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Ein ganz gefährlicher Weg

Protestkundgebung der Drucker-Gewerkschaft vor dem Betrieb von Fachverbandsobfrau Ingeborg Dockner. WKNÖ-Chefin Zwazl kritisiert persönliche Angriffe auf FunktionärInnen scharf.

Von Arnold Stivanello
Knapp 200 Demonstranten machen lautstark Stimmung gegen Ingeborg Dockner, Inhaberin des gleichnamigen mittelständischen Druckereibetriebes in Kuffern.
© WKNÖ/Stivanello Knapp 200 Demonstranten machen lautstark Stimmung gegen Ingeborg Dockner, Inhaberin des gleichnamigen mittelständischen Druckereibetriebes in Kuffern.

Schauplatz vor der Druckerei Dockner, Kuffern im Bezirk St. Pölten: Einen solchen Menschenauflauf dieser Art hat die gerade einmal etwas über 300 Seelen zählende Ortschaft noch nicht gesehen. Es sind mehrere Abordnungen der Gewerkschaft Druck, Journalismus und Papier, welche mit Bussen aus ganz Österreich angekarrt worden sind und vor dem Betrieb sowie Wohnhaus der Familie Dockner ein Pfeifkonzert veranstalten. 

Befremdlich und skurril

Die Szene wirkt befremdlich und irgendwie skurril: Knapp 200 Demonstranten machen lautstark Stimmung gegen Ingeborg Dockner, Inhaberin des gleichnamigen mittelständischen Druckereibetriebes in Kuffern. Dockner hat ihr Familienunternehmen selbst aus den kleinsten Anfängen aufgebaut. Dass sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einwandfrei behandelt, wird ihr sogar von den aufgebrachten DemonstrantInnen attestiert. Ihr Pech ist es jedoch, dass sie Obfrau des Fachverbandes Druck in der Wirtschaftskammer Österreich ist. „Da habe sie halt”, so eine Demonstrantin, „eine blöde Karte erwischt“. In dieser Funktion wird nämlich Dockner von der Gewerkschaft vorgeworfen, Gespräche über einen neuen Drucker Kollektivvertrag zu verschleppen. 

Demokratische Willensbildung erforderlich

Zur Vorgeschichte: Nach der Zurücklegung des KV-Mandats durch den privatrechtlichen Verband Druck und Medientechnik, der Mitte dieses Jahres Rechtskraft erlangte, forderte die Gewerkschaft den Fachverband auf, die Verhandlungen aufzunehmen. Dafür fehlt Dockner jedoch noch das erforderliche Mandat. „Wir haben der Gewerkschaft mehrfach mitgeteilt, dass wir an einer demokratischen Willensbildung unserer Mitgliedsunternehmen und Ländergruppen, die uns das Verhandlungsmandat erteilen müssen, intensiv arbeiten – und dass das bis November dieses Jahres erledigt sein wird. Wir haben weiters angeboten, dass die Gewerkschaft im Sinne umfassender, schneller Information ihre Position dazu – gerne auch über unsere Kommunikationskanäle – allen Unternehmen direkt darlegt“ erläutert Dockner.

Ingeborg Dockner: „Es ist nicht akzeptabel, wenn FunktionärInnen persönlich attackiert werden!“
© Helge Wöll Ingeborg Dockner: „Es ist nicht akzeptabel, wenn FunktionärInnen persönlich attackiert werden!“


Nicht Stil der Sozialpartnerschaft

Statt auf dieses Angebot einzugehen, wird die Wirtschaftskammerfunktionärin auf Plakaten und Spruchbändern persönlich angegriffen. Eine Stunde lang ließen die Redner der Gewerkschaft vor dem Betrieb und Wohnhaus der Familie ihren Ärger freien Lauf. Diese Vorgehensweise wird von der Präsidentin der Wirtschaftskammer NÖ, Sonja Zwazl, bedauert und mit scharfen Worten kritisiert: „Dies entspricht nicht dem Stil der Sozialpartnerschaft, den wir im Land pflegen. WirtschaftsvertreterInnen persönlich anzugreifen, ist ein absolutes ,No Go’. Partnerschaft bedeutet gegenseitig Wertschätzung und ein Umgang auf Augenhöhe. Erfolgreich verhandelt wird am Tisch und nicht auf der Straße – und schon gar nicht mittels persönlicher Attacken.” 

Druck auf Unternehmen und persönliches Umfeld

Ingeborg Dockner selbst hält die Kampfmaßnahmen der Gewerkschaft nicht nur sachlich für nicht gerechtfertigt: „Diese sind gelinde gesagt kontraproduktiv. Es macht unsere Bemühungen um einen neuen Kollektivvertrag nicht einfacher und was soll es bringen? Soll ich die demokratischen Spielregeln in unseren Fachgruppen brechen?“, fragt die Fachverbands-
obfrau. „Von der Sache her ist mir schlicht nicht verständlich, warum die Gewerkschaft die Gesprächsbasis zu diesem Zeitpunkt so massiv gefährdet. Vom Stil her muss ich mich gegen diese Art, meine Tätigkeit als Branchenvertreterin über persönlichen Druck auf mein Unternehmen und mein berufliches Umfeld beeinflussen zu wollen, verwahren. Es ist nicht akzeptabel und ein ganz gefährlicher Weg, wenn FunktionärInnen persönlich attackiert und deren Betriebe gezielt geschädigt werden.“


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