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Von Algen und Strümpfen: Innovative Ideen aus NÖ

Dynamische Szene. Visionäre Gründer. Nachhaltige Konzepte. Niederösterreichs Startup-Branche ist bunt und kreativ – und hat die Zukunft im Blick.

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© Spirulix Auf der Algenfarm.

Die Spirulina-Alge ist 0,2 Millimeter dick, dünner als ein Haar“, sagt Martina Pfiel, senkt den Kondensor am Mikroskop und gibt dann den Blick auf kleine, spiralförmige Lebewesen frei. „Sehr schön, sie sind gekringelt, das heißt, sie fühlen sich wohl“, meint Pfiel und lächelt. Und sie muss es wissen. Denn die Tullnerin betreibt seit 2015 mit ihrem Mann Karl und einem achtköpfigen Team Niederösterreichs einzige Algenfarm – in Sitzenberg-Reidling, mitten im Grünen. Spirulix  (angelehnt an Miraculix, der den Zaubertrank der Gallier braut) zaubert aus Spirulina, einer der nährstoffreichsten Pflanzen und Mikroalgen der Welt, Snacks und Lebensmittel. „Jahrelang habe ich mich mit der Frage beschäftigt, was das Essen der Zukunft ist“, erinnert sich Karl Pfiel, Bauer und Kraftsportler, an die Anfänge. „Es muss voller wichtiger Nährstoffe stecken, natürlich, rein pflanzlich sein, aus regionalem und nachhaltigem Anbau kommen und lecker schmecken“, fasst er seine Kriterien zusammen. 

Bei seiner Suche nach einem echten „Future Food“ freundete sich Pfiel mit dem israelischen Algenexperten Elad Zohar an, und die beiden gründeten die Spirulix-Algenfarm. „Nach zweieinhalb Jahren Forschung, hunderten Experimenten, vielen Fehlschlägen und einigen Erfolgen brachten wir Ende 2017 unser erstes Produkt auf den Markt“, sagt Pfiel und führt am Forschungslabor – „der Kinderstube“ – vorbei zum Produktionsbereich

Auf 3.000 Quadratmetern gedeihen hier in langen Becken die Algen. 60 Grad herrschen in den Folientunneln, die wie große Gewächshäuser ausschauen. „Diese drei großen Tunnel konnten wir bauen, nachdem wir 2021 bei ,2 Minuten, 2 Millionen‘ einen Investor gefunden haben“, erklärt Pfiel. Das TV-Format, bei dem die WKÖ Partner ist, ermöglicht es vielversprechenden Startups, sich einem großen Publikum zu präsentieren und fünf Business-Angels für ein Investment zu gewinnen. 

Kreislaufwirtschaft

„Das Wasser ist nur zehn Zentimeter tief und die Paddel sorgen dafür, dass die Algen gut durchmischt werden und sich nicht gegenseitig beschatten“, führt Martina Pfiel aus, während zwei Damen mit Haarnetzen einen Erntetisch an eines der Becken fahren. Das Algenwasser wird mit einer Membranpumpe schonend aus dem Becken geholt. Die geerntete Masse – sie ähnelt Cremespinat – bleibt auf einem Filtertuch liegen. Die ganz kleinen Spirulinateilchen und das Wasser fließen wieder zurück ins Becken. Die Masse wird getrocknet oder tiefgefroren – je nachdem, zu welchem Produkt (Müsli, Cracker, Nahrungsergänzung und Nougat) sie weiterverarbeitet wird. Erhältlich sind die Produkte im Onlineshop, in Supermärkten und einigen kleinen Geschäften. Absatzmärkte sind vor allem Österreich, Deutschland und die Schweiz. 

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© Spirulix Superfood von nebenan: Produkte aus regionalem Algenanbau.
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© Spirulix


Nachhaltig, regional und qualitativ hochwertig

„Bei uns passiert vieles in Handarbeit. Und wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität. So stammen Strom und Wärme aus erneuerbarer Energie“, betont das Ehepaar. Gemeinsam mit einem Ernährungswissenschaftler tüftelt das innovative Team permanent an neuen Produkten. Bis zur Marktreife dauert es etwa ein Jahr.
„Wir kombinieren unsere Spirulina mit Zutaten wie Sesam, Hanf, Leinsamen, Sonnenblumenkernen. Dadurch werden die Produkte nicht nur schmackhafter, sondern noch nährstoffreicher“, sagt Karl Pfiel und reicht eine kleine Schlüssel mit Spirulix Crackern – Sesam Salz. Leicht nussig und vor allem crunchy schmecken die grünen Plättchen.

