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Interview mit Johannes Wild (NÖ Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder)

 "Sog aus Ballungszentren hat das Land erfasst"

© WKÖ Johannes Wild

Es scheint, als hätte es bei den NÖ Immobilien keine großen Preissprünge gegeben?

Wild: Doch, ganz wesentliche, es kommt zu einem Anstieg weit über der Inflationsrate, also sind die Steigerungen eher groß!

Welche Lagen sind am begehrtesten? Gibt es Gewinner/Verlierer?

Wir beobachten, dass die Preise am Land stärker angestiegen sind – auch wenn die Basis geringer ist. Der Sog aus den Ballungsräumen hat nun das breite Land erfasst. In den bisher teuersten Gebieten kam es zu einer gewissen Dämpfung des Anstieges. Es wird sich zeigen, ob der Anstieg so weiter geht. Als Topregion ist heuer St. Pölten anzusehen. Hier greift sicherlich die noch bessere Anbindung an Wien. Der sogenannte Speckgürtel um Wien geht nun bis zur Landeshauptstadt. Auch im Norden hat er sich vergrößert und Hollabrunn mit eingeschlossen.

Leistbares Wohnen ist in Wien ein großes Thema. Gibt es in NÖ genug Wohnungen, oder wünschen Sie sich mehr an Investitionen?

Leider deckt auch in NÖ die gemeinnützige Wohnungswirtschaft nicht den Bedarf. Wie schon im Wirtschaftsparlament beschlossen, muss es den gleichen Zugang zu Wohnbauförderungsmitteln des Landes auch für gewerbliche Bauträger geben. Die freifinanzierten Wohnungen der gewerblichen Bauträger sind leider nicht für alle leistbar, obwohl sie in den Errichtungskosten auch sehr günstig und trotzdem ansprechend sind. Erst durch Förderungen werden sie leistbar. Ein gleichberechtigter Zugang führt zu massiver Bautätigkeit – der Preis sinkt.

Wie entwickelte sich der Büromarkt, wie schaut es bei Mieten für Geschäftslokale und bei den Preisen für Betriebsgrundstücke aus?

Auch in diesen Fällen kommt es zu weiteren Steigerungen. Der Bedarf nach Büroflächen kann gut gedeckt werden. Die Anstiege entsprechen dem allgemeinen Trend, auch aus den erhöhten Baugrundpreisen und Baukosten. Die Mieter in den regionalen Zentren müssen leider mit Erhöhungen – allerdings nur bei Neuanmietung – rechnen. Wer aber abseits von der sehr guten Frequenzlage sein Geschäft eröffnen kann, der wird mit besonders günstigen Mieten belohnt.

Bei Betriebsgrundstücken ist es ähnlich. Wer an eine gute Frequenz gebunden ist, muss mit sehr hohen, gestiegenen Preisen rechnen. Wer sich in die zweite Reihe stellen kann, wird mit günstigen Konditionen belohnt.

Gegen die Verödung von Ortskernen unternehmen Land und WKNÖ seit Jahren große Anstrengungen. Wie sieht das die Immobilienwirtschaft?

Es gibt in NÖ ein zu viel an Verkaufsfläche. Ich denke nicht, dass in Zukunft noch weiter gebaut werden wird. Wegen des zunehmenden Onlinehandels benötigt man noch weniger Flächen. Wir sollten uns eher darauf einstellen, wie wir mit zusätzlichen Leerständen umgehen. Die Umwidmungen in Wohnraum oder sonstige Nutzung sind wegen gesetzlicher Regelungen oft nicht machbar oder aufgrund der Auflagen nicht wirtschaftlich sinnvoll. Es ist nötig, Bauordnungen wesentlich zu entschärfen, denn ungenutzte Flächen beeinflussen das Stadtbild negativ.

Sind Immobilien als Geldanlage nach wie vor ein sicherer Tipp?

Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, wie nachhaltig Immobilien die Vermögenswerte erhalten. Es darf nur nicht ausschließlich daran gedacht werden, hier kurzfristig Gewinne erzielen zu wollen. Immobilien sind langfristige Investitionen, welche sich in Niederösterreich immer gelohnt haben.

Was sind die Vorteile, einen Immobilienmakler zu engagieren?

Die NÖ Immobilienmakler sind hervorragende Experten der Immobilienwirtschaft. Zumeist sind Immobilien die größten getätigten Investitionen. Dies sollte man nicht ohne einen entsprechenden Berater vollziehen. 

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