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Auf Augenhöhe mit Global Players mithalten

Mit dem Thema „Die EU als weltpolitischer Player - Europa als Garant für Sicherheit und Wohlstand“ befasste sich eine hochrangig, besetzte Veranstaltung in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) in St. Pölten.

Gruppenfoto der genannten Personen vor einem Roll-up.
© Josef Bollwein V.l.: Landesrat Martin Eichtinger, Europa-Staatssekretärin a.D. Brigitte Ederer, Prof. Christian Keuschnigg von der University of St. Gallen und WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser.

Außer Streit stand dabei die Sinnhaftigkeit der Europäischen Union und deren Grundsätzen, wie etwa der freie Waren- und Dienstleistungsverkehr. „Verbote und Sanktionen in Form von Strafzöllen sind Gift für unsere Wirtschaft“, eindringlich warnte WKNÖ-Vizepräsident Christian Moser davor, über Jahre mühsam Aufgebautes mit einem Schlag leichtfertig zu zerstören. „Freihandelsabkommen sind eine Erfolgsstory vor allem für unsere KMU“, meinte Moser in Anspielung auf die oft sehr unsachlich geführten Diskussionen. Dabei gehe es gar nicht so sehr um die Zollfreiheit, sondern um den Wegfall weiterer Handelshemmnisse: „So sind etwa die Streitbelegungsmechanismen unheimlich wichtig für KMU. Konzerne können es sich irgendwie richten, diese beschäftigen ihre Juristen, aber ein kleines Unternehmen kommt bei einem internationalen Rechtsstreit zumeist unter die Räder.“ 

Ebenso war sich die Runde der Vortragenden mit dem für internationale Beziehungen zuständigen NÖ Landesrat Martin Eichtinger, dem an der Universität St. Gallen tätigen Ökonomen Professor Christian Keuschnigg sowie der ehemaligen Staatssekretärin und Industriemanagerin Brigitte Ederer darin einig, dass nur eine starke EU ein wirkliches Gegenwicht zu Global Playern wie China oder USA bilden könne.

Freier Warenverkehr essentiell für NÖ Wirtschaft

„Ohne EU könnte ich mir unser Unternehmen gar nicht vorstellen.“ Mit dieser Aussage ließ Volker Fuchs, Geschäftsführer des im Waldviertel beheimateten, international tätigen Spezialanlagenbauers für die Luftfahrt, aufhorchen. Für eine kleine exportorientierte Binnenwirtschaft, wie es die niederösterreichische nun einmal ist, sei der freie Warenverkehr ganz einfach essentiell. „Schauen wir doch bitte gegen wen wir am Weltmarkt antreten müssen“, so Fuchs.

Wie sehr niederösterreichische Aufträge und damit Arbeitsplätze in einer globalisierten Welt von den Entscheidungen der Mächtigen abhängen, verdeutlichte Bernhard Dichtl, Geschäftsführer der Georg Fischer Fittings mit Sitz in Traisen, an einem Beispiel. 100 Tonnen Fittings lagerten schon in den Containern bereit zum Abtransport in den Iran, als in Folge des Wiederauflebens der Sanktionen durch die USA, „das Geschäft mit einem Mal kaputt war“.  Diese Problematik im Iran-Geschäft sprach auch der Moderator der Veranstaltung, Christian Mandl, Leiter der Stabsabteilung EU-Koordination der WKÖ, an.

Global payer statt global player? 

Soweit dürfe es nicht kommen, meinte Prof. Christian Keuschnigg. Die EU müsse alles daran setzen, um am Weltmarkt nicht an Bedeutung zu verlieren. Europa sei zwar noch in den „alten Industrien stark“, verliere jedoch insgesamt betrachtet langsam aber sicher an Terrain, währenddessen vor allem China ständig an Marktanteilen dazugewinne.  Hatte sich das Reich der Mitte noch vor wenigen Jahren auf das Nachahmen spezialisiert, so verfolge es nun gezielt eine proaktive Strategie. Nicht nur, dass sich die Chinesen zurzeit auf Firmeneinkaufstour durch Europa befänden, es würde ganz nach Plan der Fokus auf Forschung und Entwicklung gerichtet, meinte Brigitte Ederer: „Die Top Ten der Patentanmeldungen - und zwar in Europa -  führt mittlerweile ein chinesisches Unternehmen an.“ 

Blick mehr auf große Themen richten 

Überhaupt müsse der Fokus in der EU noch viel mehr auf die großen Themen gerichtet sein, zum Beispiel auf Zukunftstechnologien, so der allgemeine Tenor. Dazu zähle laut einhelliger Meinung aller ExpertInnen, darunter Paul Schmidt von der ÖGFE (Österreichische Gesellschaft für Europapolitik), der Halbleiterbereich. Erst an 13. Stelle - nach lauter asiatischen und amerikanischen Firmen -  findet sich hier jedoch das erste europäische Unternehmen, welches erfreulicherweise das österreichische Unternehmen Infineon ist. Ebenso kritisch hinterfragt wurde an diesem Abend die Wettbewerbspolitik der EU, die das Entstehen großer europäischer Unternehmen verhindere. „Außer Airbus gibt es praktisch niemanden der auf Augenhöhe mit den Global Playern mithalten kann“, sagte Brigitte Ederer. Allerdings würden bei aller berechtigten Kritik an so manchen bürokratischen Auswüchsen, die von Brüssel ausgegebenen Spielregeln insgesamt durchaus Sinn machen. So meinte Marc Fähndrich von der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich mit Blickrichtung Italien: „Gerade jetzt bei guter Konjunkturlage ist es Zeit das Dach wetterfest zu machen. Wenn ein Staat die Sparvorgaben dauerhaft verletzt, so gefährdet er dadurch die Stabilität der EU und schadet damit letztendlich auch seinen eigenen Bürgern.“

Moderator war Christian Mandl, Leiter der Stabsabteilung EU-Koordination der WKÖ.


Veranstaltung "Die EU als weltpolitischer Player - Europa als Garant für Sicherheit und Wohlstand", Copyright: Josef Bollwein

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