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Die Lehre am Puls der Zeit

Die Digitalisierung hält auch in der Lehre Einzug. Das Lehrberufspaket 2018 bringt acht neue Berufe, viele weitere wurden fit für die Zukunft gemacht.

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Über 200 verschiedene Lehrberufe werden in Niederösterreich ausgebildet. Diese Berufsbilder werden ständig weiterentwickelt und auf den neuesten Stand gebracht. Mit dem Lehrberufspaket 2018 sind acht neue Lehrberufe eingerichtet worden und einige Änderungen in Kraft getreten. Der Fokus liegt ganz klar auf der Digitalisierung. Eine Übersicht aller neuen Berufe und Änderungen finden Sie im PDF-Dokument unter Downloads.

„Die Lehre ist top-aktuell, zeitlos richtig und stets auf der Höhe der Zeit“, betont WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. „Dass Lehrberufe ständig weiterentwickelt und auf dem Stand der Technik und der Zeit gehalten werden, ist für unsere Betriebe, unsere Ausbilder und uns Sozialpartner eine Selbstverständlichkeit – und quasi unsere tägliche Arbeit.“

Lehrberuf made in Niederösterreich

Gibt es einen Lehrberuf noch nicht, aber der Bedarf ist da, wird ein neues Berufsbild ausgearbeitet – wie im Fall der Firma Vetropack. Der Glasverfahrenstechniker ist ein ganz neuer Lehrberuf zur Herstellung von Hohl- und Flachglas – made in Niederösterreich.

„Zuvor gab es kein Berufsbild, das unseren Anforderungen entsprach“, berichtet Johannes Schuster, Lehrlingsverantwortlicher bei der Firma Vetropack Austria GmbH. „Wir sind mit der Abteilung Bildung der WKNÖ in Kontakt getreten und auf offene Ohren gestoßen. Bei unseren Branchenkollegen haben wir ebenfalls den Bedarf an Lehrlingen erhoben. Gemeinsam mit dem ibw (Österreichisches Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) wurde das Berufsbild des Glasverfahrenstechnikers ausgearbeitet und dem Bundesberufsausbildungsbeirat vorgelegt. Auch die Gewerkschaft wurde im Vorfeld mit ins Boot geholt. Schließlich verordnete Ministerin Schramböck die Durchführung“, schildert Johannes Schuster den Entwicklungsprozess. 

Bedarf kommt direkt aus der Wirtschaft

„Änderungen zu Berufsbildern oder der Bedarf eines neuen Lehrberufs kommen direkt aus der Wirtschaft. Das Unternehmen tritt an uns oder an seine Innung heran und wir arbeiten gemeinsam mit der Branche und den Sozialpartnern an einer Lösung“, informiert Stefan Gratzl, Leiter der Abteilung Bildung der Wirtschaftskammer Niederösterreich über seine Arbeit.

„Die Betriebe nehmen ihre Lehrverantwortung sehr ernst und bilden ihre Fachkräfte bestmöglich aus. Unsere Aufgabe ist es, Berufsbilder zu schaffen, die die Wirtschaft braucht und den Anforderungen der Zukunft entsprechen. Ein neues Berufsbild zu entwickeln ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen“, so Stefan Gratzl. 

Ganz neu sind auch zwei IT-Lehrberufe: Applikationsentwicklung/Coding und Informationstechnologie mit den Schwerpunkten Systemtechnik und Betriebstechnik. Bei diesen Berufsbildern werden auch Kompetenzen zu Qualitäts- und Projektmanagement geschult und Wissen über Datenschutz und Lizenzregelungen sowie das Integrieren von Cloud-Diensten vermittelt. 

Fachkraft für den Online-Handel

Mit dem E-Commerce-Kaufmann/-frau wurde ein weiteres Berufsbild geschaffen, das es zuvor nicht gab. WKNÖ-Spartenobmann (Handel) Franz Kirnbauer freut sich: „Mit diesem Lehrangebot beschreiten wir neue Wege im Handel. Der Lehrberuf des E-Commerce-Kaufmannes ist ein fundiertes Ausbildungsangebot für zukünftige Fachkräfte im Multichannel-Handel und eine Ergänzung zu den klassischen dualen Ausbildungen im Einzel- und Großhandel.“

Die im Lehrberuf vermittelten Qualifikationen umfassen etwa den Umgang mit Shopmanagement-Systemen, die Präsentation von Waren im Onlineshop, die Verwendung unterschiedlicher Werbeformen im Display-Marketing oder die Erstellung und den Versand von Newslettern unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

„Der Onlinehandel wird wegen des zunehmenden Wettbewerbsdrucks, der steigenden Kundenanforderungen und der rasanten technologischen Entwicklungen immer komplexer. Die Ausbildung der Nachwuchskräfte zu E-Commerce-Kaufleuten trägt dieser dynamischen Entwicklung Rechnung. Betriebe investieren damit in den Wachstumsmotor E-Commerce. Auf die Jugendlichen wartet ein zukunftssicherer, attraktiver und vielfältiger Job“, so Franz Kirnbauer.

