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Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone: Wird Strom teurer?

Mit 1. Oktober wird der deutsche vom österreichischen Strommarkt entkoppelt. Welche Mehrkosten auf Sie zukommen können, lesen Sie hier.

Strommasten
© Fotolia Der rasante Ausbau der erneuerbaren Energieträger überfordert teilweise das deutsche Übertragungsnetz.

Aufgrund der hohen Belastung des deutschen Übertragungsnetzes hatte Deutschland schon seit Jahren eine Trennung des gemeinsamen Strommarktes gefordert (siehe Hintergrund unten).

Nunmehr wird mit 1. Oktober eine Leistungsgrenze von 4.900 Megawatt eingezogen und damit die Leistungsspitzen im Großhandel gekappt. Diesen Kompromiss hat die E-Control mit der deutschen Bundesnetzagentur erzielt.

Höhere Preise in Österreich zu erwarten

Zu Zeiten hohen Importbedarfs werden die österreichischen Stromhändler dann aufgrund der Strompreiszonentrennung vom größeren und liquideren deutschen Strommarkt ausgesperrt werden, wodurch sich höhere Preise in Österreich ergeben werden. Das Limit von 4.900 Megawatt wird aber vermutlich dafür sorgen, dass sich die Mehrkosten für die heimischen Stromabnehmer in Grenzen halten.

Was bedeutet das für Sie?

Die Auswirkungen der Trennung auf die Börsenpreise sind derzeit noch nicht abschätzbar. 

Schon jetzt laufen die Preise für Lieferungen nach Deutschland und nach Österreich an der Leipziger Strombörse um etwa einen halben bis einen Euro pro MWh auseinander. 

Was feststeht, ist, dass der allergrößte Teil der in NÖ tätigen Anbieter – wie etwa die Energieallianz (bestehend aus EVN, Wien-Energie und BEWAG) keine unzulässigen Mehrkosten verrechnen werden.

Bernhard Gerhardinger, Strommarkt-Experte in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, im Interview: 

Ab wann muss ich mit einer höheren Stromrechnung rechnen?

Konkret fallen Mehrkosten erst ab dem 1. Oktober 2018 an. Sie sollten deshalb auch erst ab diesem Zeitpunkt eine Preissteigerung akzeptieren. 

Und wenn mir schon vorher Mehrkosten verrechnet werden?

Sie sollten keinesfalls schon vorab pauschal verrechnete Mehrkosten bezahlen! Achten Sie darauf, dass Sie ausschließlich die nachweislich angefallenen Teuerungen bezahlen.

Portrait Berhard Gerhardinger
© WKNÖ Bernhard Gerhardinger, Strompreisexperte in der WKNÖ

Haben Sie noch einen Tipp für mich als Kunde?

  • Als Stromkunde sollten Sie jedenfalls von Ihrem Lieferanten verlangen, dass
  • keine Verrechnung der Mehrkosten vor dem 1.10.2018 erfolgt,
  • keine pauschale Verrechnung der Mehrkosten vor der tatsächlich stattfindenden Markttrennung stattfindet und
  • Sie eine transparente und faire Ausweisung der Mehrkosten ab dem Zeitpunkt der tatsächlichen Markttrennung erhalten.

Der Hintergrund

Seit rund 15 Jahren haben Deutschland und Österreich einen gemeinsamen Strommarkt, in dem unbegrenzt Strom gehandelt werden kann. Es hat sich damit ein einheitlicher Strompreis gebildet.

Der rasante Ausbau der erneuerbaren Energieträger überfordert teilweise das deutsche Übertragungsnetz: Im Norden Deutschlands wird (billiger) Strom aus Windenergie erzeugt, hier ist allerdings die Nachfrage nicht so hoch. Im windschwächeren Süden ist die Nachfrage hoch, hier können Windkraftwerke allerdings nicht so effizient arbeiten. 

Deshalb muss der Strom aus dem Norden in den Süden transportiert werden, was für die Netze eine erhebliche Belastung bedeutet. 

Deshalb hat Deutschland, um sein eigenes Übertragungsnetz zu entlasten, seit Jahren eine Trennung vom österreichischen Netzgebiet gefordert. 

Im Mai 2017 haben sich die deutsche Bundesnetzagentur und die österreichische Energie-Control nach langen Verhandlungen auf einen Kompromiss zur gemeinsamen Strompreiszone geeinigt: Mit 1. Oktober 2018 werden im Großhandel die Leistungsspitzen gekappt und auf 4.900 Megawatt begrenzt.

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