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Applaus für die erste Frau an der Kammerspitze: Sonja Zwazl

Mit dem Wirtschaftsparlament am 11. Mai 2020 und der Angelobung des neuen Präsidenten Wolfgang Ecker endet nach über 20 Jahren die Zeit von Sonja Zwazl an der Spitze der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).

Portrait Sonja Zwazl
© Gabriele Moser

Am Anfang steht am 8. Oktober 1999 eine Presseaussendung unter dem Titel „Kammerpräsident setzt Zeichen der Erneuerung“. Ihr Inhalt: Der damalige WKNÖ-Präsident Peter Reinbacher gibt bekannt, dass er sich bei der nächsten Vollversammlung aus seiner Funktion zurückziehen werde und die bisherige Vizepräsidentin Sonja Zwazl für seine Nachfolge vorschlagen wird. "Ich will damit einen persönlichen Beitrag zur personellen und inhaltlichen Erneuerung setzen und neuen Persönlichkeiten die Chance geben, sich mit ihren Programmen und Zielen zu bewähren“, so Peter Reinbacher wörtlich.

Das Gemeinsame vor das Trennende stellen

Am 3. Dezember 1999 ist es dann tatsächlich so weit. Sonja Zwazl übernimmt. Sie sehe sich als „Baumeisterin“ in der Kammer, wolle in ihrer Arbeit an der Spitze der WKNÖ stets „das Gemeinsame vor das Trennende stellen“, unterstreicht Zwazl zum Amtsantritt.

Es ist der Beginn einer Ära, die nun nach über 20 Jahren zu Ende geht. Und die mit einer Vielzahl an Wegmarken – nicht nur räumlicher Natur, wie mit der Übersiedlung der Wirtschaftskammer Niederösterreich von Wien nach St. Pölten – verbunden ist. 

Die Einführung der E-Card zählt hier etwa ebenso dazu wie der Gewinnfreibetrag, mit dem Unternehmerinnen und Unternehmer ein Äquivalent zum 13. und 14. Monatsgehalt erhalten haben.

Ebenfalls auf ihrer Erfolgsliste finden sich etwa der Wegfall der steuerlichen Sperrfrist bei Betriebsübergaben oder die Gründung der New Design University (NDU) mit ihrem innovativen Konzept der Verknüpfung einer universitären Ausbildung mit handwerklicher Praxis. 

Frau in der Wirtschaft und Betriebshilfe

Dazu kommen Akzente, die sich aus Zwazls Rolle als erster Frau an der Spitze einer Länderkammer ergeben. Gemeinsam mit Ingrid Tichy-Schreder gründet sie das Netzwerk „Frau in der Wirtschaft“. Frauen in der Wirtschaft und in der Wirtschaftskammer hätten damals tatsächlich noch „etwas Exotisches“ an sich gehabt, erinnert sie sich. „Heute gibt es praktisch keine Branche mehr, wo Frauen nicht höchst erfolgreich ihre Unternehmen führen.“ Auch der Kindergarten beim WIFI und die Gründung der Betriebshilfe, mit der Unternehmerinnen, die ein Baby bekommen und Wirtschaftstreibende, die durch Krankheit oder Reha in ihrem Betrieb ausfallen, mit einer Ersatzarbeitskraft geholfen wird, trägt diese Handschrift. „Das hat viele kleine Unternehmen schon die Existenz gerettet und ist von Niederösterreich aus zum österreichweiten Erfolgsmodell geworden“, so Zwazl zur Betriebshilfe.

Talente, Lehre, Fachkräfte

Besonderen Stellenwert misst Zwazl stets der Jugend und damit verbunden Fragen der Aus- und Weiterbildung zu. Als die österreichische Bildungsdiskussion noch vor wenigen Jahren praktisch ausschließlich auf Matura und Uni konzentriert ist, setzt sie mit ihrem klaren und konsequenten Einsatz für die Lehre einen bewussten und richtigen – Stichwort Fachkräftemangel – Kontrapunkt. Für Lehrlinge kostenlose Auslandspraktika über „Let’s Walz“ gehen ebenso auf ihre Initiative zurück wie die Gratis-Nachhilfe für Lehrlinge mit Schwierigkeiten in der Berufsschule. Dazu kommen zahlreiche Initiativen zur Berufsorientierung – an den Schulen wie auch außerhalb – mit dem gemeinsam mit dem Land umgesetzten NÖ Begabungskompass an der Spitze. Jugendliche der 7. Schulstufe bekommen damit kostenlos aufgezeigt, in welchen Bereichen sie ihre besonderen Talente haben – und welche Berufs- und Ausbildungswege besonders gut zu den festgestellten Talenten passen. Ebenfalls eine Initiative, die mittlerweile österreichweit zum Standard geworden ist.

Handschlagqualität, Konsequenz und Kompetenz

Sonja Zwazl habe immer für Handschlagqualität, Konsequenz und Kompetenz gestanden, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. „Sie ist eine Frau, die aus der Wirtschaft kommt und immer für ‚ihre‘ Wirtschaft da war. Sie weiß, wovon sie spricht, wofür sie kämpft und worauf es ankommt.“

Für Harald Mahrer, den Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, hat „Sonja Zwazl als engagierte Kämpferin für die Anliegen unserer Betriebe zukunftsweisende Initiativen gesetzt, von denen unsere Mitglieder Tag für Tag profitieren.“ 

Was bedeute für sie Erfolg, wurde Zwazl kürzlich in einem Journalistengespräch gefragt. Ihre Antwort: Erfolg bedeute, ein Problem erstens zu erkennen und zweitens zu lösen – zur Zufriedenheit der Betroffenen. Und weiter: „Als Unternehmerin gehört für mich zu einem Erfolg, wenn eine Lösung mit möglichst wenig Bürokratie verbunden ist, sich finanziell rechnet, das Unternehmertum gefördert wird, die hervorragenden Leistungen unserer Unternehmerinnen und Unternehmer anerkannt werden und das Miteinander in unseren Betrieben funktioniert – so, wie wir es auch in der Sozialpartnerschaft in Niederösterreich vorleben.“

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