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Lernen von den Weltmarktführern Atomic und Rosenbauer

Wie der Spezialist für Feuerwehrausrüstung, Rosenbauer, und der Weltmarktführer der Skiproduktion, Atomic, Digitalisierung in der Fertigung einsetzen, erfuhren 30 Teilnehmer aus Niederösterreich vor Ort.

Die Produktion des Flughafenlöschfahrzeugs Panther (l.) bei Rosenbauer in Leonding beeindruckte die Unternehmensvertreter.
© Lohfink Die Produktion des Flughafenlöschfahrzeugs Panther (l.) bei Rosenbauer in Leonding beeindruckte die Unternehmensvertreter.

Man muss kein Feuerwehrhauptmann sein, um bei der Werksführung durch die Rosenbauer International AG in Leonding bei Linz ins Staunen zu kommen. Sei es bei der Fertigung der so genannten AT-Reihe, also jenes Feuerwehrfahrzeugs, das bei den Freiwilligen Feuerwehren des Landes zum Einsatz kommt, oder des absoluten Flaggschiffs von Rosenbauer: dem Panther, der weltweit auf Flughäfen zu finden ist. 

Beindruckt zeigten sich auch die 30 Exkursionsteilnehmer aus Niederösterreich, die sich auf Einladung der Technologie- und Innovationspartner (TIP) NÖ sowie der WKNÖ-Sparte Industrie vor Ort über die Einsatzmöglichkeiten von Industrie 4.0-Lösungen informierten. Im Fokus stand die praktisch papierlose Fertigung. In der gesamten Montagehalle des Weltmarktführers finden die Besucher fast keine Zettel mehr.

Peter Wurm, GF Voith Digital Solutions Austria
© Lohfink Peter Wurm, GF Voith Digital Solutions Austria

„Wir bei Voith verfolgen eine klare digitale Agenda und haben dafür unsere Kompetenzen in einer eigenen Division gebündelt. Bei der Rosenbauer AG haben mich der Grad der Automatisierung und die daraus resultierenden Lösungsansätze in der Fertigung beeindruckt.“  

Florian Grössbacher, ZKW Group GmbH:
© Lohfink Florian Grössbacher, ZKW Group GmbH

„Die Exkursion zeigte, was andere Unternehmen in Sachen Digitalisierung unternehmen. Wir müssen uns nicht verstecken, aber eines ist sicher: Alle Betriebe haben noch Luft nach oben.“

Dieter Körbisser, GF Weinviertler Mechatronik Akademie GmbH
© Lohfink Dieter Körbisser, GF Weinviertler Mechatronik Akademie GmbH

"Es hat sich gezeigt, bevor Digitalisierung zum Einsatz kommt, braucht es Lean Management, und: Digitalisierung bedeutet nicht immer den Einsatz von Robotern.“

Johann Stifter, GF Hirtenberger Automotive Safety GmbH & Co KG
© Lohfink Johann Stifter, GF Hirtenberger Automotive Safety GmbH & Co KG

„Digitalisierung bedeutet Effizienzsteigerung in allen Unternehmensbereichen. Damit werden Ressourcen gespart und die Umwelt nachhaltig entlastet.“


Montagecockpits sorgen für Effizienz 

Die Monteure erfahren nach dem Einloggen an der Maschine auf sogenannten Montagecockpits ihre Arbeitsschritte, gleichzeitig protokolliert das System die Tätigkeiten mit. „Damit standardisieren wir nicht nur die Arbeitsschritte bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung, sondern erleichtern unseren Mitarbeitern das Arbeiten. Sie müssen nicht mehr während oder nach der Arbeit Zettel ausfüllen“, erklärt Anton Klucsarits vom Industrial Engeneering bei Rosenbauer International. Besonders bei A-Klasse Verschraubungen, die dokumentierpflichtig sind, sei dies eine enorme Erleichterung. 

Auch das Schrauben selbst wird mit WLAN-Drehmomentschlüssel durchgeführt, der die vorgesehenen Newtonmeter vorgibt. Beim Befüllen des Motors mit Medien wie Öl oder Kühlflüssigkeit wird exakt die Menge verwendet, die benötigt wird – sollte irgendwo ein Leck sein, wird dies erkannt.
Rosenbauer verwendet außerdem auch I-Boxen für die Schraubenbestellung, die selbst bestellen oder rüstet die Fahrzeuge während der Produktion mit GPS-Sendern aus, um sie jederzeit und von jedem Arbeitsplatz aus finden zu können. Klucsarits: „Mit diesem System sind wir äußerst flexibel und transparent und können weiterhin die speziellen Kundenwünsche berücksichtigen.“

Wolfgang Spanny, Salzer Formtech GmbH
© Lohfink Wolfgang Spanny, Salzer Formtech GmbH

„Industrie 4.0 hat viele Gesichter. Handarbeit wird digital unterstützt oder Roboter werden eingesetzt. Wir selbst setzen mit Robotern mehr Maschinen mit gleich viel Personal ein.“

Barbara Haiden, TIMAC AGRO
© Lohfink Barbara Haiden, TIMAC AGRO

„Was alles mit dem Einsatz von Digitalisierung möglich ist, beeindruckt. Es beruhigt aber auch, zu sehen, dass es Prozesse sind, die nicht von heute auf morgen geschehen.“

