KMU unterstützen Aus- und Weiterbildungsaktivitäten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrmals im Jahr, weitere 22 Prozent zumindest einmal jährlich.


CSR betrifft alle Bereiche in einem Unternehmen

Interview mit Studienautorin Katrin Detter

Das Wort Nachhaltigkeit wird heute oft verwendet. Was verstehen Sie darunter? 

„Es geht für Unternehmen darum, zukunftsfähig zu agieren. Das heißt, Verantwortung für die Geschäftstätigkeit in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht zu übernehmen. Im Rahmen ökologischer Zukunftsfähigkeit reden wir von langfristigen Investitionen, von denen sich viele auch auf der Kostenseite positiv auswirken können. Genauso wird bei nachhaltigen Investitionen das Leistungsspektrum der Betriebe durchleuchtet.“

Warum sollten Betriebe in Nachhaltigkeit investieren? 

Unternehmen beeinflussen das Umfeld, in dem sie tätig sind. Maßnahmen im Bereich von CSR (Corporate Social Responsibility) beziehen sich auf die Förderung von MitarbeiterInnen, Bewahrung der Interessen der Region, die Auswahl von Lieferanten nach ethisch und ökologisch vertretbaren Kriterien usw., also auch Maßnahmen über die Wertschöpfungskette hinaus. Mit derartigen Maßnahmen steigt die Wertschätzung für die Mitarbeiter, was umgekehrt zu einer besseren Identifizierung mit dem Unternehmen führt und die Einsatzfreude steigert. Mit nachhaltig hergestellten Produkten oder Dienstleistungen lassen sich auch neue Kundenschichten ansprechen sowie bestehende Beziehungen vertiefen.

Wie können CSR-Maßnahmen etabliert werden?

Grundsätzlich werden die Maßnahmen individuell für Unternehmen erarbeitet. Es geht aber nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um eine Gesamtstrategie, die sich durch das Kerngeschäft des Unternehmens zieht.
Das nötige Know- how bietet beispielsweise die Ökologische Betriebsberatung der WKNÖ, wo man sich entsprechend beraten lassen kann.

Welche Tipps haben Sie für Unternehmen parat?

Schaffen Sie im Unternehmen Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit. Identifizieren Sie die relevanten gesellschaftlichen Themen, auf die Sie Einfluss haben und analysieren Sie Ihre Liefer- und Wertschöpfungskette. Partnerschaften und Austausch mit anderen Betrieben, die CSR-Erfahrung haben, können sehr hilfreich sein. In Niederösterreich sind wir auf einem guten Weg, denn die Grundhaltung für Nachhaltigkeit ist in den Betrieben vorhanden.“

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