th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Info-Serie zur Umsatzsteuer: Teil 10

Im 10. Teil der Serie „Umsatzsteuer leicht gemacht“ widmen wir uns den Dienstleistungen an ausländische Unternehmer.

Taschenrechner
© AdobeStock

Wenn Sie an ausländische Unternehmer Dienstleistungen erbringen, haben Sie eine Fülle von Steuervorschriften zu beachten.

Zuerst müssen Sie prüfen, ob der Auftraggeber ein Privatkunde oder ein Unternehmer ist. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil für die Besteuerung der Dienstleistung unterschiedliche Vorschriften gelten.

Tipp: Dienstleistungen an Privatpersonen werden in unserem nächsten Artikel behandelt.

EU- oder Drittland?

Kommt der Auftraggeber aus einem anderen EU-Land und gibt er Ihnen eine Umsatzsteueridentifikationsnummer bekannt, so müssen Sie diese auf ihre Gültigkeit prüfen. 

Kommt der Auftraggeber aus einem Drittland, muss er durch andere geeignete Unterlagen nachweisen, dass er Unternehmer ist. 

Ort der Dienstleistung

Im zweiten Schritt müssen Sie den Ort der Dienstleistung feststellen. Der Ort gibt den Ausschlag, nach welchen Rechtsvorschriften die Dienstleistung zu versteuern ist. Liegt der Ort einer Dienstleistung im Inland, gilt das österreichische Umsatzsteuergesetz. Liegt der Ort der Dienstleistung im Ausland, sind die Rechtsvorschriften des jeweiligen Landes anzuwenden.

Leistungsort bestimmen

Soweit nicht für einzelne Dienstleistungen Sondervorschriften gelten, gelten Dienstleistungen an Unternehmer an dem Ort als ausgeführt, von dem aus der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt (Empfängerort). Wird die Dienstleistung für eine Betriebsstätte (feste Niederlassung) des Leistungsempfängers erbracht, so gilt dieser Ort als Leistungsort. Dies unabhängig davon, wo Sie Ihre Dienstleistung tatsächlich erbringen.

Sonderregelungen gibt es etwa für Grundstücksleistungen, Personenbeförderung, kurzfristige Vermietung von Kraftfahrzeugen, Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen und für Eintrittsberechtigungen sowie damit zusammenhängende Leistungen bei Veranstaltungen.

Liegt der Ort der Dienstleistung im Inland, (etwa bei Grundstücksleistungen), so müssen Sie im Regelfall Umsatzsteuer verrechnen, sofern nicht im Einzelfall eine Steuerbefreiung gilt (etwa als Kleinunternehmer). Die Umsätze sind in der Umsatzsteuervoranmeldung und in der Jahresumsatzsteuererklärung zu melden.

Liegt der Ort der Dienstleistung im Ausland, findet das österreichische Umsatzsteuergesetz keine Anwendung. Sie dürfen keine österreichische Umsatzsteuer verrechnen. Sie ist weder in der UVA noch in der Jahresumsatzsteuererklärung anzugeben. Dienstleistungen, die unter die Generalsklausel fallen und an Leistungsempfänger aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat erbracht werden, müssen in der Zusammenfassenden Meldung dem Finanzamt mitgeteilt werden. 

Reverse Charge System

Sind die Umsätze in einem EU-Mitgliedsland steuerbar und steuerpflichtig, ist zu unterscheiden: Handelt es sich um eine Dienstleistung, die unter die Generalklausel fällt, findet EU-weit zwingend das Reverse Charge System (Umkehr der Steuerschuld) Anwendung. Sie dürfen keine Umsatzsteuer verrechnen und müssen auf der Rechnung einen Hinweis auf die Umkehr der Steuerschuld anbringen. Der ausländische Leistungsempfänger ist für die Versteuerung selbst zuständig, er hat auch den Vorsteuerabzug geltend zu machen.

In den übrigen Fällen, die nicht unter die Generalklausel fallen (etwa Grundstücksleistungen, Tätigkeitsortleistungen), müssen Sie im Einzelfall prüfen, ob im jeweiligen EU-Mitgliedsstaat das Reverse Charge System gilt, oder ob Sie die ausländische Umsatzsteuer verrechnen müssen. 

Die Versteuerung von im Drittland (außerhalb der EU) steuerbaren Umsätzen richtet sich nach den steuerrechtlichen Vorschriften des jeweiligen Landes. Informationen über die Versteuerung in anderen Ländern erhalten Sie von den zuständigen AußenwirtschaftsCentern. 

Sind Sie Empfänger einer von einem ausländischen Leistungserbringer erbrachten Dienstleistung, die in Österreich zu versteuern ist, gilt generell das Reverse Charge System (ausgenommen für Eintrittsberechtigungen und Road pricing). Der ausländische Leistungserbringer darf keine Umsatzsteuer verrechnen. Sie müssen diese Umsätze in der Umsatzsteuervoranmeldung anführen und die Umsatzsteuer selbst berechnen. Wenn sie vorsteuerabzugsberechtigt sind, dürfen Sie gleichzeitig den Vorsteuerabzug geltend machen. 

Im nächsten Serienteil widmen wir uns den Dienstleistungen an Privatpersonen.

Das könnte Sie auch interessieren

.

Online-Plattform „Regional einkaufen“: Ein paar Klicks bewirken viel

2.241 Anmeldungen allein in NÖ zeigen, wie breit der heimische Fachhandel auch online aufgestellt ist. WKNÖ-Präsident Ecker und Spartenobmann Handel Kirnbauer: „Online regional einkaufen sichert Arbeitsplätze und hält Wertschöpfung im eigenen Land – vor allem während des aktuellen Lockdown.“ mehr

V.l. JW NÖ-Vorsitzender Mathias Past, Gewinner  Martin Höbarth und Landesrat  Jochen  Danninger.

MH-Tech holt sich riz up Genius-Preis 2020

Mit einer tragbaren Hubarbeitsbühne hat sich Martin Höbarth von MH-Tec den ersten Platz in der Kategorie „Geniale UnternehmerInnen“ gesichert. mehr