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Licht im stationären Handel – ein Leitsystem für die Kundschaft

Licht als Werkzeug um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erhaschen

Verkaufsraum einer Apotheke.
© Andrea Zehetner Die Apotheke zum Weißen Kreuz in Wien wurde von Robert Dietl mit Licht einnehmend gestaltet.

„Wenn es dunkel wird, gehen die Lichter an. So weit so gut. Im stationären Handel aber zu wenig. Die Beleuchtung von Verkaufsräumen verlangt deutlich mehr als Helligkeit ins Dunkel zu bringen. Licht hat als Gestaltungselement eine gleichwertige Bedeutung wie die Ladeneinrichtung. Grundsätzlich kann eine gelungene Einrichtungsplanung durch ein schlechtes Lichtkonzept in die Mittelmäßigkeit zurückgestuft werden“, erklärt Robert Dietl vom Amstettner Planungs- und Beratungsbüro „Dietl – Konzepte für den Handel“.

Seiner Meinung nach kann selbst eine überalterte Ladengestaltung mit einem gelungenen Licht-Update deutlich verbessert werden. Licht versteht er als Werkzeug, denn es erfülle keinen Selbstzweck sondern fungiere als Katalysator eines Gesamtkonzeptes. 
Für dieses Gesamtkonzept muss Robert Dietl wissen, in welcher Weise sich das jeweilige Unternehmen inszenieren will. Eine farbenfrohe Einrichtung und dazu ein bläulich kaltes Licht wäre in seinen Augen keine gute Lösung.

„Ihr Sortiment überzeugt durch hochwertige Materialien, aber alles wird von den Wandflutern nur in Flächenlicht getaucht – entscheidende Produktvorteile werden dadurch verspielt. Nehmen wir eine Anleihe in der Natur. Ein und dieselbe Landschaft erleben wir vom Morgenrot bis zum fahlen Mondlicht in immer wieder anderen Stimmungen – einzig und alleine durch das Licht. Belebend, bunt, entspannend, romantisch, bedrückend und auch bedrohlich, alles nur durch wechselnde Lichtintensität“, so der Ladenbauexperte.

Für Robert Dietl beginnt alles mit der Fernwirkung. Das betreffe die Geschäftsfassade an der Straße ebenso wie den Markenshop auf einer Großfläche. Beide sind umzingelt von anderen Wettbewerbern. Beide wollen die Aufmerksamkeit des bewegten Konsumenten erhaschen, ihn verlangsamen und in ihre Richtung umleiten. Gibt es beispielsweise hohes Umgebungslicht, könne weniger aber punktuell gesetztes Licht die Lösung sein: „Zwei schmale kräftige Lichtsäulen zwischen die Fenster gesetzt, dazu ein beleuchtetes Logo und selbstverständlich ein pointierter Eingangsbereich – so wird Minimalismus zum Blickfang.“ 

Licht als Leitsystem

Da die Kundschaft zur Ware gelangen soll, will der Beleuchtungsexperte sie hinleiten. Er vergleicht dies mit einer Fahrt durch einen Tunnel: „Die Einfahrt ist hell, danach verringert sich die Lichtstärke. Die Leitlichter an den Wänden geben dafür Orientierung und das gute Gefühl am richtigen Weg zu sein. Dann kommt das viel zitierte ‚Licht am Ende des Tunnels‘. Hier wird die Lichtintensität wieder deutlich angehoben.“

Robert Dietl stellt sich Geschäfte wie einen Tunnel vor. Der helle Eingangsbereich soll einladend wirken, als „Leitlichter“ setzt er  Spots auf einzelne Produkte oder speziell präsentierte Themenbereiche, wie Tische oder Vitrinen. In der Tiefe des Geschäftes oder der Abteilung setzt er den Lichtpunkt, der als Magnet dient – eben das Licht am Ende des Tunnels.

Lumen, Lux und Kelvin

Ob die Lichtfarbe 2.700 Kelvin oder doch 4.000 Kelvin im Einzelfall richtig ist, kann ausschließlich am Projekt beurteilt werden. Eine Vinothek findet laut dem Experten ziemlich sicher mit einer niedrigeren Lumenzahl als Grundbeleuchtung ihr Auskommen als eine Buchhandlung. Trotzdem gäbe es keine verbindlichen Werte, weder für den einen noch den anderen Fall.
„Strahler an einer Stromschiene oder Linsentechnologie direkt am Regalboden, die Raumhöhe durch indirektes Licht betonen oder genau das Gegenteil, dafür gibt es keine Ferndiagnose. Es gibt kein falsches Licht. Es gibt nur Licht, das nicht zum Geschäftskonzept passt. Um das zu vermeiden, ist ein  ausgiebiges Gespräche mit einem  Lichtplaner empfehlenswert“, so der Amstettner Unternehmer. Mehr dazu auf der Website: www.robert-dietl.at

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