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Taxifahrer rettet alte Dame vor Neffen-Trick

Die Neffentrick-Masche ist immer wieder dieselbe: Eine vermeintlich nahestehende Person bittet am Telefon um Hilfe in Form von Bargeld. Je mehr, desto besser. Opfer sind ältere Menschen, die oft nicht mehr so gut hören.

Karikatur: Alte Dame und Betrüger telephonieren, während er ihr das Geld aus der Tasche zieht.
© AdobeStock Betrüger schaffen es leider oft, ihren Opfern am Telefon einzureden, sie wären der Enkel oder Neffe, der in einer Notsituation dringend Geld braucht.

So auch in Niederösterreich: „Alleine bei uns hatten wir in der jüngsten Vergangenheit vier Fälle von Neffenbetrug, bei dem die betroffenen Personen mit Bargeld zu einem Übergabeort chauffiert werden sollten“, berichtet der Neulengbacher Taxiunternehmer Rudolf Schubirsch, „bei zweien konnten wir das verhindern“.

Obmann Günther Josef Berger (NÖ Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen) gratuliert Philipp Schubirsch zu seinem geistesgegenwärtigen Eingreifen.
© Silvia Schubirsch

Obmann Günther Josef Berger (NÖ Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen) gratuliert Philipp Schubirsch zu seinem geistesgegenwärtigen Eingreifen: „Die ganze Fachgruppe ist stolz auf ihn. Nicht nur, dass weiterer Schaden von der Dame abgewendet werden konnte, hat er auch gezeigt, dass bei uns das Menschliche im Vordergrund steht.“


Besonders spektakulär ist der jüngste Betrugsversuch: Die Dame im 80. Lebensjahr wurde im Telefonat mit unterdrückter Nummer überzeugt, ihr naher Verwandter wäre in Not und bräuchte dringend möglichst viel Bargeld und auch gleich ihren ganzen Schmuck als Sicherheit zum Hinterlegen bei einem Grundstückskauf.

Natürlich wurde darauf bestanden, bis zum Erreichen des Treffpunkts am Telefon zu bleiben. „So wird einerseits gewährleistet, dass man die Betroffenen mit immer neuen Informationen kontinuierlich beschäftigt, um sie am Nachdenken zu hindern, und andererseits können sie weder zurückrufen, noch sich mit jemand drittem besprechen“, weiß Chefinspektor Andreas Bandion (Landeskriminalamt NÖ): „Diese Leute sind bestens organisiert, gebildet und psychologisch sehr auf Zack. Meist werden von einem Call-Center im Ausland aus gebietsweise die Leute durchtelefoniert, deren Vorname ein höherers Alter vermuten lässt.“
Nachdem die Dame, die aus verständlichen Gründen anonym bleiben will, bereits ihren Schmuck im Wert von 30.000 Euro und 50.000 Euro Bargeld einem „aus dem Hut gezauberten“ Mittelsmann in Brünn übergeben hatte, wurde sie am nächsten Tag erneut kontaktiert – bei der Transaktion wäre etwas schief gegangen, und weitere 25.000 Euro wären fällig: „Er hat sich sehr gewählt ausgedrückt und hat genau so geklungen wie der, für den er sich ausgegeben hat. Ich war wie hypnotisiert und dauernd damit beschäftigt, dem Menschen zu helfen, der ja zu meiner Familie gehört.“

Erst der Taxifahrer Philipp Schubirsch, der sie nach Brünn fahren sollte, konnte dem Treiben ein Ende setzen: „Mir kam das Telefonat der Dame komisch vor und ich brach die Aktion ab.“ Anfänglich sogar gegen den Widerstand der Dame: „Ich sollte ja unter keinen Umständen mit jemand anderem darüber reden, um den Grundstückskauf nicht zu gefährden.“ Als aber zum ersten Mal das Wort „Polizei“ fiel, war die Verbindung weg und der Spuk beendet. „Bis dahin hat ja alles glatt funktioniert“, ärgert sich die Betrogene, „sogar diese hohen Summen Bargeld habe ich auf meiner Bank anstandslos bekommen...“

Der „Neffentrick”:

Der Klassiker: Nähere Verwandte brauchen Geld in einer Notsituation: Geld gestohlen, Arzt-/Krankenhauskosten oder Kfz-Schaden (oft „im Ausland“) etc.
Varianten: Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt: Lösegeld für ein Entführungsopfer muss schnell beschafft werden, oder
wegen der steigenden Einbruchszahlen sollen Geld und Schmuck auf der Polizei deponiert werden (ein „Zivilbeamter“ holt das dann ab)...
Derzeit vermehrt auftretende Variante: Geld für Verwandte, die in einen Verkehrsunfall verwickelt oder auch festgenommen wurden.


Richtiges Verhalten - drei Tipps von Chefinspektor Andreas Bandion:

Chefinspektor Andreas Bandion, Leiter des Assistenzbereiches Kriminalprävention (Landeskriminalamt NÖ)
© LPD NÖ Chefinspektor Andreas Bandion, Leiter des Assistenzbereiches Kriminalprävention (Landeskriminalamt NÖ)
  • Ungewöhnliche Telefonate, bei denen Geldforderungen gestellt werden, sofort abbrechen. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein.
  • Im Zweifelsfall den vermeintlich bekannten Anrufer rückrufen, um die Echtheit der Identität zu prüfen.
  • 133 anrufen – das ist nie verkehrt.


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