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Sanktionen, Rezession, Expansion

Spannende Diskussionen und Vorträge zu den Iran-Sanktionen, die galoppierende Inflation in der Türkei und der Aufschwung in Russland waren Thema beim gut besuchten Wirtschaftsdelegierten-Sprechtag der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Gruppenfoto.
© Ersan Ismani

V.l.: Christoph Grabmayr (AC Teheran), Michael Berger (AC Casablanca), Martin Woller (AC Kairo), Eva Hahn (Außenwirtschaft WKNÖ), Richard Bandera (AC Abu Dhabi), Georg Karabaczek (AC Istanbul), WKNÖ-Direktor Franz Wiedersich, Kurt Altmann (AC Riyadh), Rudolf Lukavsky (AC Moskau), Gabriele Haselsberger (AC Kiew), Rudolf Thaler (AC Almaty) und Franz Bachleitner (AC Algier) beim Wirtschaftsdelegierten-Sprechtag in der Zentrale der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

„Die Frage, ob ich immer noch Geschäfte mit iranischen Firmen tätigen kann, muss jedes einzelne Unternehmen für sich selbst beantworten. Auf jeden Fall ist die Kontaktaufnahme mit dem AußenwirtschaftsCenter Teheran zu empfehlen“, legt der Wirtschaftsdelegierte Christoph Grabmayr beim Wirtschaftsdelegierten-Sprechtag in der WKNÖ-Zentrale nahe. Denn die Experten sind immer auf dem Laufenden. Der iranischen Wirtschaft gehe es nicht nur wegen der US-Sanktionen schlecht. „Die iranische Währung Rial hat heuer zwei Drittel ihres Wertes verloren. Junge, gut ausgebildete IranerInnen gehen bevorzugt ins Ausland und so fehlt dem Land dieses Wissen”,  so Grabmayr. Auf der AUSSENWIRTSCHAFT-Website sind alle Updates zum Stand der Sanktionen und welche Banken auf der SDN-Liste (Special Designated Nationals, die US-Sanktionsliste) stehen, abrufbar.

Währungsverfall und Rezession in der Türkei

Obwohl die Türkei noch vor wenigen Jahren ein Land war, in dem niederösterreichische Unternehmen Chancen gesehen haben, schaut die Lage nun anders aus: 40 Prozent Währungsverfall, 25 Prozent Inflation. Demgegenüber steht im ersten Quartal 2018 noch ein Wirtschaftswachstum von 7,4 Prozent. 

„Von einem Tag auf den anderen begann der kapitale Absturz der Währung und befindet sich noch im freien Fall“, erklärt der Wirtschaftsdelegierte in Istanbul, Georg Karabaczek. Er prognostiziert für 2019 ein schwieriges Jahr, hält aber die Chancen für mittel- bis langfristige Projekte für gut. 2020 rechnet der Experte, dass es wieder bergauf mit der Wirtschaft geht.
„Türken sind emotionale Menschen, wer in der Krise zu ihnen hält, den schätzen sie“, so Karabaczek. Unternehmen, die nun mit der Türkei Geschäfte tätigen wollen, rät er, sich genau zu informieren. Und ganz wichtig: „Die Firmen in der Türkei haben kein Geld. Unbedingt durch Vorauskassa absichern.“ Auf der Website des AußenwirtschaftsCenters (AC) Istanbul wird regelmäßig ein Wirtschaftsbericht veröffentlicht. Und Karabaczek kann auch einen weiteren Vorteil für die heimische Wirtschaft nennen: „Österreichische Kooperationspartner sind in der Türkei sehr erwünscht.“

Russland: Interessant für NÖ Unternehmen

„Seit zwei Jahren wächst die russische Wirtschaft, im Durchschnitt um 1,5 bis 1,8 Prozent. Für einzelne Branchen sieht dies noch deutlich positiver aus“, verriet Rudolf Lukavsky, Wirtschaftsdelegierter in Moskau. Hier nennt er die Lebensmittelproduktion, Papier-, Holz und Kunststoffverarbeitung. Vor allem interessant findet er das Land für niederösterreichische Firmen als Vertriebs- und Produktionsniederlassung. „Österreichische Unternehmen haben fast sieben Milliarden Euro in Russland investiert. Durch die Nähe zum lokalen Markt und den Zugang zu Ressourcen und Rohstoffen ist eine Niederlassung vor Ort ideal“, denkt der Wirtschafts-Experte.
„Russland ist trotz seiner Schwierigkeiten ein interessanter, aufgeschlossener und vielversprechender Markt. Russen sind an einer Zusammenarbeit mit Österreich sehr interessiert. Niemand soll sich abhalten lassen. Wenn der Preis passt, stehen in Russland die Türen offen“, so Lukavsky.

Das AC in Moskau hilft heimischen Firmen bei der Überprüfung, ob ihre russischen Geschäftspartner von den EU- oder US-Sanktionen betroffen sind. Dieser Service ist kostenlos und man erfährt schnell, ob Geschäfte rechtlich möglich sind.

Die beiden Personen sitzen auf einem Stuhl.
© Ersan Ismani V.l.: Georg Karabaczek, AC Istanbul, und Christoph Grabmayr, AC Teheran.
Die genannte Person im Beratungsgespräch.
© Ersan Ismani. Rudolf Lukavsky, Wirtschaftsdelegierter in Moskau, beim Sprechtag in der WKNÖ.

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