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Trüffelschwein und Stelzenwirt

Mit der Revitalisierung des Hofbräu am Steinertor betrat Immobilienentwickler Othmar Seidl Neuland und wurde Wirt. Dabei hat er es geschafft, das Lokal zu einer Marke zu entwickeln.

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© Hofbräu am Steinertor

„Meine Aufgabe ist es, das Potenzial, die Möglichkeiten und Verwertbarkeit eines Objektes zu erkennen“, sagt Othmar Seidl. Und das ist dem Kremser Unternehmer, der sich selbst als Immobilien-Trüffelschwein bezeichnet, mittlerweile weit über 100 Mal gelungen. Er kaufte und renovierte in Berlin 96 Gebäude – darunter Wohnhäuser ebenso wie das Innenstadt-Hotel Ramada, ehe ihn Herz und Geschäfte wieder zurück in die Heimat zogen. 2013 kaufte er in Krems das Einkaufszentrum neben dem Stadtwahrzeichen Steinertor. Teil des Objektes war ein renovierungsbedürftiges Lokal. „Ich bin kein Wirt, aber es macht mir großen Spaß, das Hofbräu zu führen“, betont Seidl. Er sitzt in der gemütlichen Bierstube und beobachtet entspannt das geschäftige Treiben um sich herum. „Ich halte mich im Hintergrund und überlasse das Gastronomische den Profis“, meint er lachend und fügt mit ernsterer Stimme hinzu: „Ich bin kein Wunderwuzzi, ich musste in die Branche hineinwachsen. Doch mittlerweile habe ich ein tolles Team von 50 Mitarbeitern und mit Thomas Kalchhauser einen Geschäftsführer, der das Hofbräu so führt, als wäre es sein eigener Betrieb.“

Die Investition, die Seidl am Steinertor getätigt hat, war so groß, „dass Verpachten keine Option war.“ Und der Erfolg gibt ihm recht, das Experiment Gastronomie ist geglückt: Das Hofbräu ist zu einer Marke geworden. Und im Einkaufszentrum, das Seidl umgebaut und auf den neuesten Stand gebracht hat, sind alle Geschäfte vermietet und gut besucht.

„Dieser Ort, dieses Lokal mit einem großen Veranstaltungssaal und dem wunderbaren Gastgarten war die Seele von Krems. In den 1980ern wurde den Bewohnern dieser Treffpunkt einfach genommen und ich wollte ihn den Menschen dieser Stadt wieder zurückgeben“, erklärt Seidl. Er wollte einen Mehrwert für die Altstadt, die Fußgängerzone schaffen. „Wir haben auch die Portale des EKZ so gestaltet, dass sie eine Verbindung zur Fußgängerzone schaffen“, erklärt Seidl seinen Besuchern rund um WKNÖ-Präsidenten Wolfgang Ecker, die am großen Stammtisch sitzen und das gemütliche, urige Ambiente genießen. 16 Stammtische treffen sich regelmäßig im Hofbräu. Deftige Hausmannskost, hervorragendes Bier, gute Qualität und erlesene Weine im hauseigenen Weinlokal Leopold – das Konzept stimmt und wird gut angenommen. So hat es Seidl mit seinem Team auch geschafft, bislang relativ gut durch die Corona-Krise zu kommen. „Wir sind zusammengewachsen. Diese Dynamik, diesen Spirit zu spüren macht mich als Eigentümer sehr stolz“, betont Seidl, der sich das Privileg herausnimmt, in der Küche auch einmal aus dem einen oder anderen Topf zu naschen wie er grinsend gesteht.

Grenzen erkennen, akzeptieren, überwinden

Othmar Seidl ist niemand, der gern in der Öffentlichkeit steht, oder über Zahlen redet. Mit dem Kauf der Immobilie im Herzen von Krems ist er aber erstmals aus dem Schatten herausgetreten und hat sich dadurch auch „angreifbar“ gemacht. Doch mit Kritik kann Seidl gut umgehen. „Ich stehe zu einhundert Prozent hinter all meinen Projekten.“ Nicht mit der Brechstange, sondern mit Beharrlichkeit und Geduld könne man Grenzen überwinden, die zunächst unüberwindbar scheinen.“ Und mit einem Gespür dafür, im richtigen Moment die richtigen Schritte zu setzen. 
Wer Projekte in Millionenhöhe abwickelt, braucht eine gute Bodenhaftung. Erdung und Kraftquelle ist seine Familie – inklusive Hund Artur. „Meine Frau steht bei allen Entscheidungen hinter mir, meine Kinder sind  fest in die Geschäfte eingebunden“, erklärt der Kremser. „Jeder wirft seine Talente in die Waagschale. Und sollten wir auch nicht immer einer Meinung sein, am Ende ziehen wir alle am gleichen Strang.“

Auch nach 28 Jahren Unternehmertum hat Seidl nichts von seinem Biss verloren. Großprojekte in Tirol (das 2019 erworbene Luxushotel von Oligarchin Elena Baturina in Kitzbühel soll erweitert werden) und Oberösterreich (Hotelprojekte am Attersee) verlangen der Immobilien-Familie gerade viel Energie ab – weitere Vorhaben stehen im Raum. „Manchmal habe ich etwas Angst, dass ich zu alt bin, um all das zu verwirklichen, was ich noch vorhabe“, gesteht der leidenschaftliche Unternehmer. Ein gutes Trüffelschein ist eben immer auf der Jagd nach dem nächsten Schmankerl.

Zur Person Othmar Seidl

1964 geboren war Othmar Seidl nach dem frühen Tod seines Vaters, einem Winzer, gezwungen, schnell auf eigenen Füßen zu stehen. So machte er sich 1992 als Finanzdienstleister selbstständig und schwenkte 2000 zum Immobilienbereich um. Im Moment verwirklicht er Projekte in Kitzbühel und am Attersee.

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© Sebastian Streibel WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker (r.) erhielt bei seinem Besuch von Othmar Seidl einen eigenen Bierkrug samt Safe.

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