th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

„Zukunft der Produktion: Bleiben wir im Spiel?!“

Qualifizierte Zuwanderung und eine verstärkte Förderung von Forschung und Innovation waren zentrale Themen beim Branchenevent der metalltechnischen und chemischen Industrie NÖ.

© Daniela Matejschek

V.l. Veit Schmid-Schmidsfelden (Fachgruppenobmann Metalltechnische Industrie NÖ), Dieter Lutz (Vizepräsident Wirtschaftskammer NÖ), Moderatorin Lisa Gadenstätter-Hörtnagl, Friedrich Prinz (Professor der Materialwissenschaft und Ingenieurwesen an der Stanford University), Sylvia Paliege-Barfuß (Leiterin-Stv. der Sektion Unternehmenspolitik im BMDW), Rainer Münz (Migrationsexperte und Berater von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker) und Helmut Schwarzl (Fachgruppenobmann Chemische Industrie NÖ).


Eine verbesserte Finanzierung von Innovationen, eine Stärkung der heimischen Universitäten und Zuwanderung als Mittel zur Sicherung der notwendigen Fachkräfte – diese drei Herausforderungen prägten eine hochrangig besetzte Diskussionsveranstaltung zum Thema „Zukunft der Produktion: Bleiben wir im Spiel?!“ im Schloss Laxenburg. Organisiert wurde der Branchenevent von der metalltechnischen und der chemischen Industrie in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). Deren Obleute, Veit Schmid-Schmidsfelden (Metalltechnische Industrie) und Helmut Schwarzl (Chemische Industrie), wurden im Rahmen der Veranstaltung für die von ihnen ins Leben gerufene Initiative „proHTL“, mit der der Innovationsgeist an den HTL gefördert wird, durch NÖ Bildungsdirektor Johann Heuras ein Dankes-Dekret verliehen. 

Zuwanderung und länger arbeiten

Zur Sicherung der notwendigen Arbeitskräfte seien alleine schon aufgrund der demographischen Entwicklung mit sinkenden einheimischen Arbeitskräftepotenzialen zwei Strategien nötig, so der Migrationsexperte Rainer Münz, der auch als Berater von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker aktiv ist: Jene, die in Beschäftigung stehen, müssten später in Pension gehen – was natürlich „Qualifizierungsoffensiven nicht nur für junge, sondern auch für ältere Menschen“ erfordere. Und es brauche eine „viel seriösere“ Beschäftigung mit dem Thema Zuwanderung samt einem Fokus auf gut qualifizierte Kräfte. „Wir müssen für Leute attraktiv werden, die für uns attraktiv sind“, so Münz.

Mehr Geld und volle Autonomie für Universitäten

In diese Kerbe stieß auch Friedrich Prinz, der an der renommierten Stanford University in den USA als Professor für Materialwissenschaft und Ingenieurwesen lehrt. „Die USA könnten ohne Zuwanderung nicht existieren, vor allem im Technologiebereich.“ Zugleich mahnte Prinz im Interesse von Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit eine bessere Dotierung der heimischen Universitäten ein. So habe die führende Technische Universität in China nur rund ein Drittel mehr Studierende als die TU in Wien, aber ein achtfaches Budget. Darüber hinaus plädierte Prinz für eine „vollkommene Autonomie der Universitäten“, etwa bei der Auswahl der Studierenden und der Lehrkräfte. Und: „Langfristig ist ein technisches Studium ohne Studiengebühren nicht möglich.“ Sowohl Prinz wie auch Münz plädierten darüber hinaus für eine Stärkung des Kapitalmarkts, um die Finanzierung von Start-ups bzw. Innovationen besser unterstützen zu können. 

„Industrie Asset für Wohlstand und Wachstum“ 

Sylvia Paliege-Barfuß, die Leiterin-Stv. der Sektion Unternehmenspolitik im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, die die kurzfristig verhinderte Ministerin Margarete Schramböck vertrat, nutzte die Diskussion für ein klares Bekenntnis zur österreichischen Industrie. „Österreich ist ein Industrieland und soll es in Zukunft mehr denn je sein“, so Paliege-Barfuß. „Eine starke Industrie in Österreich ist ein Asset für Wohlstand und Wachstum.“ 

„Bildung geht lebenslang weiter“ 

WKNÖ-Vizepräsident Dieter Lutz sah ebenfalls den Fachkräftemangel als derzeit zentrale Herausforderung für die niederösterreichischen Unternehmen. Aber: „Die Ausbildung in unseren Betrieben ist gut. Das macht mich zuversichtlich, dass wir auch künftig im Wettbewerb punkten können.“ Lebenslanges Lernen sei aber jedenfalls unverzichtbar. „Bildung endet nicht mit der Ausbildung. Sie geht lebenslang weiter.“ 

Man habe mit der Veranstaltung ausloten wollen, ob man „die richtigen Themen für den Standort Europa im Auge“ habe, so Initiator Veit Schmid-Schmidsfelden. Schließlich, so Helmut Schwarzl, der zweite Initiator, gehe das Thema Produktion alle an, „unabhängig von der Branche“. 


© Daniela Matejschek

V.l. Wolfgang Pachatz (Leiter-Stv. der Abteilung für technische Schulen im Bildungsministerium), Veit Schmid-Schmidsfelden (Fachgruppenobmann Metalltechnische Industrie NÖ), Helmut Schwarzl (Fachgruppenobmann Chemische Industrie NÖ), Johann Heuras (Bildungsdirektor für NÖ), Doris Wagner (Leiterin Bereich Pädagogischer Dienst in der Bildungsdirektion für NÖ) und Wilhelm König  (Landesschulinspektor für technische Schulen in NÖ).


Jugend Gewinner bei Kooperation von Schule und Wirtschaft 

Für ihre gemeinsam ins Leben gerufene Initiative „proHTL“ wurden Schmid-Schmidsfelden und Schwarzl durch Niederösterreichs Bildungsdirektor Johann Heuras mit einem Dankes-Dekret geehrt. Heuras strich dabei die Wichtigkeit eines Zusammenwirkens von Schule und Wirtschaft hervor. „Eine Kooperation von Wirtschaft und Schule kennt einen Gewinner – unsere Jugend.“ Über die Initiative „proHTL“ werden im Rahmen eines Wettbewerbs innovative Projekte von niederösterreichischen HTL gefördert. 2018 konnte sich die HTL Hollabrunn über 80.000 Euro für ihr Siegerprojekt „Open Multispace“ freuen. Ab Jänner 2019 geht diese erfolgreiche Förderinitiative in die dritte Runde.


Das könnte Sie auch interessieren

  • Gewerbe und Handwerk

NÖ Baupreis für das Betriebsrestaurant Franz

Mit vielen Ehrengästenging in der Burg Perchtoldsdorf die Sieger­ehrung über die Bühne. Durchsetzen konnte sich das Projekt „Betriebsrestaurant Franz“ in Thomasberg. mehr

  • Industrie
Spartenobmann Industrie NÖ Thomas Salzer

Umfrage der NÖ Industrie: Volle Auftragsbücher, Fachkräfte fehlen

Spartenobmann Industrie NÖ Thomas Salzer: „Die unternehmerischen Erwartungen haben einen neuen Höchstwert erreicht. Größtes Problem für unsere Industriebetriebe bleibt weiterhin der zunehmende Fachkräftemangel.“ mehr