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Export: Wie wäre es mit Afrika?

Afrika ist ein alter Kontinent mit junger Bevölkerung, reich an Ressourcen und mit großem Wachstumspotenzial – ein Zukunftsmarkt für österreichische Investoren und Exporteure!

© Fotolia

Afrika ist ein Kontinent der Zukunft: Heute leben ca. 1,2 Mrd. Menschen in Afrika. 2050 werden es über 2 Mrd., Ende des Jahrhunderts sogar ca. 4 Mrd. Menschen sein. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung pendelt um die 19 Jahre, wohingegen es in der EU mit ca. 42 Jahren mehr als doppelt so hoch ist.

Das Wirtschaftswachstum liegt seit zehn Jahren bei ca. 5 %. Afrika boomt zunehmend wirtschaftlich – nicht zuletzt aufgrund des massiven Engagements von Indien, den USA und vor allem China. Besagte Länder engagieren sich mit Investitionsprojekten und Joint Ventures für Flughäfen, Eisenbahn-, Straßen-, Stadien- und Spitalsprojekten.

Die EU hat das mittlerweile erkannt und will nun mit einem großzügigen Finanzierungsprogramm Afrika unterstützen. Dieses auch als „EU-Marshallplan für Afrika“ bezeichnete Programm ist von Brüssel mit 44 Mrd. Euro ab 2017 dotiert. Via Kofinanzierung der Mitgliedsstaaten soll der Betrag auf bis zu 88 Mrd. verdoppelt werden können. Dies erfolgt nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund möglicher Flüchtlingsströme aufgrund des steigenden Migrationsdrucks wegen des hohen Bevölkerungswachstums.

Wichtiger Partner Kenia

Der steigenden Bedeutung Afrikas wird auch von der Wirtschaftskammer Österreich Rechnung getragen. Im vergangenen Oktober eröffnete WKÖ-Präsident Christoph Leitl gemeinsam mit Außenminister Sebastian Kurz in Nairobi/Kenia einen weiteren Au-ßenposten der österreichischen Wirtschaft – ein neues AußenwirtschaftsCenter. 

Kenia selbst ist neben Südafrika und Nigeria der derzeit wichtigste Wirtschaftspartner Österreichs in Afrika südlich der Sahara.
In den beiden anderen Ländern betreibt die Wirtschaftskammer Österreich bereits seit Jahrzehnten je ein AußenwirtschaftsCenter. Das Büro in Nairobi wird neben Kenia auch die Länder Burundi, Dschibuti, Eritrea, Ruanda, Seychellen, Somalia, Südsudan, Tansania, Uganda und Äthiopien für Anliegen der österreichischen Wirtschaft betreuen.

In Kooperation mit der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA gefördert im Rahmen von „go international“, einer Förderinitiative des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der WKÖ. 

Im Interview: Lisa Dyk, Managing Partner Compact Milling Systems G.m.b.H. 

„Der Begriff ‚tomorrow‘ kann oft Wochen andauern“

Seit wie vielen Jahren sind Sie am afrikanischen Markt tätig?

Dyk: Seit gut zehn Jahren exportieren wir unsere kompakten CMS Mühlen nach Afrika. Es handelt sich hierbei um Getreideverarbeitungsanlagen, welche nach einem patentierten Mahlverfahren arbeiten und Weizen, Mais, Hirse, etc. zu Mehl vermahlen. 

In welche afrikanischen Länder exportieren Sie?

Unsere Anlagen wurden bisher in den Sudan, nach Tansania und Nigeria verkauft.

Wie sind Sie auf den afrikanischen Markt gekommen?

Mein Vater Peter Dyk hat vor vielen Jahren in Afrika gearbeitet und schon damals den Bedarf an dezentralen, kleinen Verarbeitungsanlagen erkannt. Wichtig hierbei ist, dass diese auch einfach zu bedienen und zu warten sind, was unsere Anlagen auszeichnet.

Was ist Ihr „Export-Hit“?

Eine Mühle samt Vorreinigung mit einer Getreideverarbeitungs-Kapazität von ca. 40 Tonnen pro Tag bestehend aus nur drei 20 Fuß großen Normcontainern. Die Anlagen werden betriebsbereit geliefert – kurz gesagt: „plug in and mill“ (schmunzelt).

Was ist das Besondere am afrikanischen Markt? 

Ich denke, dass es den „einen“ afrikanischen Markt nicht gibt. Was ist sehr schätze, ist die Lebensfreude der Menschen, die mir in Afrika begegnet sind. Herausfordernd ist für mich die unterschiedliche Auffassung von Zeit. Der Begriff „tomorrow“ kann viele, viele Tage oder gar Wochen andauern.
Nicht zu unterschätzen ist auch, dass es oft an Kleinigkeiten liegt, dass z.B. eine Maschine nicht mehr repariert wird. Es fehlen zumeist schon die einfachsten Werkzeuge und Ersatzteile.

Was sind Ihre nächsten Exportaktivitäten?

Wir planen im Juni eine Reise zur African Development Bank (ADB), welche ihren Sitz in Abidjan/Elfenbeinküste hat. Angedacht ist, dezentrale Mühlenprojekte in Zusammenarbeit mit der ADB zuerst in ausgewählten Ländern aufzubauen. 

Insbesondere soll der Fokus auf Frauen in der Wirtschaft gelegt werden.
Wir möchten Hilfe zur Selbsthilfe geben und mit diesen Projekten zur Ernährungssicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen.
Derartiges Engagement wird die Landflucht eindämmen und auch der Aussichtslosigkeit, überleben zu können, entgegenwirken. Und es wird lokale Wertschöpfung geschaffen. 

Wir stehen in diesen Ländern vor der großen Problematik des sogenannten „post harvest loss“ – also des Verderbens der Ernte. Nach wie vor verdirbt die Hälfte der Ernte aufgrund von schlechter Lagerung oder weil es vor Ort keine Verarbeitungsmöglichkeit gibt. Hier möchten wir gegensteuern.

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