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Die Berechenbarkeit der Unberechenbarkeit

Die NÖ Fachgruppen der Chemischen und der Metalltechnischen Industrie holten sich internationale Experten zur gemeinsamen Branchenveranstaltung und diskutierten, wie das gehen soll.

Unternehmerische Entscheidungen müssen zunehmend politische Entwicklungen in Europa und der Welt mit einkalkulieren.
Am Podium von links: Oliver Geden, Moderatorin Corinna Milborn, Stefan Lehne und Fabian Zuleeg.
© Daniela Matejschek Am Podium von links: Oliver Geden, Moderatorin Corinna Milborn, Stefan Lehne und Fabian Zuleeg.

Viele dieser politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen wurden zwar verständlicher, aber deswegen nicht besser vorhersehbar. So waren sich Stefan Lehne von Carnegie Europe (renommierte „Denkfabrik“, die sich besonders mit der Optimierung internationaler Beziehungen beschäftigt), Oliver Geden, Forschungsgruppenleiter „EU und Europa“ der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, sowie Wirtschaftsexperte Fabian Zuleeg, Chefökonom des European Policy Centers EPC, durchaus einig, dass die EU und der Euro zwar gute Überlebenschancen haben – ob diese Chancen aber auch genutzt werden können, das „bleibt ungewiss“, so Lehne.

Fabian Zuleeg, Chief Executive  des EPC.
© Daniela Matejschek Fabian Zuleeg, Chief Executive des EPC.
Wir steuern auf einen harten und schnellen Brexit zu. Allerdings stellt sich die Berechenbarkeit wirtschaftlicher Entwicklungen sehr oft als Irrtum heraus.

Er sieht beispielsweise in der mit großer Wahrscheinlichkeit prolongierten Kanzlerschaft von Angela Merkel einen wichtigen Stabilitätsfaktor für Deutschland und Europa, aber auch die Gefahr, dass eine neuerliche große Koalition in Nachbarland „in der Politik viel durcheinanderwirbeln würde“, weil auch eine Krise der repräsentativen Demokratie drohe. Der Einfluss populistischer Parteien werde noch wachsen – „weit über ihre Stimmenstärke hinaus“ – was wiederum die Reformfähigkeit in der EU negativ beeinflusst. Der Politik-Experte sieht den Binnenmarkt zwar als gut abgesichert, aber die EU werde „lockerer, sie verliert an Relevanz“.

Politik ist oft geplant, daher ist sie meist auch „berechenbar“, aber nur, wenn sich die jeweiligen Regierungen auch an ihre eigenen Regeln halten.
Oliver Geden, Forschungsgruppenleiter „EU und Europa“
© Daniela Matejschek Oliver Geden, Forschungsgruppenleiter „EU und Europa“

Achse D-F: Chance für EU

Politische Strategien standen bei Oliver Geden im Mittelpunkt: In der Politik herrschen „sehr unterschiedliche Realitäten“, betonte er, „Entscheidungen und die daraus resultierenden Handlungen divergieren oft“.
Fabian Zuleeg ist „vorsichtig optimistisch“ für Europa. Er sieht Chancen in der Stärkung der deutsch-französischen Achse, dass Kompromisse für eine Reihe von anstehenden europäischen Problemen gefunden werden können. Ein positives Signal sieht er auch darin, dass sich die verbleibenden EU-Staaten seit neun Monaten einig sind, wie mit den „Brexit“-Wünschen der Briten umgegangen werden soll.

Fachgruppenobmann Veit Schmid-Schmidsfelden (MTI) zur Veranstaltung: „Man sollte viel öfter über den Tellerrand des Tagesgeschäftes hinausblicken.“
© Daniela Matejschek Fachgruppenobmann Veit Schmid-Schmidsfelden (MTI) zur Veranstaltung: „Man sollte viel öfter über den Tellerrand des Tagesgeschäftes hinausblicken.“
Fachgruppenobmann Helmut Schwarzl (Chem. Industrie) zum Veranstaltungsziel: „Um in bewegten Zeiten mehr bewegen zu können, muss man mehr miteinander reden und kooperieren.“
© Daniela Matejschek Fachgruppenobmann Helmut Schwarzl (Chem. Industrie) zum Veranstaltungsziel: „Um in bewegten Zeiten mehr bewegen zu können, muss man mehr miteinander reden und kooperieren.“

Mehr EU-Zusammenhalt

In der Diskussion mit den über 100 Gästen, moderiert von PULS 4 Info-Chefin Corinna Milborn, spielte natürlich auch der unberechenbare US-Präsident Donald Trump eine Rolle. Seine Politik schade jedenfalls den USA, waren sich die Polit-Experten einig. Zuleeg plädierte jedenfalls dafür, dass sich Europa intensiv um einen „offenen Handel“ bemühen soll. „Und worauf soll man sich als Unternehmer einstellen?“, lautete eine abschließende Frage. Die Antwort: „Auf mehr Schwankungen, sowohl was die Währung, als auch die Politik betrifft.“ Aber die Globalisierung bleibe als Trend erhalten und werde in ihren negativen Auswirkungen in der EU besser zu bewältigen sein als von Nationalstaaten. Deshalb sei es wichtig, ständig an der Verbesserung der Architektur – sprich: dem Zusammenhalt in Europa – zu arbeiten.

Die EU ist nicht sehr multitaskingfähig – sie ist durch die Zahl der gleichzeitig zu bewältigenden Probleme leicht zu überfordern
Stefan Lehne, Gastprofessor „Carnegie Europe“
© Daniela Matejschek Stefan Lehne, Gastprofessor „Carnegie Europe“


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