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WKNÖ will Lehre nach der Matura als Alternative zu Studium etablieren

Matura – und was jetzt? Die meisten denken nach dem Abschluss ihrer Schulzeit an den Besuch einer Uni. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich setzt dazu einen Kontrapunkt.

Lehrling und Maturant
© Fotolia

„Es muss nicht immer eine Uni sein. Eine Lehre nach der Matura bietet besonders gute Job-Chancen und sichert ein direktes Hineinwachsen in den Job“, wirbt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl für das Modell „Lehre nach der Matura“. „Die Zeiten, zu denen ein Uni-Studium jedenfalls bessere Karrierechancen als eine Lehre geboten hat, sind längst vorbei. Das gilt gerade auch finanziell. Und das müssen wir vor allem verstärkt in den Köpfen der Eltern verankern. Fachkräfte werden dringend gesucht.“

Schulaktion wirbt für die Lehre

Zuletzt hat die WKNÖ mit einer eigenen Schulaktion verstärkt die Möglichkeit einer Lehre als Alternative zu einem Hochschulstudium propagiert. In 48 Vorträgen wurden damit rund 930 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Aktuell machen 216 junge Menschen in Niederösterreich eine Lehre nach ihrer Matura. Zum Vergleich: 2015 haben sich 198 Maturantinnen und Maturanten für eine Lehre nach der Matura entschieden. Seit 2015 ist die Zahl der jungen Menschen, die eine Lehre nach der Matura machen, also um fast zehn Prozent gestiegen. „Unser großes Ziel ist es, die Zahl der Jugendlichen, die sich nach ihrer Matura für eine Lehre entscheiden, in den nächsten Jahren zu verdoppeln“, kündigt Zwazl weitere Werbe-Aktivitäten für die „Lehre nach der Matura“ an.

An der Spitze der von den Maturantinnen und Maturanten gewählten Lehrberufe liegt die Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz. Gefolgt von Verwaltungsassistenten, dem Buch- und Musikalienhandel, der Kraftfahrzeugtechnik sowie dem Lehrberuf Koch/Köchin.
Rund die Hälfte der Maturantinnen und Maturanten, die aktuell eine Lehre machen, haben eine AHS abgeschlossen. Die andere Hälfte verteilt sich auf verschiedene Schulformen mit Maturaabschluss wie technische oder kaufmännische höhere Schulen (zum Beispiel HAK, HTL,…).

Eine Lehre nach der Matura bietet den Jugendlichen neben sehr guten Job-Aussichten auch weitere Vorteile:

  • Für Maturantinnen und Maturanten gibt es um ein Jahr verkürzte Lehrzeiten, die Ausbildung dauert als kürzer als auf der Uni. Ein dreijähriger Lehrberuf kann also zum Beispiel in zwei Jahren absolviert werden.

  • Man verdient schneller sein eigenes Geld, wächst praxisbezogen direkt in einen Betrieb hinein.
    Und die Lehre nach der Matura bietet auch eine optimale Basis, um später selbst ein eigenes Unternehmen aufzumachen und damit quasi sein eigener Chef zu sein.

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