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Steinmetze: Ihre Kunst ist anerkanntes Kulturerbe

Von Stonehenge bis zum Stephansdom: Aus Stein wurden Werke geschaffen, die die Jahrtausende überdauern. Das ist nicht nur den geschickten Händen der Steinmetzinnen und Steinmetze zu verdanken, sondern auch dem entsprechenden Wissen, das von Generation zu Generation übertragen wird.

Judith Hönig
© David Schreiber

„Diese Auszeichnung ist ein großartige Wertschätzung für unser Steinmetz-Handwerk und macht mich persönlich als Landesinnungsmeisterin der NÖ Steinmetzmeister auch sehr stolz. Sie beweist, dass die Tradition der Wissensvermittlung vom Meister zum Lehrling die Grundlage für die Einzigartigkeit, die hohe Qualität und Beständigkeit von Steinmetzarbeiten darstellt. Eine Erfolgsgeschichte, die schon seit Jahrtausenden besteht und sich zweifellos bewährt hat.“


Diese reiche und zugleich lebendige Tradition ist nun offiziell dokumentiert: Die Österreichische UNESCO-Kommission hat beschlossen, das Steinmetz-Kunst- und Handwerk in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufzunehmen.

Uralte und hochmoderne Methoden

Eine lange Tradition allein reicht freilich nicht, um die UNESCO-Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehört auch, dass die Kunst und das Handwerk mit modernsten Methoden ständig weiterentwickelt werden. Bestes Beispiel dafür ist der vor wenigen Jahren begründete vierjährige Lehrberuf „Steinmetztechnik“, der sowohl auf den (dreijährigen) Erwerb der traditionellen Handwerksfertigkeiten aufsetzt, als auch die computergesteuerte Steinbearbeitung mittels CAD-Zeichnungen und CNC-Programmen umfasst.
In Niederösterreich gibt es aktuell 192 eingetragene Mitgliedsbetriebe. Sie alle verbindet, dass sie ihre Identität als Berufsgruppe auf dieses spezielle handwerkliche Wissen und Können gründen.
Ob es die nach strengen Regeln und mit feinen Linien konstruierten Steinmetzzeichen („Handgemale“) sind, der lederne Lendenschurz, die Verehrung der „Quatuor coronati“-Heiligen als Schutzpatrone, das „Bernhard eingraben“ (symbolische Beerdigen eines unbrauchbaren Steins) oder das Hilfsersuchen bei der Arbeit („Angesprochen“ – „Bedankt“): Bei den Steinmetzinnen und Steinmetzen haben sich besonders viele althergebrachte Bräuche erhalten.

Derzeit umfasst das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes 133 österreichische Traditionen.

www.unesco.at

"Unikate für alle Lebensbereiche“

Wolfgang Ecker, Bundesinnungsmeister der Berufsgruppe der Steinmetze
© Philipp Monihart Wolfgang Ecker, Bundesinnungsmeister der Berufsgruppe der Steinmetze
„Es erfüllt mich als Steinmetz mit Stolz und Freude, dass das Steinmetz-Kunst- und Handwerk in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESO aufgenommen wurde“, sagt WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker in seiner Funktion als Bundesinnungsmeister der Berufsgruppe der Steinmetze, „unser Handwerk bekommt damit die Beachtung, die es verdient. Wir erschaffen mit viel Kreativität handwerkliche Unikate für alle Lebensbereiche. Unser Handwerk ermöglicht die Errichtung von Kulturgütern, die überdies dazu beitragen, alte Traditionen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“.





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