Johannes Matiasch, Fried. v. Neuman GmbH
© Lohfink Johannes Matiasch, Fried. v. Neuman GmbH

„Digitalisierung ist bei mittelständischen Unternehmen angekommen und wird weiter an Bedeutung gewinnen. Bei Industrie 4.0 geht es nicht nur um die Vernetzung von Maschinen und Daten, sondern auch darum, Menschen untereinander zu vernetzen und voneinander zu lernen.“

Friedrich Riess, GF Riess Kelomat GmbH
© Lohfink Friedrich Riess, GF Riess Kelomat GmbH

„Zu sehen, wie bei Handarbeit Digitalisierung eingesetzt wird, ist unglaublich spannend. Genauso der Vergleich, wo man selbst steht. Wir selbst überlegen, den gezeigten Weg einzuschlagen und unser Unternehmen auf den Digitalisierungsgrad einschätzen zu lassen.“ 


Atomic: Digitale Lösung bringt Flexibilität

Flexibilität stand auch bei der Atomic Austria GmbH in Altenmarkt im Pongau bei den Überlegungen zu Industrie 4.0-Lösungen an erster Stelle. „Unser Geschäft ist stark saisonal geprägt, gleichzeitig müssen wir bei der Produktion selbst eine flache Kurve ohne Spitze halten“, erklärt Corinna Grabner, Projektmanagerin bei Atomic.

Bei einer Produktionsmenge von knapp einer Million Ski, aller Marken des Amer Sports Konzerns, zu dem Atomic seit 1994 gehört, eine Herausforderung. Mit der Einführung der digitalen Produktion, wo jeder Ski mit QR-Code digital registriert wird, steht dem Unternehmen nun bestes Datenmaterial zur Verfügung, um dieses Ziel noch besser zu erreichen.

„Wir wissen heute ganz genau, wo wir bei der Produktion stehen und mit Datenmanagement können wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen“, erklärt Atomic-General Manager Wolfgang Mayrhofer (siehe Interview).

Ebenso wie Rosenbauer schaffte Atomic mit der Umstellung in Richtung Smart Factory Effizienz- und Qualitätssteigerungen. Ein Ziel, das auch die 30 mitgereisten Unternehmensvertreter formulierten. Unterstützt und gefördert werden sie von den TIP NÖ und der Sparte Industrie:
www.tip-noe.at
wko.at/noe/industrie


Interview mit Wolfgang Mayrhofer, General Manager Atomic Austria GmbH

Wolfgang Mayrhofer, General Manager Atomic Austria GmbH
© Lohfink


Was zeichnet die Innovationskraft von Atomic aus?

Mayrhofer: Innovation ist in allen Branchen das Um und Auf – die Skiindustrie ist keine Ausnahme. Wir entwickeln uns permanent weiter. Ein Beispiel: Wir haben bei der Alpinski-Entwicklung viel vom Boom der Tourenski gelernt, die eine viel leichtere Bauweise haben. Innovationskraft sichert uns die Nummer eins Position der Branche. Wir sind produktgetrieben. 

Was waren die Gründe, sich verstärkt mit der Digitalisierung zu beschäftigen?

Um noch effizienter und qualitätsvoller zu werden, entschieden wir uns, die Produktion auf den Einsatz von Digitalisierung zu prüfen. In einem strukturierten Prozess wurde zunächst der Digitalisierungsgrad analysiert,  Zielsetzungen ausgegeben und dann mit der Umsetzung begonnen.

Welche Vorteile bringen diese Maßnahmen?

Wir produzieren weniger Ausschuss und können schneller reagieren. Weil wir durch die Vielzahl an Daten rascher in den Produktionsablauf eingreifen können, sparen wir auch Zeit. Vieles passiert automatisch, wo vorher Excel-Listen ausgefüllt werden mussten. Mit der intelligenten Automatisierung und selbstrüstenden Anlagen schaffen wir  in einem Produktionsschritt den gleichen Output wie vorher in drei Schritten. Außerdem sparen wir Kosten bei Instandhaltung und Reparaturmaßnahmen.

Hat sich die Denkweise bei den Mitarbeitern verändert?

Wir spüren Mut zur Weiterentwicklung. Intern haben wir hier eine „Talent Pipeline“. Wir coachen unsere Mitarbeiter gezielt und bieten Mentoring-Programme. Sie sind nicht alleine im Prozess der digitalen Umstellung. Gemeinsam sind wir mutig und trauen uns auch etwas!

Wie ist es, als Niederösterreicher Chef von Atomic zu sein und wie entwickelt sich der Skisport? 

Es geht mir sehr gut hier in Altenmarkt. Die Tradition, die hier gelebt wird, ist einzigartig. Seit 1955 werden hier Ski erzeugt, aus der Region Pongau/Enns  stammen sehr viele begnadete Skifahrer wie Marcel Hirscher, Hermann Maier oder Alexandra Meissnitzer. Das macht es besonders. Der Skisport selbst entwickelt sich richtig. Die Leute, die heute Ski fahren, nehmen den Sport ernst und schätzen gute Produkte. Und mit der angesprochenen Innovationskraft sind wir für sie der richtige Partner.  

Alle Fotos der Exkursion

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