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NÖ Lehrlinge gehen wieder ins Ausland „auf die Walz“

Zwazl/Wieser: Kostenlose Auslandserfahrungen über Sozialpartner-Initiative „Lets’s Walz“ stärken Persönlichkeit der Lehrlinge ebenso wie Unternehmen und Wirtschaftsstandort

V.l.: Bankkauffrau-Lehrling Celina-Christina Stich, AK NÖ-Präsident Markus Wieser, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und Kraftfahrzeugtechniker-Lehrling Michael Rauchecker
© Josef Bollwein V.l.: Bankkauffrau-Lehrling Celina-Christina Stich, AK NÖ-Präsident Markus Wieser, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und Kraftfahrzeugtechniker-Lehrling Michael Rauchecker

Dritte Auflage für die NÖ Sozialpartner-Initiative „Let’s Walz“, mit der niederösterreichische Lehrlinge vier Wochen lang ein für sie kostenloses Auslandspraktikum – etwa in Großbritannien, Italien, Tschechien, Spanien, Irland, Deutschland oder Dänemark - absolvieren können. 

Österreichweites Best-Practice-Modell

„Unser Ziel ist, dass jeder Lehrling einmal in seiner Lehrzeit die Chance hat, Arbeitsweisen und Betriebe im Ausland kennenzulernen. Das stärkt die Persönlichkeit, das stärkt das Selbstbewusstsein unserer Lehrlinge, das bringt die Lehre weiter voran und stärkt damit auch unsere Ausbilderbetriebe und unsere gesamte Wirtschaft“, so Sonja Zwazl, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), die „Let’s Walz“ ins Leben gerufen hat.

Mittlerweile gilt „Let’s Walz“ österreichweit als „Best Practice-Modell“ – und aus der ursprünglichen WKNÖ-Initiative ist eine gemeinsame Aktion der NÖ Sozialpartner geworden. „Ich kann also alle Interessierten Jugendlichen und Betriebe herzlich einladen, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen. Die Sozialpartner ermöglichen hier eine win-win-Situation für alle Beteiligten“, so AK NÖ-Präsident Markus Wieser. „Gerade vor dem Hintergrund von Digitalisierung und Wirtschaft 4.0. ist es wichtiger denn je, den ArbeitnehmerInnen die bestmöglichen Perspektiven und Maßnahmen zu ermöglichen. Denn es gilt, alle mitzunehmen auf dem Weg in die Zukunft!“ 

AK NÖ-Präsident Markus Wieser, Celina-Christina Stich, Michael Rauchecker und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl
© Josef Bollwein AK NÖ-Präsident Markus Wieser, Celina-Christina Stich, Michael Rauchecker und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl

Bisher bereits 232 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

An „Let’s Walz“ teilnehmen können alle niederösterreichischen Lehrlinge ab dem 2. Lehrjahr, das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 29. März, die feierliche Vergabe der Stipendien erfolgt in einer eigenen Feier am 5. Juni. Im Herbst 2019 bzw. im Frühjahr 2020 geht es für die Lehrlinge dann tatsächlich „auf die Walz“. Details zum Bewerbungs-Procedere finden sich im Internet unter www.wko.at/noe/bildung. Bisher haben bereits 232 niederösterreichische Lehrlinge über „Let’s Walz“ ein Auslandspraktikum absolviert.

Finanzierung durch den Bund gefordert

Die Finanzierung der Stipendien erfolgt durch WKNÖ, AK NÖ mit Unterstützung aus Erasmus+. WKNÖ-Präsidentin Zwazl drängt in Sachen Auslandspraktika für Lehrlinge allerdings auf eine Finanzierung durch den Bund. „Auslandspraktika für Lehrlinge sind eine bildungspolitische Angelegenheit. Das heißt für mich, dass hier auch der Bund finanziell gefordert ist, damit jeder Lehrling in Österreich die Chance hat, einmal im Laufe seiner Ausbildung sein Wissen im Ausland zu vertiefen.“ So koste ein Schüler in der AHS-Oberstufe den Staat rund 9.300 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Ein Auslandspraktikum für Lehrlinge einmal in der Lehrzeit kostet nur 2.600 Euro, argumentiert WKNÖ-Präsidentin Zwazl.

Zahlreiche NÖ-Sozialpartner-Initiativen für die Lehre

„Let’s Walz“ reiht sich nahtlos in eine ganze Reihe von Initiativen ein, die Niederösterreichs Sozialpartner für die Lehre gesetzt haben, wie etwa den an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich umgesetzten Master-Lehrgang „Berufsorientierung“ oder regionale Drehscheiben zur besseren Vernetzung von Schulen und Unternehmen in den Regionen. AK NÖ-Präsident Markus Wieser: „Denn wir wissen aus Studien: Je früher die Jugendlichen mit den Unternehmen in Kontakt kommen und die Praxis kennenlernen, desto höher ist die Chance, dass sie sich dann auch für eine Lehrausbildung entscheiden.“

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