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USA führen Strafzölle auf Aluminium und Stahl ein

„25 Prozent auf die Einfuhr von Stahlprodukten, 10 Prozent auf den Import von Aluminium“, kündigte US-Präsident Donald Trump an, um die US-Produktion vor ausländischer Billigkonkurrenz zu schützen.

US-Präsident Trump überraschte die Weltwirtschaft mit einem Alleingang, indem er Strafzölle auf Importe von Aluminium und Stahl zuerst ankündigte und dann umsetzte.
© Fotolia.com US-Präsident Trump überraschte die Weltwirtschaft mit einem Alleingang, indem er Strafzölle auf Importe von Aluminium und Stahl zuerst ankündigte und dann umsetzte.

Als US-Präsident Donald Trump Anfang März hohe Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium ankündigte, drohten sowohl die EU-Kommission als auch die chinesische Regierung mit Gegenmaßnahmen und vielfach wurde bereits von einem Handelskrieg gesprochen. Roberto Azevedo, Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), rief daraufhin zur Mäßigung auf, denn „beim Prinzip ‚Auge um Auge‘ werden wir alle blind und die Welt gerät in eine tiefe Rezession“.

Weitere Einzelheiten zu den Strafzöllen nannte Donald Trump vorerst nicht. So blieb zunächst unklar, ob diese sich generell gegen sämtliche Stahl- und Aluminiumimporte richten oder bestimmte Handelspartner davon ausgenommen werden sollen. Trump hatte zwar in erster Linie China im Visier, das aufgrund einer gigantischen Überproduktion an Stahl und Aluminium den Weltmarkt mit Billigexporten überschwemmt, pauschale Strafzölle auf alle Importe würden aber auch deutsche Exporteure empfindlich treffen.

Bereits wenige Tage später goss US-Präsident Trump weiter Öl ins Feuer: Er drohte den Europäern nun auch mit Strafabgaben für Import-Autos, sollten diese ihrerseits mit höheren Zöllen auf US-Produkte antworten. Betroffen wären wiederum deutsche Autobauer, die zuletzt Marktanteile in den USA gewonnen hatten. Dies hätte auch Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen samt dem Verlust von Arbeitsplätzen. Mittlerweile regt sich gegen dieses „America first“ auch Widerstand von Parteikollegen aus den eigenen Reihen. Zuletzt warf Trumps wichtigster Wirtschaftsberater Gary Cohn, einer der letzten Befürworter von Freihandel und Globalisierung im Team, das Handtuch.

Mit einem handelspolitischen Alleingang unterzeichnete Donald Trump am 08. März im Weißen Haus im Beisein von Stahlarbeitern zwei Proklamationen, die in 15 Tagen in Kraft treten werden, womit die Strafzölle auf Aluminium und Stahl so gesehen "besiegelt" sind.

„Ich fürchte, dass wir hier eine loose - loose Situation haben“, findet Veit Schmid-Schmidsfelden. Der Obmann der Metalltechnischen Industrie der Wirtschaftskammer NÖ konkretisiert: „Letztlich werden die Produktionskosten für die amerikanische Industrie steigen und die beiden am Meisten vernetzten Wirtschaftsregionen der Welt, nämlich die USA und die EU, werden durch eine Deintegration der Liefernetzwerke in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nicht gestärkt, sondern geschwächt. Es müssen daher alle Anstrengungen unternommen werden, um einen ernsthaften Handelskonflikt zu vermeiden.“



"Es müssen  alle Anstrengungen unternommen werden, um einen ernsthaften Handelskonflikt zu vermeiden.“

Veit Schmid-Schmidsfelden

Veit Schmid-Schmidsfelden, Obmann der metalltechnischen Industrie NÖ
© Semrad Veit Schmid-Schmidsfelden, Obmann der metalltechnischen Industrie NÖ
NÖWI: Wie schätzen Sie die Betroffenheit der NÖ-Exportwirtschaft ein?

Schmid-Schmidsfelden: Das Ausmaß der Auswirkungen ist derzeit schwer einschätzbar. Allerdings ist mit einer Betroffenheit bei Unternehmen, die an die großen europäischen Stahlproduzenten liefern, zu rechnen. Sinkt die Auftragslage bei unseren Kunden aufgrund der geplanten Zölle, könnten dadurch negative Folgen für unsere metallverarbeitende Industrie entstehen.  Zudem werden durch den fehlenden oder eingeschränkten US Absatzmarkt viele Unternehmen verstärkt auf den europäischen Markt drängen und der Wettbewerb zunehmen.

Welche Maßnahmen sollten seitens der Politik gesetzt werden?
Schmid-Schmidsfelden: Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um einen ernsthaften Handelskonflikt zu vermeiden.
Österreich und die EU sollten zusammen mit jenen Unternehmen der US-Wirtschaft, die ebenfalls gegen diese Zölle eintreten, eine schlagkräftige Allianz bilden. Diese Zölle schaden allen und können eine gefährliche Dynamik für weitere Zölle erzeugen. Präsident Donald Trump hat schon bei anderen Vorhaben seinen Kurs geändert. So ist die von ihm geplante Importsteuer, die uns massiv betroffen hätte, auf Grund heftigen Widerstandes nicht eingeführt worden.

Es zahlt sich also aus, auf vernünftige Argumente zu setzen. Sollte die US-Administration jedoch bei ihrer angekündigten Linie bleiben, wird in letzter Konsequenz die EU mit Zöllen auf US Produkte reagieren müssen.

Ist dies ein weiteres Indiz dafür, Freihandelsabkommen mit anderen wichtigen Wirtschaftspartnern abzuschließen?
Schmid-Schmidsfelden: Der Abschluss weiterer Handelsabkommen ist für uns enorm wichtig. Diese Verträge schaffen verbindliche Handelsregeln und öffnen für uns Absatzmärkte. Niederösterreich ist ein Exportland und Handelsabkommen erhöhen unsere Exportchancen.

Die Umsetzung des fertig verhandelten EU-Japan Abkommens und ein erfolgreicher Abschluss der EU-Mercosur (Argentinien, Brasilen, Paraguay, Uruguay) Verhandlungen wären in diesem Sinne die nächsten wesentlichen Schritte.

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