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Feste, Events und Kultur-Highlights sorgen für wirtschaftlichen Höhenflug

Starnacht in der Wachau, Kultursommer NÖ, Nova Rock oder Frequency: In Niederösterreich gehen viele kulturelle Großveranstaltungen reibungslos über die Bühne und kurbeln die Wirtschaft an.

Ein junges Publikum ist von einer Band auf der Bühne begeistert.
© Heimo Spindler Super Stimmung herrschte beim diesjährigen Frequency mit 220.000 Besucherinnen und Besuchern in St. Pölten. Von derartigen Großveranstaltungen kann auch die Wirtschaft profitieren.
St. Pöltens Unternehmen haben sich auf das Großereignis Frequency vorbereitet: Beim Bäcker in der Nähe des Festival-Geländes gibt es ein „Frequency-Frühstück-2go“, im Drogeriemarkt wird ein „Festival-First-Aid-Set“ angeboten und im Baumarkt wäre man mit einem Schlechtwetter-Package mit Gummistiefeln und Regenschutz für alle Fälle gewappnet.
Frequency-Chef Harry Jenner schätzt die Bedeutung des Festivals für St. Pölten und seine Wirtschaft als sehr groß ein: „Es gibt eine unabhängige Studie aus den frühen 2010er-Jahren, die von einer Umwegrentabilität zwischen 15 und 18 Millionen Euro ausgeht.“ 220.000 Besucherinnen und Besucher kamen heuer an den vier Festival-Tagen in die Landeshauptstadt. Über 50 Firmen waren in die Großveranstaltung eingebunden. Nicht mitgerechnet Unternehmen wie Taxibetreiber oder Beherbergungsbetriebe, die als dritte in der Umgebung ebenso profitieren.
„Wir versuchen sehr stark mit der Region zusammenzuarbeiten“, erklärt Rene Voak, der als Inhaber und Geschäftsführer von NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH das VAZ in St. Pölten betreibt, wo das Frequency seit zehn Jahren stattfindet. Immerhin werden vom Bühnenbau über Gastronomie bis hin zum Brückenbau die verschiedensten Sparten abgedeckt. 

Firmen sind bestens für Großereignis gerüstet

Heute nutzt die lokale Wirtschaft das Potenzial der Großveranstaltung, so auch die Hotellerie und Gastronomie in der Region.
„Grundsätzlich muss man sagen, dass das Frequency sehr gut organisiert ist. Durch die internationale Berichterstattung ist der Werbeeffekt für St. Pölten unbezahlbar“, meint Leo Graf, WKNÖ-Bezirksvertrauensmann der Gastronomie St. Pölten. Für seinen Betrieb sieht er die Veranstaltung als „schönes Zubrot“, seinen Gästen bietet er Spezialservices wie ein Langschläferfrühstück, was gerne angenommen wird. Grafs Frequency-Gäste kommen aus aller Herren Länder: von Kanada bis Norwegen.
„Ambush Marketing nennt man im Fachjargon, wenn sich Unternehmen marketingtechnisch an ein Großevent anhängen ohne Lizenzen zu zahlen“, erklärt Gert Zaunbauer, Obmann-Stellvertreter der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKNÖ. Naturgemäß seien traditionelle Tourismusbetriebe wie Gastronomie und Unterkunft die Hauptnutznießer von Großevents. Aber „mit etwas Kreativität und einem Grundmaß an Social Media Kenntnissen lässt sich für jeden Betrieb ein Mehrwert finden.“ Zaunbauer empfiehlt die Gewährung von Spezial-Rabatten nach Vorweisen der Eintrittskarte oder Tickets als Preis bei Gewinnspielen zu verwenden. 

Ganze Region profitiert von Events

Beim Frequency reagierten die Geschäfte in unmittelbarer Nähe mit einem extra auf die Nachfrage abgestimmten Sortiment, welches teilweise am eigenen Parkplatz angeboten wurde, um den Andrang und die Wartezeit im Geschäft nicht zu erhöhen.
Die Vorteile von Großevents liegen für Event-Experten Zaunbauer auf der Hand: „Sie sind die medienträchtigen Speerspitzen der Freizeitwirtschaft. Man ist in aller Munde und der Veranstalter bewirbt mit seinem Event gratis eine ganze Stadt beziehungsweise eine Region mit.“
Die Herausforderung sei es dann, über die Großveranstaltung hinaus einen touristischen Mehrwert über einen größeren Zeitraum zu generieren. Die sei zu schaffen. „Vergleichen Sie nur Kitzbühel oder Schladming, wo weit über die FIS-Rennen hinaus der Wintertourismus eine ganze Region versorgt“, nennt Zaunbauer sofort ein Beispiel. Allen voran sei die Zusammenarbeit mit Profis wichtig. Dies beginne bei der Konzeption, gehe über die Planung und Organisation und ende in der Umsetzung, die WKNÖ steht den Unternehmen dabei zur Seite, versichert Zaunbauer. 