Visionen haben die Algenbauern viele. Die Mission ist klar: Das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Ernährung schärfen und neue Produkte in die normale Ernährung inte-grieren. „Wir haben viele Ideen, nicht nur im Lebensmittelbereich. Spirulina hat so viel Potenzial, es ist auch möglich, sie in anderen Bereichen wie der Kosmetik einzusetzen“, erklärt Karl Pfiel und fügt hinzu – einen Cracker in der Hand: „Und zu forschen gibt es immer etwas.“

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© xunt

xunt - gesund und bunt

Ortswechsel. Es geht von Sitzenberg-Reidling ins Weinviertel, nach Breitenwaida. Dort lebt eine Krankenschwester, die 2018 eine kleine Idee und eine große Vision hatte. Gemeinsam mit ihrem Mann hat Tamara Wasner mit ihren bunten Stützstrümpfen die Gesundheitsvorsorge  zum Trendthema gemacht. Der große Durchbruch gelang 2021 mit dem Auftritt in der TV-Show „2 Minuten, 2 Millionen“. 

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© Puls4/Gerry Frank Das Weinviertler Startup xunt hat seine Chance genutzt und sich überzeugend bei „2 Minuten, 2 Millionen“ präsentiert.
Unsere privaten Sachen wanderten immer mehr in eine Ecke. Schreibtisch hatte ich keinen, dafür ums mehr Ideen.
Tamara Wasner, Jungunternehmerin

„Ich bin seit 20 Jahren Krankenschwester und trage Stützstrümpfe seit meiner Ausbildung. Doch ich habe nie farbenfrohe Modelle gefunden.“ Also nahm Wasner die Sache selbst in die Hand und holte ihren Mann Andreas mit ins Boot, der zwischen Weihnachten und Silvester 2018 einen Onlineshop baute. „Am 1.1.2019 um 15 Uhr ging er online. Die erste Bestellung erfolgte bereits 15 Minuten später.“

„Waren drei mal ausverkauft“

Zunächst funktionierten sie den privaten Abstellraum zur sogenannten Zauberwerkstatt um. „Unsere privaten Dinge wanderten immer mehr in die Ecke.“ Am Packtisch zeichnete Wasner die ersten Strumpfdesigns. „Schreibtisch hatte ich keinen, aber umso mehr Ideen.“ Nach dem Boost durch die TV-Sendung – „während der Ausstrahlung wurde unsere Seite mehr als 100.000 Mal aufgerufen, wir waren drei Mal ausverkauft“ – wurde Zauberwerkstatt 1.0 zu klein. Es folgten der Umzug in Zauberwerkstatt 2.0 und eine Vergrößerung des Sortiments. „Zweimal im Jahr veröffentlichen wir eine neue Kollektion. Unter anderem haben wir unsere erste Kinderkollektion herausgebracht – ohne Kompression, aber im selben Look wie die Strümpfe der Großen.“

1.000 Pakete im Monat

Große Kartons stapeln sich bis zur Decke, mitten im Raum befindet sich ein großer Packtisch. Auf dem Schreibtisch liegen Stifte kreuz und quer. „Wir befinden uns weder in einem Fancy-Office, noch in einem hippen Wohnviertel“, sagt Tamara Wasner und lacht. „Aber das ist das Herzstück von xunt. Hier entstehen unsere Modelle und von hier aus schicken wir rund 1.000 Pakete im Monat auf die Reise.“ 20 Prozent des Versandvolumens (bespielt wird derzeit der DACH-Raum) geht nach Deutschland. Getragen werden die Strümpfe bei der Arbeit, im Alltag, beim Sport und in der Freizeit. Und von Familie Wasner selbst.  
„Wir verkaufen unsere Produkte nicht nur, wir leben sie“, sagt Andreas Wasner und erzählt: „Ich besitze kein einziges Paar Socken mehr, ich trage ausschließlich unsere Strümpfe.“ Von der Idee bis zum fertigen Kompressionsstrumpf dauert es ungefähr ein halbes Jahr. Zunächst tüftelt das Team am Design, wählt Materialien und Farben aus. „Gleichzeitig fragen wir unsere Community in den sozialen Medien, wie sie die Idee findet.“ Dann nimmt Tamara Wasner alle Inputs auf und zeichnet das erste Design auf Papier. Der erste Entwurf wird für ein paar Tage zur Seite gelegt, „wir schlafen darüber.“ Ist er stimmig, wird die Grafik digitalisiert und weiterbearbeitet. Dann kommt der Entwurf in die Produktion und es wird ein Prototyp angefertigt. „Ist dieser perfekt, wird produziert.“  
Seit der Gründung im Jahr 2019 wächst der Betrieb jährlich um den Faktor 3. „Es steht einiges an, neue Produktentwicklungen, wir suchen weitere Mitarbeiter (derzeit 2) und ziehen in die Zauberwerkstatt 3.0. Dort gibt es dann auch die Möglichkeit, unsere Strümpfe vor Ort zu shoppen. Es bleibt spannend.“
www.spirulix.at
www.xunt.shop

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