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Energieabgabenvergütung bald für Dienstleister? Jetzt Antrag stellen

Europäische Gerichtshof berät, ob Dienstleister von einer Rückvergütung von Energieabgaben ausgeschlossen bleiben.

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© Josef Schauer-Schmidinger / Inhouse GmbH. Wien/2008 Derzeit prüft der Europäische Gerichtshof, ob auch Dienstleister eine Rückvergütung von Energiekosten bekommen. Deshalb: Antrag stellen!

Prinzipiell können sich Unternehmen, deren Schwerpunkt in der Herstellung körperlicher (materieller) Wirtschaftsgüter besteht (=Produzenten), einen Teil der bezahlten und verbrauchten Energieabgaben über einen Antrag beim Finanzamt (Formular ENAV1 bzw. ENAV3) zurückholen. (Details siehe Kasten).


Wieso nur Produzenten?

Diese Einschränkung kam durch eine Gesetzesänderung im Jahr 2011 zu Stande: Dabei wurde eben der Anspruch auf Energieabgabenvergütung auf Betriebe eingeschränkt, deren Schwerpunkt in der Herstellung körperlicher
Wirtschaftsgüter besteht.

Beschwerde eines Wellnessbetriebes

Die Frage, wieso nur Produzenten diese Vergütung in Anspruch nehmen können, hat sich auch ein Wellnessbetrieb gestellt: Im Gefolge
einer 1. EuGH-Entscheidung hat das Bundesfinanzgericht Linz m 3. August 2016 der Beschwerde dieses Wellnessbetriebes stattgegeben, wonach die Einschränkung für Dienstleistungsbetriebe nicht EU-konform sei und hat
die Energieabgabenvergütung für 2011 zuerkannt.

Verwaltungsgerichtshof hat Zweifel

Gegen diese Entscheidung hat das Finanzamt Revision beim Verwaltungsgerichtshof eingelegt. Für den Verwaltungsgerichtshof
haben sich erneut Zweifelsfragen ergeben, sodass er ein neuerliches
Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH gerichtet hat.
Es kann daher noch nicht abschließend beantwortet werden,
ob Dienstleister energieabgabenvergütungsberichtigt sind.

Zur Sicherheit jetzt Antrag stellen!

WKNÖ-Finanzexperte Franz Kandlhofer: „Für Dienstleistungsunternehmen
(z.B. Hallenbäder) bedeutet dies, dass es sich unter Umständen lohnt, jetzt den Antrag – zumindest für das Wirtschaftsjahr 2013 – abzugeben, um keine
Frist zu versäumen. Wenn EuGH und VwGH in der Folge den Vergütungsanspruch
für Dienstleistungsunternehmen verneinen, wäre diese Mühe allerdings vergebens gewesen.“

So holen Sie sich Ihre Energiekosten zurück

Worum geht es?

Unternehmen, deren Schwerpunkt in der Herstellung körperlicher
(materieller) Wirtschaftsgüter besteht, können sich einen Teil der
bezahlten und verbrauchten Energieabgaben über einen Antrag
beim Finanzamt (Formular ENAV1 bzw. ENAV3) zurückholen.


Welche Abgaben kann ich mir zurückholen?
Die Abgaben betreffen:

  • Elektrizitätsabgabe
  • Erdgasabgabe
  • Kohleabgabe
  • Mineralölsteuer

Wie lange rückwirkend kann ich den Antrag stellen?

Der Antrag auf Rückvergütung kann fünf Jahre rückwirkend eingebracht
werden. Die Frist beginnt mit Ablauf des Wirtschaftsjahres.
Der Antrag für 2013 ist demnach im Regelfall bis 31.12.2018
möglich. Bei schiefem Wirtschaftsjahr (Jahresabschluss unterjährig)
muss der Antrag entsprechend früher – vor Ablauf der Fünf-Jahresfrist
nach Ende des Wirtschaftsjahres – eingebracht werden.

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