Porträtfoto
© Josef Bollwein Wolfgang Ecker, Spartenobmann Gewerbe & Handwerk

„Die vielen kulturellen Veranstaltungen in Niederösterreich bereichern das ganze Land, da sie flächendeckend in alle Regionen zu finden sind. Von den Investitionen, die von solchen Veranstaltungen ausgehen, profitieren die Unternehmen vor Ort, natürlich auch die Gewerbe- und Handwerksbetriebe.
Veranstaltungsräumlichkeiten sind einzurichten, zu renovieren, zu ergänzen oder zu reinigen, die Außenanlagen werden gestaltet, technisches Equipment wird benötigt, Zelte werden aufgestellt, Fotografenaufträge vergeben und vieles mehr. Großveranstaltungen bieten unterschiedliche Präsentations- und Werbemöglichkeiten, analog und digital. Werkverträge, die bei größeren und internationalen Festivals ausgeführt worden sind, haben eine für die Unternehmen hohen Referenzwert.  Mein Tipp für alle Betriebe, um von Großveranstaltungen zu profitieren: Sollten Auftraggeberanfragen gestellt werden, unbedingt ein Angebot abgeben.“


„Großveranstaltungen wie Festivals oder Konzerne spielen vor allem lokal eine Rolle. Aufgrund der Vielzahl an Besuchern bei solchen Veranstaltungen können Händler in der Region die zusätzliche Kaufkraft für ihr Geschäft nutzen. Überregional schaffen es vor allem die großen Markenanbieter die Events für ihre Marketingaktivitäten zu verwerten und neue Produkte abzutesten.
Großveranstaltung können ein zeitlicher Mehrumsatzbringer für Handelsunternehmen sein. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass nicht alle Handelsbranchen gleichermaßen davon profitieren. Wichtig ist, die konkrete Ausrichtung des Angebots auf die Bedürfnisse der Festivalbesucher. Lebensmittelhändler können etwa kleine Imbisse anbieten und müssen sich auf eine hohe Nachfrage in ihrer Getränkeabteilung vorbereiten. Gefragte Produkte sind sicherlich aber auch Zelte, Campingsessel, Batterien, Handyladegeräte und je nach Wetterlage Sonnenschutz oder Gummistiefel.“


Porträtfoto
© Andreas Kraus Franz Kirnbauer, Spartenobmann Handel
Porträtfoto
© Gerald Lechner Mario Pulker, Spartenobmann Tourismus & Freizeitwirtschaft

„Großveranstaltungen transportieren positive Bilder unseres Bundeslandes in alle Welt und fördern unser Image erheblich.
Gerade wenn das Wetter mitspielt, entstehen Werbeeffekte, die kaum zu bezahlen wären. Damit kommt zur unmittelbaren Wertschöpfung in der Gastronomie und Hotellerie auch noch die Hoffnung, viele der Gäste, Besucher und Zuseher zukünftig als Individualreisende begrüßen zu können.
Auch wenn es von außen nicht unbedingt so erscheint: Die Besucher dieser Großveranstaltungen sind eine überraschend heterogene Gruppe. Das fängt beim Alter an und reicht über die finanziellen Möglichkeiten bis hin zu den Komfortansprüchen. Daher können auch Betriebe im gehobenen Segment Umsätze generieren, allenfalls mit den Künstlern selbst. Damit lassen sich neue Gästeschichten erschließen und imagefördernde Maßnahmen setzen. Wer würde nicht gerne einen internationalen Star in seinem Haus beherbergen?
Für den Betrieb geht es darum, sich in das Publikum hineinzuversetzen und zu überlegen, welche Wünsche es geben könnte. Eigene Packages mit Abholung vom St. Pöltner Hauptbahnhof wären im Fall des Frequency eine Idee. Auch die von den erwarteten Gästen bevorzugten Medien sollte man kennen, um das eigene Haus gezielt zu bewerben. Ich rate jedoch, genau zu überlegen, ob sich die geplante Aktion auch mit dem eigenen Betrieb und den restlichen Gästen verträgt: Feierwütige mit Erholungssuchenden zur selben Zeit zu beherbergen, wird wahrscheinlich zu Frusterlebnissen führen."


„Großveranstaltungen beleben insgesamt die Wirtschaft und somit auch die Verkehrswirtschaft. Einerseits die Personenbeförderung durch Taxi und Mietwagen  – sind fünf Tage lang ausgebucht – oder Omnibusse und die Bahn.
Andererseits auch die Tankstellen und die Transportwirtschaft. Sie können hier in sehr kurzer Zeit überproportionale Umsätze lukrieren. Die Transportwirtschaft bringt jegliche Versorgungsgüter und entsorgt im Anschluss auch die Abfälle.
Insgesamt wird die regionale Wirtschaft belebt – zwei Wochen vor und eine Woche nach der Veranstaltung ist mehr als Vollbeschäftigung. Wenn eine entsprechende (Personal-)Planung vernünftig gemacht wird, können mit diesen Umsätzen auch gute Erträge erwirtschaftet werden.
Planung ist das um Um und Auf. Wenn es gelingt, den Festival-Teilnehmern zu demonstrieren, dass die Organisation in allen Bereichen – und da gehören natürlich die Gewerbebetriebe dazu – perfekt ist, bleibt dieser Event in positiver Erinnerung. Die Festival-Teilnehmerinnen und Teilnehmer von heute sind die Entscheider und eventuell Meinungsbilder von morgen.“
Portr
© Josef Henk Franz Penner, Spartenobmann Transport & Verkehr

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