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Versorgungssicherheit durch regionale Produkte

Vom Acker bis zur Alm oder von der Fleisch- bis zur Milchproduktion: die 38.000 niederösterreichischen Bauern und Bäuerinnen gewährleisten nicht nur während der Corona-Krise Versorgungssicherheit und Angebotsvielfalt. Welche Chancen und Herausforderungen durch die Pandemie entstanden sind und welche Risiken die Klimakrise aufgezeigt hat, weiß Landwirtschaftskammer NÖ Präsident Johannes Schmuckenschlager.

Landwirtschaftskammer NÖ Präsident Johannes Schmuckenschlager.
© LK NÖ/Philipp Monihart Landwirtschaftskammer NÖ Präsident Johannes Schmuckenschlager.
NÖWI: Gewerbliche Wirtschaft und Landwirtschaft – wo sehen Sie die größten Schnittpunkte? In welchen Bereichen können beide 
voneinander profitieren?


Schmuckenschlager: Egal ob in der Landwirtschaft oder in der gewerblichen Wirtschaft – klar ist, erfolgreich ist jede Produktion, bei der das Erzeugnis oder die Dienstleistung letztendlich beim Kunden ankommen kann und jeder in der Wertschöpfungskette etwas verdient. Dabei setzen die heimischen Bäuerinnen und Bauern wie auch die Wirtschafts­treibenden in unserem Land auf höchste Qualität, Verlässlichkeit und innovative Produktion. Das zeichnet die Landwirtschaft wie auch die gewerbliche Wirtschaft aus und ist die Basis für unsere gute Partnerschaft von Landwirtschafts- und Wirtschaftskammer, in der es darum geht, das Beste für die Betriebe herauszuholen. 

Die NÖ Unternehmerlandschaft ist geprägt von einem breiten Branchenmix und unterschiedlichen Betriebsgrößen, vom EPU bis zum großen Industriebetrieb.
Wie sieht dieser Mix in der Landwirtschaft aus?


Die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern ist enorm vielfältig: vom Acker über den Stall bis zur Alm, von der Getreideproduktion über die Fleisch- bis zur Milchproduktion, vom Wald über Wein-, Obst- und Gemüsebau bis hin zu Gewürz oder Heilpflanzen, die sogar weltweit als pharmazeutische Rohstoffe gefragt sind. Selbstverständlich gibt es Unterschiede in den Regionen, Sparten und Wirtschaftsweisen. Das kann man als Herausforderung sehen – wir begreifen es jedoch als Chance und stellen die gemeinsamen Anliegen in den Vordergrund. Hinsichtlich der Betriebsgrößen in der österreichischen Landwirtschaft haben wir in Österreich eine recht homogene Struktur, wo der bäuerliche Familienbetrieb im Mittelpunkt steht.

Welche Lehren können Sie aus der Corona-Krise für die Landwirtschaft ziehen?

Es hat sich gezeigt, dass Versorgungssicherheit keine Selbstverständlichkeit ist und nur durch heimische Erzeugung möglich ist. Vielen Menschen wurde erst jetzt bewusst, welch enorm hohen Stellenwert die Landwirtschaft hat. Sie ist systemrelevant. Die 38.000 niederösterreichische Bäuerinnen und Bauern hat die Corona-Krise genauso hart getroffen wie viele andere Branchen. Dennoch arbeiten sie tagtäglich daran, die sichere Versorgung mit regionalen Lebensmitteln zu garantieren und jeden Tag frische Produkte auf die Teller zu bringen. Die Bäuerinnen und Bauern haben bewiesen, dass man sich auf sie verlassen kann. Aus der Krise haben wir auch gelernt, noch mehr in Wertschöpfungsketten zu denken und kritische Infrastruktur zu erkennen, damit die Land- und Forstwirtschaft ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit nachhaltig leisten kann. Dazu ist es notwendig, die agrarischen Märkte noch besser zu beobachten und auch die europäische Perspektive zu berücksichtigen. 

Wenn es „Gewinner“ der letzten Monate gibt, dann sind es die Digitalisierung und die Regionalität. Wie stark war dieser Schub in der Landwirtschaft zu spüren?

Regionalität steht heute deutlich mehr im Fokus, die positive Haltung der Konsumenten gegenüber regionalen Lebensmitteln ist spürbar. Vielen Menschen ist klar geworden, dass kurze, regionale Kreisläufe große Vorteile bieten. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Doch Regionalität hört nicht bei den Lebensmitteln auf. Mehr Regionalität wirkt sich immer positiv auf die gesamte Wertschöpfungskette inklusive der vor- und nachgelagerten Bereiche aus: Die Wertschöpfung bleibt in der Region, Arbeitsplätze werden geschaffen und gesichert, wir profitieren von einer entsprechenden Angebotsvielfalt in den einzelnen Regionen, die Produktion ist transparent und wir können uns sicher sein, dass die höchsten Qualitäts- und Sozialstandards eingehalten werden.
Die Digitalisierung ist ein Megatrend, der auch die Land- und Forstwirtschaft tiefgreifend verändert. Die Nutzung digitaler Techniken ist auf unseren Bauernhöfen mittlerweile Realität. 

Sie bringt für Bäuerinnen und Bauern zahlreiche Chancen, wie etwa Arbeitserleichterung, Steigerung von Effektivität und Effizienz oder Kostensenkungspotenziale in der Informationsverarbeitung bzw. Logistik. Besonders spürbar war der Schwung in der Digitalisierung in den letzten Monaten im Bildungsbereich – einem Kernbereich der Landwirtschaftskammer – wo wir gesehen haben was auf digitalem Wege alles möglich ist. Wir werden daher auch in Zukunft in der Wissensvermittlung alle digitalen Möglichkeiten ausschöpfen.

Wo sehen Sie die größten Chancen aber auch Herausforderungen für die heimische Landwirtschaft?

In einer Umfrage unter Landwirten kristallisierten sich zwei Hauptthemen heraus. Zum einen ist die Kommunikation mit den Konsumenten für die Produzenten immer wichtiger. 
Zum anderen sorgen die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Land- und Forstwirtschaft für Beunruhigung. Das heurige Jahr, das den Bäuerinnen und Bauern durch massive Wetterextreme viel abverlangt, macht das besonders deutlich. 
Wir scheuen nicht den Blick in die Zukunft und werden etwa entsprechende Schwerpunkte in der Beratung setzen und einen Klimaanpassungsplan erstellen, der maßgeschneiderte Antworten für alle Regionen und Sparten geben soll. Das haben wir als Landwirtschaftskammer auch in unserem Zukunftsplan 2020-2025 festgelegt, der noch weitere Kernbereiche umfasst und den wir Punkt für Punkt abarbeiten.

V.l.: WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Zimmerer Stefan Winter, Familie Anna und Dietmar Haas, LK NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager.
© David Schreiber V.l.: WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Zimmerer Stefan Winter, Familie Anna und Dietmar Haas, LK NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager.
 „Regionalität hört nicht bei den Lebensmitteln auf. Sie ist auch in anderen Wirtschaftsbereichen essenziell. Das zeigt die enge Zusammenarbeit der landwirtschaftlichen Betriebe und der gewerblichen Wirtschaft“, sind sich Wirtschaftskammer NÖ Präsident Wolfgang Ecker und Landwirtschaftskammer NÖ Präsident Johannes Schmuckenschlager bei der gemeinsamen Pressekonferenz im Mai einig.

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