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„Jobchance“ für Langzeitarbeitslose: Noch genug Fördermittel im Topf

Um die steigende Anzahl von Langzeitarbeitslosen zu bekämpfen, starteten WKNÖ, Land NÖ und AMS NÖ das Programm „Jobchance“. Mit der Umsetzung beauftragt wurde der Verein Jugend und Arbeit. Geschäftsführerin Michaela Vorlaufer zieht eine bisherige Bilanz und erklärt, wie man das Programm am besten nutzt.

© privat Michaela Vorlaufer, Geschäftsführerin Jugend und Arbeit

Wie schaut Ihre Zwischenbilanz aus?

Zum einen wurden uns vom AMS NÖ 390 Stellen-Bewerberinnen und Bewerber gemeldet und zum anderen gab es 88 konkrete Aufträge von den Betrieben, denen wir 157 BewerberInnen vorgeschlagen haben. Insgesamt 48 Personen sind jetzt bei niederösterreichischen Unternehmen beschäftigt. Das ist nicht schlecht!

Die Aktion läuft seit Beginn dieses Jahres. Theoretisch könnte also schon jemand fix übernommen worden sein?

Erfreulicherweise gibt es bereits drei solcher Fälle. Eine junge Dame wurde bereits nach zwei Monaten übernommen, da wurde die Förderdauer gar nicht voll in Anspruch genommen. Das ist für uns der beste Fall.

Es gab aber auch vorzeitige Auflösungen?

Einerseits sind nun einmal nicht alle Stellen aus dem Pool der förderbaren Personen abzudecken. Wenn das so leicht wäre, hätten wir keine Langzeitarbeitslosigkeit.

Und andererseits?

Liegt es manchmal an den nicht so tiefgehenden Stellenbeschreibungen

Wo gibt es in diesen Fällen Unklarheiten?

Das kann schon beim Titel beginnen. Etwa, wenn eine Stelle einfach nur als „Allroundkraft“ beschrieben wird.

Damit könnte ebenso ein Generaldirektor wie auch ein Hausmeister gemeint sein.

(lacht) Richtig. Es geht aber auch oft um die sogenannten Soft Skills. Also um Anforderungen, für die es keine passenden technischen Beschreibungen gibt. Wenn etwa für eine Stelle im Verkauf ein guter sprachlicher Ausdruck oder ganz bestimmte soziale Kompetenzen notwendig sind. Je konkreter hier das Anforderungsprofil ist, desto engmaschiger wird das Sieb für die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber.

Sie im Verein gehen die Stellen-Beschreibungen mit allen Bewerber/innen zuerst durch? 

Ja. Damit ersparen wir den Betrieben auch einiges an Arbeit.

Wie sollte Ihrer Meinung nach ein gutes Anforderungsprofil aussehen?

Wenn wir überhaupt nicht wissen was gemeint ist, fragen wir natürlich zuerst einmal im Betrieb nach. Im Grunde sollte eine Stelle so formuliert sein, dass ein Mensch, der auf diese Stellebeschreibung passt, das auch sofort für sich selbst erkennen kann. Für niederschwellige Berufe ist es nun einmal notwendig, das Profil mit möglichst einfachen Worten zu beschreiben.

Wie schaut es mit dem verbleibenden Budget aus?

Die Betriebe müssen keine Angst haben, dass sie nicht mehr zum Zug kommen. Das Budget ist auf 300 Plätze gerechnet, da ist noch genug im Topf.

Die Förderung im Detail mit Rechenbeispiel:

Bei der Initiative „Jobchance“ beträgt die Förderung für diese Arbeitsplätze 60 Prozent der Lohnkosten und Lohnnebenkosten. Der Verein „Jugend und Arbeit“ übernimmt für diese Zeit die Dienstgeberfunktion und somit auch das Risiko. Unternehmen haben so die große Möglichkeit, ihre zukünftige Arbeitskraft besser kennen zu lernen. Die Kosten für die 300 Plätze im Jahr 2017 betragen dafür rund 3,25 Millionen Euro.  

Konkretes Rechenbeispiel eines Betriebes, der via „Jobchance“ einen neuen Mitarbeiter fand:
Gehalt brutto: 2.407,00 Euro
Eintritt in das Projekt: 16. Jänner 2017
Austritt aus dem Projekt: 15. Mai 2017 (im Anschluss Übernahme in den Betrieb)
Gesamt Lohn- und Lohnnebenkosten: 14.442,00 Euro
Abzüglich der Förderung vom AMS NÖ und Land NÖ: minus 8.665,20 Euro
Gesamtkosten: 5.776,80 Euro

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