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WKNÖ drängt auf rasche Maßnahmen für eine leistbare und sichere Rohstoff- und Energieversorgung

Präsident Ecker: „Geht um die Zukunft von Unternehmen aller Branchen“ – Ruf nach Senkung der Mineralölsteuer, eines Pelletsbevorratungsgesetzes und einer einheitlichen Strompreiszone mit Deutschland 

V.l.: Niederösterreichs Wirtschaft WKNÖ-Niederösterreichs Wirtschaft WKNÖ-Vizepräsident Kurt Hackl, WKNÖ Direktor-Stv. Alexandra Höfer, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, WKNÖ-Vizepräsident Thomas Salzer und WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer
© David Schreiber V.l.: Niederösterreichs Wirtschaft WKNÖ-Niederösterreichs Wirtschaft WKNÖ-Vizepräsident Kurt Hackl, WKNÖ Direktor-Stv. Alexandra Höfer, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, WKNÖ-Vizepräsident Thomas Salzer und WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer

Dringend auf Maßnahmen zur Sicherstellung einer leistbaren und sicheren Energie- und Rohstoffversorgung für Niederösterreichs Unternehmen drängt Wolfgang Ecker, der Präsident der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ). „In Niederösterreich wird der gesamte Energieverbrauch zu knapp 25 Prozent durch Gas gedeckt. Nur ein Achtel davon entfallen auf die Haushalte. Das zeigt deutlich die Abhängigkeit unserer Unternehmen von sicheren Gaslieferungen. Wir brauchen daher rasche Maßnahmen, damit Energie sicher und leistbar bleibt. Da geht es um die Zukunft von Unternehmen praktisch aller Branchen und damit um tausende Arbeitsplätze. Auch für eine sichere Versorgung mit Rohstoffen braucht es Lösungen“, so Ecker.

Als einfach umzusetzende Sofortmaßnahme gegen die steigenden Treibstoffkosten drängt der WKNÖ-Präsident auf eine Senkung der Mineralölsteuer. Wesentliche Verbesserungen für die Unternehmen könnten auch durch eine Beendigung der geltenden Strompreiszonentrennung zwischen Deutschland und Österreich erreicht werden. „An vielen Tagen im Jahr ist der Strompreis in Österreich fast dreimal so hoch wie in Deutschland. Hier liegt also Potenzial für Kostendämpfungen“, betont Ecker. Überdies soll ein eigenes „Pelletsbevorratungsgesetz“ analog zur Gasbevorratung die Sicherung der Energieversorgung auch im Pelletsbereich gewährleisten.

Niederösterreichs Lebensmittel- und Baubranche massiv betroffen

Neben der niederösterreichischen Industrie stehen auch die Lebensmittel- und die Baubranche vor großen Herausforderungen. Die Beschaffung von Baumaterialien war bereits während der Corona-Krise eine große Herausforderung für Bauunternehmungen. Die sehr angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten hat sich durch den Krieg in der Ukraine nochmals zugespitzt. Österreichweit sind Bauunternehmungen beinahe täglich mit unvorhersehbaren Materialpreissprüngen in nicht kalkulierbarer Höhe konfrontiert.

„Es ist daher absolut notwendig und unabdingbar, dass Bauaufträge, welche in der Regel über mehrere Wochen, Monate und auch Jahre laufen, ausschließlich zu veränderlichen Preisen, auf Basis eines passenden Index, abgewickelt werden“, sagt Robert Jägersberger. Der niederösterreichische Bau-Landesinnungsmeister und Spartenobmann-Stv. Gewerbe und Handwerk ist auch besorgt, weil die Verknappung von Baumaterialien immer wieder zu Verzerrungen auf den Beschaffungsmärkten führen.

„Die Bauunternehmungen werden daher genau darauf achten, wie sich in der aktuellen Krise die Preissituation entwickelt. In diesem Zusammenhang ist auch die Politik gefordert, antizyklisch durch eine Senkung der Energie- und Lohnnebenkosten entgegenzuwirken“, so Jägersberger.

NÖ Lebensmittelhandel: „Stromkosten dreimal so hoch wie veranschlagt“

„Es sind zum einen die gestiegenen Strompreise, zum anderen die hohen Energiekosten für den Transport, die in der Lebensmittelbranche massiv zu Buche schlagen“, skizziert Christof Kastner, NÖ Handelsobmann-Stv. und geschäftsführender Gesellschafter der KASTNER.

Gruppe in Zwettl die alarmierende Situation. In seinem Betrieb ist man bei der Planung von einer Verdoppelung der Stromkosten ausgegangen, „nun sind sie aber bereits fast dreimal so hoch wie veranschlagt“, erklärt Kastner. Und so ergehe es auch den anderen Lebensmittelhändlern. „Wir können die Kühlketten ja nicht abdrehen, die Kühlhäuser nicht schließen. Und wenn man bedenkt, dass die Gewinnspanne im Lebensmittelhandel nur zwischen ein und zwei Prozent beträgt, bleibt am Ende des Tages nichts mehr übrig.“

Der NÖ Handelsobmann-Stv. fordert eine Entkopplung des Ökostroms vom fossilen Markt. Derzeit müssen jene Unternehmen, die bereits auf Ökostrom setzen den Markt für fossile Energien mitfinanzieren: „Wird entkoppelt, wäre dies ein Anreiz für Unternehmen auf Ökostrom zu setzen.“

Kastner, stellt klar, dass die Preise nicht steigen, weil „wir sie erhöhen. Das machen bereits die Vorlieferanten.“ Hier spiele zwar auch eine gewisse Spekulation an der Börse eine Rolle, doch Auslöser sei sicherlich der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Unsicherheiten. „Noch, so haben mir die Zulieferer versichert, ist die Versorgung mit Lebensmittel und Futtermittel gegeben. Zieht sich der Konflikt aber über Monate oder gar Jahre, schaut die Sache schon anders aus“, so Kastner. Hinzu kommt, dass es mit einer zerstörten Infrastruktur in der Ukraine auch schwer wird, die Waren zu ex- bzw. importieren. „Diese Menge an Weizen und Mais lässt sich mit der Bahn nicht bewältigen, hier braucht es Schiffe und intakte Häfen“, betont Kastner.

Beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien

Vor dem Hintergrund der steigenden Energiepreise ist für WKNÖ-Präsident Ecker der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien absolut notwendig, um selbst ein starkes Energie-Standbein für den eigenen Standort zu schaffen. Für Niederösterreich bedeutet das eine Verdoppelung der Windkraft-Leistung und eine Verzehnfachung der Photovoltaik bis 2030. Die WKNÖ hat dazu ein Positionspapier zum Green Deal entwickelt. 

Monika Eisenhuber Vorsitzende WKNÖ Umweltpolitik: „Wir fordern bei der Umsetzung des Green Deal klare Rahmenbedingungen und Technologieoffenheit bei der Umsetzung. Gleichzeitig führen die zu setzenden Maßnahmen zu einer wirtschaftspolitischen Unabhängigkeit und stärken langfristig den Standort Niederösterreich. Das gilt für die Vorgaben zur Erreichung der Klima- und Energieziele, aber eben auch für internationale Krisen.“

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