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Das war natürlich ein Reifeprozess

Mit „Let’s Walz“ auf ein Auslandspraktikum: Wer schon dabei war, blickt auf seine „Walz“ mit Freude zurück – Lehrlinge ebenso wie ihre Ausbilderbetriebe.

© Andreas Kraus Die „2018er-Stipendiaten“ von Let’s Walz – insgesamt 69 – sammeln ab September Erfahrungen in Deutschland, Großbritannien, Italien, Irland und Polen.

Der Hradschin also. Unabhängig voneinander nennen Claus Diem und Sabine Ruttner die historische Burg als jenen Platz in Prag, der sie besonders beeindruckt hat. Wobei Sabine Ruttner das noch präzisiert: „Der Hradschin bei Nacht“, sagt sie.

Sabine Ruttner und Claus Diem – beide waren sie, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten, in Prag. Beide lieben die Fotografie, die eine sogar als Beruf, der andere als Hobby. Und beide haben sie in Tschechien ein vierwöchiges Praktikum im Zuge der WKNÖ-Initiative „Let’s Walz“ absolviert, über die Niederösterreichs Lehrlinge kostenlos Auslandserfahrungen sammeln können.

„Reden mit Händen und Füßen“

„Ja, jederzeit“, antworten beide rückblickend ohne Zögern auf die Frage, ob sie wieder „auf die Walz“ gehen würden. „Meine Erwartungen wurden voll getroffen“, ergänzt Diem. Er habe im kleinen tschechischen Betrieb andere – „unkonventionelle“ – Arbeitsabläufe und -techniken kennengelernt, „mit neuen Rezepten gearbeitet“, so der Konditorlehrling. Ruttner, die die Lehre Berufsfotografie ergriffen hat, übte sich in Prag in Reportagefotografie anhand einer französischen Gruppe in einer Sprachschule und in Produktfotografie für ein Hutgeschäft. Wie es mit der Verständigung geklappt hat? Einerseits habe man in einem Sprachkurs das Nötigste gelernt, so Ruttner. „Außerdem kommt man mit Englisch relativ weit.“ Und Diem mit einem Lächeln: „Mit Händen und Füßen ist es schon gegangen.“

Von Vicenza nach Deutschland

Ortswechsel: Celine Lapiere hat ihr „Let’s Walz“-Praktikum als angehende Maler- und Beschichtungstechnikerin im italienischen Vicenza verbracht. Mittlerweile hat sie ihren Lehrabschluss – und ist in Deutschland gelandet, obwohl auch ihr italienischer Gastbetrieb sie gleich behalten wollte.

Das Internationale sei irgendwie immer in ihr gewesen, so Lapiere. Die Erinnerung an „Let’s Walz“ bringt sie zum Schwärmen. „Irrsinnig schön“, „jederzeit wieder“, „kann ich nur jedem empfehlen“, schießt es im NÖWI-Gespräch aus ihr heraus. „Man wächst einfach.“ Besonders begeistert hat sie die „nette und liebevolle Aufnahme“ in ihrem Gastbetrieb, wo sie ab dem ersten Tag voll mitarbeiten durfte. Und trotzdem hat der Aufenthalt auch ihr Bild vom eigenen Ausbildungsbetrieb, der Firma Paukowitsch in Ober-Grafendorf, verändert.

„Man schätzt den eigenen Betrieb, den Umgang und die Ausbildung gleich noch mehr.“

„Man kriegt’s vom Lehrling vielfach zurück"

Doch zurück zu Sabine Ruttner und Claus Diem: Die Begeisterung für „Let’s Walz“ eint nicht nur die beiden Lehrlinge, sondern auch ihre Ausbilder.

Als er den Brief der Wirtschaftskammer Niederösterreich bekommen habe, ob man Lehrlinge nicht zu einem Auslandspraktikum schicken wolle, habe er sofort gedacht: „Das wäre was für Claus“, berichtet Konditor Ronald Köller von der gleichnamigen Konditorei in Wiener Neustadt.

Und nahezu gleichzeitig sei Diem mit dem an die Lehrlinge gerichteten Einladungsbrief zu ihm gekommen: „Chef, das täte ich gern.“

Auch für den in Baden und Traiskirchen aktiven Fotografen Christian Schörg war „sonnenklar, dass Sabine das macht“. Die Initiative werte die Lehre auf, biete den Jugendlichen neue Erfahrungen, zeige auf, welch‘ tolle Möglichkeiten man mit einer Lehre hat, sind sich Schörg und Köller einig. Er könne nur „jeden Betrieb ermutigen“, seine Lehrlinge auf die Walz zu schicken, so Köller. „Man kriegt’s vom Lehrling vielfach zurück.“ Ob sich Lehrling Diem in den vier Wochen Prag verändert hat? „Sehr“, kommt Köllers spontane Antwort. „Das war natürlich ein Reifeprozess. Er ist gewachsen“ – körperlich wie auch als Persönlichkeit. Auch Fotograf Christian Schörg ortet bei Sabine Ruttner Veränderungen – im Auftreten, im Selbstbewusstsein. „Da war sicher ein Schub, als sie von Prag zurückgekommen ist.“ Und mit einem kräftigen Grinsen: „Aufmüpfig ist sie geworden.“

© Christian Buchar „Fachbetriebe müssen Lehrlinge ausbilden – ohne Fachkräfte keine Zukunft“, ist Konditor Ronald Köller überzeugt. Wie seinen Lehrling Claus Diem will er auch künftig Lehrlinge auf die Walz schicken.
© Christian Buchar Lehrling und Ausbilder auf Augen- oder in diesem Fall „Objektivhöhe“: „Let’s Walz“ ist eine „großartige Initiative“ sagen Christian Schörg und Sabine Ruttner übereinstimmend.

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