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Studie: Pflegereform dringend nötig

Pflegeberufe sollen noch attraktiver gemacht werden.

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© AdobeStock
Was schon aufgrund der Bevölkerungsprognose auf der Hand liegt, hat eine aktuelle Studie bestätigt: „Der Pflegebedarf wächst rasant, eine Pflegereform ist daher dringend nötig“, kommentiert WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf die Ergebnisse der Pflegebedarfsstudie der Gesundheit Österreich GmbH. Dieser zufolge werden 2030 um rund 75.700 Pflegepersonen mehr benötigt als heute.

„Aus diesem Grund brauchen wir eine höhere Durchlässigkeit in Pflegeberufen. Zudem müssen Pflegeberufe noch attraktiver gemacht werden. Wichtig ist, dass der Grundsatz ‚daheim vor stationär‘ forciert wird, denn das entspricht dem Wunsch der Betroffenen“, ist sich auch der NÖ Fachgruppenobmann Robert Pozdena sicher. Ein erster wichtiger Schritt wurde bereits gesetzt: Die WKÖ hat gemeinsam mit der Bundesregierung ein österreichweites Qualitätsgütesiegel für Vermittlungsagenturen von 24-Stunden-Betreuerinnen und -Betreuern erarbeitet (siehe Kommentar unten), das gerade umgesetzt wird. Dieses Gütesiegel sorgt für hohe, einheitliche Qualitätsstandards. „Ein weiterer Schritt sollte die Einführung der Pflegelehre sein. Auf diese Weise kann man junge Leute zum Zeitpunkt der Berufsentscheidung erreichen und für den Pflegeberuf gewinnen“, betont Robert Pozdena.

Zusätzlich sollen digitale Assistenzsysteme ausgebaut werden. Diese können dazu beitragen, den Alltag der Betroffenen einfacher zu gestalten und somit ihre Lebensqualität zu erhöhen.

Bezüglich der Finanzierung des Pflegesystems betont der Generalsekretär, „dass es darauf zu achten gilt, die Unternehmen nicht weiter zu belasten. Denn bei den Lohnnebenkosten liegt Österreich – ebenso wie bei der Steuer- und Abgabenquote – schon jetzt im europäischen Spitzenfeld.“

Obmann Robert Pozdena zum Gütesiegel

Robert Pozdena
© cura domo

"Seit März 2019 gibt es ein staatliches Gütesiegel, das Vermittlungsagenturen erwerben können, um ihre Arbeit bewerten zu lassen. Die ersten Zertifikate wurden im Oktober dieses Jahres verliehen.

Das Österreichische Qualitätszertifikat für 24h-Betreuung, kurz ÖQZ24, ist freiwillig: Jede Vermittlungsagentur mit Firmensitz in Österreich und einer aufrechten österreichischen Gewerbeberechtigung „Organisation von Personenbetreuung“ kann es erwerben und damit zeigen, dass sie über die gesetzlichen Anforderungen hinaus höhere Qualitätsstandards erfüllt.

Unseriöse Agenturen arbeiten oft aus dem Ausland nach Österreich herein, und da haben österreichische Behörden kaum eine Handhabe. Durch das ÖQZ24 werden schwarze  Schafe weiter aus dem Markt gedrängt. Neben der Einhaltung der bereits bestehenden Standes- und Ausübungsregeln wurde die Zertifizierung an weitere Bedingungen geknüpft: So müssen sich Agenturen vertraglich verpflichten, in regelmäßigen Abständen – jedoch mindestens einmal im Quartal – eine Qualitätssicherung durch Hausbesuche diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger durchzuführen und für einen Notfallplan zu sorgen. Das Zertifizierungsverfahren wird vom Verein zur Förderung der Qualität in der Betreuung älterer Menschen (www.oeqz.at) durchgeführt, nach 18 Monaten erfolgt eine Zwischenüberprüfung. Verliehen wird das ÖQZ24 für drei Jahre und kostet rund 3.500 Euro, danach kann man sich rezertifizieren lassen. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Agenturen das Gütesiegel beantragen. Um dies zu erreichen, hat unsere Fachgruppe in NÖ eine spezielle Förderung geschaffen, die – vor allem kleinere – Agenturen dabei finanziell unterstützen soll, das ÖQZ24 auch erwerben zu können."

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