Zahlen bestätigen: Trend geht zur Lehre

Die Fachkräfteausbildung wurde in den letzten Jahren wieder beliebter. 15.821 Jugendliche absolvieren derzeit in Niederösterreich ihre Lehre. Von 2015 auf 2016 stieg die Zahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr um 2,8 Prozent – von 2016 auf 2017 gab es sogar ein Plus von 5,7 Prozent. Eine Lehre mit Matura machen derzeit 1.330 Jugendliche und für das neue Modell ‚Level up‘ – eine verkürzte Lehrzeit nach der Matura – haben sich aktuell 218 junge Menschen in Niederösterreich entschieden.

„Die Zahlen sind sehr erfreulich und bestätigen, dass die Lehre eine Ausbildung am Puls der Zeit ist und dass wir mit unserer Arbeit am richtigen Weg sind“, ist Stefan Gratzl überzeugt. 


15.821 Jugendliche in Niederösterreich haben sich für eine hochqualifizierte Ausbildung mit Perspektive entschieden und absolvieren derzeit ihre Lehre. Moderne Berufsbilder machen die Fachkräfteausbildung  jetzt noch attraktiver.
© Fotolia 15.821 Jugendliche in Niederösterreich haben sich für eine hochqualifizierte Ausbildung mit Perspektive entschieden und absolvieren derzeit ihre Lehre. Moderne Berufsbilder machen die Fachkräfteausbildung jetzt noch attraktiver.


„Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit des Online-Handels, da sie hier zeit- und ortsungebunden Einkäufe tätigen können. Daher gewinnt der Online-Handel immer mehr an Bedeutung. Die Österreichische Post AG hat mit September vier Lehrlinge aufgenommen, die im Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau ausgebildet werden. Da wir selbst eine Online-Plattform mit eigenem Webshop haben, können wir unseren Lehrlingen eine fundierte Ausbildung in den Bereichen Online-Handel, social media und Kundenbetreuung bieten. Der Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau bietet verschiedene Einsatzfelder. Wir werden in erster Linie WebshopbetreuerInnen und WebshopverkäuferInnen ausbilden, die uns auch bei der Betreuung unserer Seiten im social media Bereich unterstützen. Wir suchen immer junge, motivierte MitarbeiterInnen, die wir für die speziellen Anforderungen der Österreichischen Post AG ausbilden können. Ziel für uns ist es, ExpertInnen auszubilden, die auch nach der Lehrzeit im Unternehmen bleiben und uns mit neuen Ideen, besonders in Bezug auf die Digitalisierung, unterstützen.“


Franz Nigl, Österreichische Post AG
© Post AG / Lukas Ilgner Franz Nigl, Österreichische Post AG
Johannes Schuster, Vetropack Austria GmbH
© Vetropack / Gerald Riedler Johannes Schuster, Vetropack Austria GmbH

„Mit Schulbeginn haben bei der Firma Vetropack in Pöchlarn und Kremsmünster neun Jugendliche ihre Lehre als GlasverfahrenstechnikerIn begonnen. An der Entwicklung dieses neuen Lehrberufs waren wir maßgeblich beteiligt. Das Berufsbild Glasverfahrenstechnik beinhaltet Wissen über Glas, dessen Schmelze und Veredelung sowie Know-how aus den Bereichen Maschinenbautechnik und Automatisierungstechnik. Um den Lehrberuf bekannt zu machen, hat Vetropack Austria gemeinsam mit Stölzle Oberglas eine Website eingerichtet, die diesen Beruf vorstellt. Auf ‚glasbringts.at‘ können sich Jugendliche über das Berufsbild informieren.“ 


„Wir bilden immer wieder Lehrlinge aus. Bisher jedoch vermehrt im administrativen Bereich. Durch den neuen Beruf des bautechnischen Assistenten ergab sich nun auch die Möglichkeit, Techniker auszubilden. Das erste Mal davon gehört haben wir im Radio, da war der Beruf gesetzlich noch nicht genehmigt. Nun haben wir zwei Lehrlinge aufgenommen. Als Ingenieurbüro stehen wir unseren Auftraggebern beratend zur Seite. Soziale Kompetenz ist daher in diesem Beruf ebenso wichtig wie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie ein gewisses Gefühl für Zahlen und Mathematik. Das Aufgabengebiet unserer Lehrlinge ist sehr vielfältig. Sie erhalten Eindrücke in den gesamten Ablauf eines Bauvorhabens. Sie unterstützen uns etwa bei der Ausschreibung und Vergabe von Projekten oder führen zeichnerische Tätigkeiten durch. Es ist uns wichtig, jungen Menschen eine spannende Ausbildung zu ermöglichen. Bei unserem breiten Leistungsspektrum können die Jugendlichen in vielen Bereichen etwas lernen. Wir sind froh, unsere Lehrlinge im Team zu haben, die unsere Auftragsleiter unterstützen und nach und nach eigenständig Aufgaben übernehmen können.“


Alice Weltzl, kpp consulting gmbh
© kpp consulting / Franz Atteneder Alice Weltzl, kpp consulting gmbh

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