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NÖ Lehrlinge wollen bei Berufsschul-Lehrplänen mitbestimmen

Zweites Lehrlings-Wirtschaftsparlament der WKNÖ – Zwazl: „Hören, was unser Berufsnachwuchs zu sagen hat“

Ein einziger Antrag wurde einstimmig beschlossen
© Josef Bollwein Ein einziger Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Niederösterreichs Lehrlinge fordern jährliche Evaluierungen und Aktualisierungen der Lehrpläne an den Berufsschulen – und wollen dabei, neben Praktikern aus den Betrieben der jeweiligen Branche, auch selbst mitbestimmen.

Eine entsprechende Forderung ist beim zweiten Lehrlingswirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) als einziger Antrag einstimmig beschlossen worden. Ebenfalls angenommen wurden unter anderem Anträge auf finanzielle Unterstützungen für Lehrlinge bei Wohnmieten und Kautionen, sowie die Forderung nach verpflichtenden Weiterbildungsaktivitäten von Berufsschullehrern im Ausmaß von zehn Tagen im Jahr.

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl lobte die hohe Diskussionskultur der Lehrlinge. „Es ist für uns in der Wirtschaft wichtig zu hören, was unser Berufsnachwuchs zu sagen hat“, so Zwazl. „Wir wollen nicht über die Jugend sprechen, sondern mit der Jugend.“

Das Präsidium des Lehrlings-Wirtschaftsparlaments führte WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, gemeinsam mit den Vizepräsidenten Josef Breiter, Christian Moser und Dieter Lutz (v.l.).
© Josef Bollwein Das Präsidium des Lehrlings-Wirtschaftsparlaments führte WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, gemeinsam mit den Vizepräsidenten Josef Breiter, Christian Moser und Dieter Lutz (v.l.).

Acht Gruppen, acht Anträge

Insgesamt 68 Lehrlinge aus allen Branchen der niederösterreichischen Wirtschaft haben in einem zweitägigen Prozess zunächst in acht Gruppen je einen Antrag mit Verbesserungsvorschlägen rund um die Lehre erarbeitet. Am zweiten Tag wurden diese Anträge im Rahmen einer Plenarsitzung unter dem Vorsitz von Zwazl von den Lehrlingen debattiert und abgestimmt. Ebenfalls angenommen wurden Anträge zur Ausweitung des Systems der Lehrstellenberater und für Verbesserungen in der Organisation der Berufsschulen.  

Überstunden-Antrag haarscharf abgelehnt

Haarscharf abgelehnt wurde ein Antrag, Lehrlingen ab 16 Jahren gesetzlich 10 Überstunden pro Woche (zwei Stunden pro Tag) zu ermöglichen – wobei die Lehrlinge die Möglichkeit haben sollten, selbst zu bestimmen, ob sie für diese Überstunden Geld oder Zeitausgleich bekommen wollen.

Ebenfalls von den Lehrlingen abgelehnt wurde der Antrag, dass jedem Lehrling das TOP Jugendticket sowie Kosten für spezielle Arbeitskleidungen vom Betrieb gezahlt werden soll. Auch ein Antrag auf Förderungen für sporttherapeutische Maßnahmen und Initiativen für eine gesunde Ernährung in den Betrieben fand keine Mehrheit. 

Die Vertreter der antragstellenden Gruppen setzten sich mit vollem Engagement für ihre Anliegen ein.
© Josef Bollwein Die Vertreter der antragstellenden Gruppen setzten sich mit vollem Engagement für ihre Anliegen ein.

Lehrlingsparlament auch Stärkung für Demokratie

Die Anliegen der Lehrlinge werden jedenfalls jetzt in die Arbeit der WKNÖ einfließen, betonte Zwazl. Zugleich sah sie in der WKNÖ-Initiative Lehrlings-Wirtschaftsparlament auch ein wesentliches Signal zur Stärkung der Demokratie. „Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Lehrlings-Wirtschaftsparlament die jungen Menschen motivieren können, sich zu engagieren und ihre Meinungen und Ideen einzubringen.“

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