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NÖ Lehrlingsausbildung auf dem richtigen Weg

Österreichweit höchste Zuwachsrate und geringste Drop-Out Quote.

Helmut Dornmayer vom ibw - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und AKNÖ-Präsident Markus Wieser bei der Präsentation der Ergebnisse der Lehrlingsausbildung in Niederösterreich.
© Josef Bollwein Helmut Dornmayer vom ibw - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und AKNÖ-Präsident Markus Wieser bei der Präsentation der Ergebnisse der Lehrlingsausbildung in Niederösterreich.

Die von Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) und Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) gemeinsam in Auftrag gegebene Studie zeige auf, so WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und AKNÖ-Präsident Markus Wieser, dass die von den NÖ Sozialpartnern gesetzten Maßnahmen zu greifen beginnen. 

„Das Image der Lehre ist gestiegen. Es ist schon sehr erfreulich, dass wir mit einem Plus von 2,1 % bei der Zahl der Lehrlinge den stärksten Zuwachs aller Bundesländer verzeichnen“, meint Zwazl. Dass sich die Lehrlingsausbildung in Niederösterreich insgesamt auf dem richtigen Wege befinde, so Zwazl, zeige sich ebenso bei der Drop-Out Rate: „Mit 11,6 % weist Niederösterreich bei den Lehrabbrechern im österreichweiten Vergleich den geringsten Anteil auf.“ Indirekt werde dieser Spitzenplatz durch eine aktuelle Umfrage unter NÖ Lehrlingen bestätigt, die Top-Werte bei der Zufriedenheit mit der Ausbildung ergeben haben. 

Verstärkte Qualitätssicherung bei Lehrabschlussprüfungen

Für AKNÖ-Präsident Markus Wieser mache die Studie deutlich, dass die Qualitätssicherung der Lehre und der Lehrabschlussprüfungen bei den Sozialpartnern in den besten Händen liege: „Es macht eben Sinn, dass hier diejenigen, die direkt an der Praxis sind, im Bedarfsfall die entsprechenden Steuerungsschritte setzen.“  

In Hinblick auf die Prüfungsantritte zeigt die ibw-Untersuchung indes auf, dass es ratsam sei, Neuerungen bei den Anträgen zur Lehrabschlussprüfung vorzunehmen, sagt Wieser: „Deshalb regen wir an, dass die Anmeldung zur Lehrabschlussprüfung vom Lehrberechtigten gestellt werden kann, damit die Prüfung möglichst zeitnah nach dem Berufsschulbesuch erfolgt.“ Bisher hätte sich der Lehrling allein um die Anmeldung kümmern müssen.  Nach Meinung Wiesers könne mit dieser Maßnahme auch gleich der Prüfungsangst begegnet werden: „Im Tourismus etwa melden sich fast 8 % der Jugendlichen nicht zur Lehrabschluss-Prüfung an, obwohl sie die volle Lehrzeit erfolgreich absolviert haben.“

Helmut Dornmayer (ibw - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft), Sonja Zwazl (WKNÖ-Präsidentin) und Markus Wieser (AKNÖ-Präsident)
© Josef Bollwein Helmut Dornmayer (ibw - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft), Sonja Zwazl (WKNÖ-Präsidentin) und Markus Wieser (AKNÖ-Präsident)

Lehre nach Matura und Lehre für Erwachsene

Weitere Adaptierungen beim Berufsausbildungsgesetz werden die Vorschläge von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl erfordern: „Wir wollen vermehrt Erwachsene für die Lehre gewinnen. Hier gibt es noch ein großes Reservoir.“  Für eine solche Lehre, so Zwazl, müssten aber neue Voraussetzungen geschaffen werden, wie für kleinere Berufsschulklassen: „Sie werden 25-jährige nicht gemeinsam in einer Klasse mit 15-jährigen unterrichten können.“ Und inhaltlich müsse der Unterricht kompetenzorientierter gestaltet sein als bei Jugendlichen.

Eine weitere neue Zielgruppe für die Lehre, welche die NÖ Sozialpartner verstärkt ansprechen wollen, sind die MaturantInnen. Deren Anteil bei den LehranfänerInnen sei in Österreich noch sehr gering, weiß Zwazl: „Während dieser bei uns lediglich 2,5 % ausmacht, sind es in Deutschland bereits 28 %.“ Um hier einen Umdenkprozess einzuleiten, würden den SchülerInnen an den AHS und BHS von NÖ LehrstellenberaterInnen verstärkt die Vorteile einer Lehre nach der Matura aufgezeigt.   

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