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Kfz-Handel: Weitere Konjunkturmaßnahmen dringend nötig

Produktionsstopps, unterbrochene Lieferketten, geschlossene Schauräume, Zulassungsstellen und Werkstätten – die Autoindustrie war und ist von der Krise schwer betroffen. Einer aktuellen Studie des Datendienstleisters Eurotax zufolge, beträgt der aktuelle Abwertungsbedarf (15. 3.-15. 5.) bereits 108 Mio. Euro.

Autos
© Petra Zimlich
Ausgegangen wird von einer Krise im Fahrzeughandel über vier Monate und einem insgesamten Abwertungsverlust von 214 Millionen Euro für ganz Österreich. Eine Umfrage des Fachmagazins „AUTO & Wirtschaft“, an der 339 Betriebe teilgenommen haben, unterstreicht die dramatische Situation im heimischen Fahrzeughandel. In der Branchenumfrage wurde die aktuelle Situation der AutohändlerInnen in ganz Österreich während der Corona-Krise erhoben
(https://tinyurl.com/yclu7ae2).
Demnach mussten 89 Prozent der befragten Betriebe MitarbeiterInnen in Kurzarbeit schicken. Sollte es keine weiteren Konjunkturmaßnahmen geben, würden rund 40 Prozent die Krise wohl nur mit einem Arbeitsplatzabbau überleben. Für das Gesamtjahr rechnen die befragten Betriebe mit einem Umsatzrückgang von 35 Prozent.

Konjunkturmaßnahmen dringend gefordert


„Um die österreichische Automobilwirtschaft am Leben zu halten, brauchen wir dringend weitere Konjunkturmaßnamen“, betont Niederösterreichs Fahrzeughandel-Obmann Wolfgang Schirak.

NÖ Obmann Wolfgang Schirak: „Ökologisierungsprämie wäre eine klare Win-win-Situation.“
© Andreas Kraus NÖ Obmann Wolfgang Schirak: „Ökologisierungsprämie wäre eine klare Win-win-Situation.“

Den Automobilhandel kennzeichnen nämlich Eckdaten wie hohe Kapitalintensität und der hohe Wert der gehandelten Güter. Um die Liquidität sicherzustellen ist daher ein erhöhter Kapitalbedarf nötig. Darüber hinaus ist die Automobilbranche einer der wenigen Zweige, die mit Gebrauchtwaren handelt: „Die Problematik dabei ist, dass Gebrauchtwagen mit jedem Tag, an dem sie nicht verkauft werden, eine Abwertung erfahren“, konstatiert der Obmann.

Auch der Staat würde von Steuern profitieren


Eine Unterstützung zur Ankurbelung des Marktes in Form einer Ökologisierungsprämie könnte eine klare Win-win-Situation darstellen und nicht nur den Markt ankurbeln, sondern auch dem Staat zusätzliche Steuereinnahmen generieren. „Zudem würde eine Verjüngung des Fahrzeugbestandes die Umweltbilanz im Verkehrssektor verbessern“, bekräftigt Wolfgang Schirak, „darüber hinaus könnte ein genereller Vorsteuerabzug eine deutliche Erleichterung für die Automobilbranche darstellen“.
Die heimische Automobilwirtschaft fungiert als eine der Leitbranchen der produzierenden Wirtschaft in Österreich: Die Unternehmen der gesamten österreichischen Automobilwirtschaft stehen für 315.000 Arbeitsplätze und einer Bruttowertschöpfung von rund 26 Milliarden Euro.

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