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Premiere für Lehrlingsparlament

Lehrlinge fordern mehr berufsbezogene Weiterbildung, regelmäßige fachliche Überprüfungen der Lehrer und mehr Informationen zum Steuerausgleich.

Die Beschlüsse des Lehrlingsparlaments fließen in die Arbeit der Wirtschaftskammer NÖ ein.
Ein einziger Antrag wurde einstimmig beschlossen.
© Josef Bollwein Ein einziger Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Intensive Diskussionen, beste Debattenkultur und jede Menge Bereitschaft, sich mit Fragen der Lehre und der Bildungspolitik auseinanderzusetzen, prägten das erste Lehrlingswirtschaftsparlament in der WKNÖ-Zentrale. 

59 Lehrlinge aus allen Bereichen der niederösterreichischen Wirtschaft haben im Vorfeld dieses Wirtschaftsparlaments in acht einzelnen Gruppen jeweils einen Antrag erarbeitet, was sich aus ihrer Sicht in Sachen Schule, Lehre, Bildung ändern sollte.
Sechs der Anträge haben unter den 59 Lehrlingen im Plenum eine Mehrheit gefunden. Die Wirtschaft rede nicht nur davon, dass Lehrlinge Respekt und Anerkennung verdienen, sie lebe das auch vor, begründet WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl die Initiative. „Uns ist es wichtig, jene zu Wort kommen zu lassen, die im Ausbildungs- und Arbeitsprozess drinnen sind und zu hören, wo sie Verbesserungsmöglichkeiten sehen.“ Zugleich sieht Zwazl eine Stärkung der Demokratie und des demokratischen Bewusstseins. „Das Auftreten unserer Lehrlinge war beeindruckend und ein erneuter Beweis für die hervorragenden Qualifikationen unseres unser Fachkräfte-Nachwuchs.“

Lehrlinge: „Mehr berufsbezogene Weiterbildung“

Einstimmig beschlossen wurde ein Antrag für verstärkte, berufsbezogene Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Rahmen der Lehre. Im Sinne der Digitalisierung muss aus Sicht der Lehrlinge flächendeckend sichergestellt werden, dass alle Pflichtschulabgänger über digitale Grundkompetenzen verfügen. Politische Bildung soll an Neuen Mittelschulen, Unterstufengymnasien und Berufsschulen aufgewertet werden. Gefordert werden auch verstärkte Werbeinitiativen für Auslandspraktika von Lehrlingen, wie sie die WKNÖ etwa im Rahmen der Initiative „Let’s Walz“ durchführt.

Den Vorsitz beim Lehrlingsparlament führte – wie beim klassischen Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Niederösterreich – WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl (im Bild mit WKNÖ-Vizepräsident Josef Breiter).
© Josef Bollwein Den Vorsitz beim Lehrlingsparlament führte – wie beim klassischen Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Niederösterreich – WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl (im Bild mit WKNÖ-Vizepräsident Josef Breiter).

Informationen zu Steuerausgleich und fachliche Überprüfungen für Lehrer

Ebenfalls mehrheitlich ausgesprochen hat sich das Lehrlingswirtschaftsparlament für eine bessere schulische Vorbereitung „auf das Leben nach der Pflichtschule“, etwa durch einen verstärkten Fokus auf Themen wie Präsentationstechniken oder Bewerbungsvorbereitungen, aber auch durch Informationen zu Fragen wie Kontoarten, Versicherungen oder Steuerausgleich.
Lehrpläne an den Berufsschulen sollen ebenso regelmäßig evaluiert werden wie regelmäßig überprüft werden soll, ob Lehrerinnen und Lehrer fachlich auf dem neuesten Stand sind. Keine Mehrheiten fanden ein allgemeiner Antrag zum Thema Gleichberechtigung sowie ein Antrag, der im Kern auf eine Verlängerung der Berufsschulzeiten abzielte.

Beschlüsse fließen in WKNÖ-Arbeit ein

Wir werden die Ergebnisse unseres ersten Lehrlingswirtschaftsparlaments nun jedenfalls in die Arbeit der WKNÖ einfließen lassen“, kündigte Zwazl an. Konkret werden die einzelnen Anträge inhaltlich weiter vertieft und hinsichtlich konkreter Umsetzungsmöglichkeiten überprüft.
Zwazl: „Die teilnehmenden Lehrlinge werden auf dem Laufenden gehalten, wie es mit ihren Anträgen und Forderungen weitergeht.“ Nach der erfolgreichen Premiere sollen dem ersten Lehrlingswirtschaftsparlament der WKNÖ nun in regelmäßigen Abständen weitere folgen.


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