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Studie: Kauf von Mode bei internationalen Online-Riesen verursacht 34 Prozent mehr Treibhausgasemissionen als im Geschäft

„Der stationäre Handel sichert nicht nur Arbeitsplätze, belebt Ortskerne und hält die Wertschöpfung im eigenen Land, sondern hilft auch, die Umwelt zu schonen“, bringt Nina Stift, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer NÖ, die Ergebnisse einer Studie zum ökologischen Fußabdruck auf den Punkt. Deshalb fordert Stift ein „klares Bekenntnis zum stationären Handel.“

Nina Stift: Der stationäre Handel sichert nicht nur Arbeitsplätze, belebt Ortskerne und hält die Wertschöpfung im eigenen Land, sondern hilft auch, die Umwelt zu schonen.
© Tanja Wagner/Adobe Stock Nina Stift: "Der stationäre Handel sichert nicht nur Arbeitsplätze, belebt Ortskerne und hält die Wertschöpfung im eigenen Land, sondern hilft auch, die Umwelt zu schonen."

Verpackung plus 373 Prozent. Transport plus 19 Prozent. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: Unterm Strich verursacht der Modeeinkauf eines Niederösterreichers im ausländischen Onlinehandel mit 357 g CO2-Äquivalente (Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase) um 34 Prozent mehr Treibhausgasemissionen als der Einkauf im stationären heimischen Handel mit 265 g CO2-Äqu. Das ergibt eine Studie, die das NÖ Landesgremium Handel mit Mode und Freizeitartikel im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hat. Untersucht wurden die Auswirkungen des Modeeinkaufs eines Konsumenten aus Michelhausen in der Nähe von Tulln auf den Klimawandel, wenn er im stationären Handel in Tulln oder bei einem ausländischen Online-Giganten einkauft. Der Einkauf bestand aus je einer Hose, Hemd und T-Shirt sowie vier Paar Socken („funktionelle Einheit“). Dargestellt wurden nur die Unterschiede, sprich Verpackung und Transport. Die Modestücke sowie das Beheizen von Lager und Filialen wurden nicht in die Untersuchung mit einbezogen. Durchgeführt wurde die Untersuchung von C7-consult.at, einem Unternehmen, das die Umweltauswirkungen von Produkten bewertet, CO2-Bilanzen von Unternehmen erstellt und diese beim Aufbau und der Kommunikation von Nachhaltigkeitsaktivitäten unterstützt.

Hintergrund der Studie: „Bewusstsein für die Leistungen des stationären Handels schärfen“

Stoßrichtung der Aktion war die „Schärfung des Bewusstseins der Kunden“ dafür, was der regionale, stationäre Handel alles für das Gemeinwohl leistet. „Die steuerliche Ungleichbehandlung von ausländischen Onlineriesen und heimischen Händlern ist bekannt. Auch CO2-Reduktion und Klimawandel sind aktuelle Themen und das Problem der vielen Retouren war auch vor Corona nicht neu. All das nahm das Landesgremium zum Anlass, Recherchen anzustellen, wie es hier im direkten Vergleich aussieht“, erklärt Vizepräsidentin und Landesgremialobfrau Nina Stift die Hintergründe der Studie. „Regional einkaufen belebt nicht nur Ortskerne, sichert Arbeitsplätze und hält Wertschöpfung und Kaufkraft in der Region. Regional einkaufen hilft darüber hinaus auch, die Umwelt zu schonen.“ Das gelte nicht nur für Textil/Schuhhändler, sondern für alle Handelsbetriebe – auch wenn die Untersuchung auf die funktionelle Einheit „typischer Einkauf im Modehandel“ abzielt. „Die Geschäfte haben wieder offen, unsere Händler freuen sich darauf, die Kunden endlich wieder vor Ort begrüßen und beraten zu dürfen“, hofft Stift darauf, dass die Niederösterreicher die Angebote des heimischen Handels kräftig nutzen.

Forderung: Braucht von Seiten der Politik ein klares Bekenntnis zum stationären Handel

„Es braucht nicht nur die Solidarität der Kunden, sondern auch politische Bemühungen, regionales  Einkaufen zu forcieren und zu bewerben“, fordert Stift die Gleichbehandlung beider Vertriebssysteme rasch voranzutreiben und nicht „müde zu werden, eine europäische Lösung voranzutreiben. Denn eines ist auch klar: Kommunalsteuer oder Dienstgeberbeiträge zahlen nur die regionalen (Online-)Händler.“

Die Ergebnisse im Detail

  • Unter den getroffenen Annahmen (c7 hat im März 2020 einen Probeeinkauf bei einem ausländischen Online-Riesen durchgeführt und die erhaltene Verpackung gewogen. Die Annahmen zur Logistik sind nach bestem Wissen und Gewissen erfolgt) verursacht der Modeeinkauf eines Niederösterreichers im ausländischen Onlinehandel mit 357 g CO2-Äqu. um 34 Prozent mehr Treibhausgasemissionen als der Einkauf im stationären heimischen Handel mit 265 g CO2-Äqu.
  • Am größten ist der Unterschied bei der Verpackung. Während der ausländische Onlinehandel eine Kartonschachtel mit 200 Gramm versendet, erhält man im stationären Handel eine Papiertragetasche mit 60 Gramm, welche später noch einmal verwendet wird. Der internationale Onlinehandel verursacht mit 53 g CO2-Äqu. um 370 Prozent mehr Treibhausgasemissionen bei der Verpackung als der Einkauf im stationären Handel mit 11 g CO2-Äqu.
  • Bei den Transporten ist der Unterschied ebenfalls relevant, wenn auch nicht so groß wie bei der Verpackung. Der ausländische Onlinehandel verursacht mit 300 g CO2-Äqu. um 19 Prozent mehr Treibhausgasemissionen beim Transport als der Einkauf im stationären Handel mit 250 Gramm CO2-Äqu. Der Unterschied liegt demnach bei den Retouren. Im Bereich Fashion werden 37 Prozent der Einkäufe im Onlinehandel retourniert (Quelle: Universität Bamberg, Lehrstuhl für allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Produktion und Logistik). Es wurde angenommen, dass die Erstverpackung auch bei der Retournierung wiederverwendet wird.
  • Bei einer Expressbestellung bei einem ausländischen Online-Riesen fallen mit 795 g CO2-Äqu. drei Mal so viele Treibhausgasemissionen an, wie beim Einkauf im stationären Handel.

Definition Product Carbon Footprint

Der Product Carbon Footprint gibt Auskunft darüber, wie viele Treibhausgasemissionen ein Produkt im gesamten Lebenszyklus verursacht. Er wird in kg (CO2-Äqu.) für eine definierte funktionelle Einheit berechnet und inkludiert

  • Emissionen in den Lebenszyklusphasen Produktion, Nutzung und Verwertung/Entsorgung
  • Emissionen aus Produktion und Bereitstellung von Energie und Rohmaterialien
  • Substitutionseffekte durch Recycling und Verwertung

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