th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Startschuss für die NÖ-Skisaison

Viele haben schon geöffnet, manche sperren demnächst auf: Niederösterreichs Schigebiete sind trotz Corona für möglichst zahlreiche Gäste gerüstet. „Wirtschaft NÖ“ macht dazu einen Blick hinter die Kulissen und hatnachgefragt, wie es Sporthandel und Liftbetreibern in Zeiten wie diesen geht.

Sonnenaufgang
© Josef Salomon; Tamara Strohmeier Vorsichtiger Optimismus. Ein Bild mit Symbolcharakter für die Skigebiete: zaghafte Sonnenstrahlen über dem Jauerling.

Von der gemütlichen Familienpiste bis zum Steilhang mit 70 Prozent Gefälle – Niederösterreichs über 20 Skigebiete mit ihren rund 200 Pistenkilometern haben viel zu bieten. Aber der Skisport beginnt nicht erst auf der Piste. Gastronomie, Skiproduktion, Sportartikelhandel und vieles mehr spielen hier zusammen – und gehen auf ihren nächsten Winter unter Corona-Bedingungen zu. Michael Nendwich, der Branchensprecher des NÖ Sportartikelhandels, sieht die Branche am Limit. Einen weiteren Lockdown dürfe es nicht mehr geben, sagt er ebenso wie Seilbahnen-Sprecher Michael Reichl.



.
© klimaaktiv-APA-Fotoservice-Rastegar

Michael Nendwich

Wirtschaft NÖ: Wie sehen Sie die Zuversicht der Sportartikelbranche, die Umsatzeinbußen aus der letzten Wintersaison heuer wieder aufzuholen?

Michael Nendwich: Eine neue Studie für den Zeitraum Jänner bis April beziffert die Umsatzverluste mit bis zu 90 Prozent. Wir haben unsere Warenbestellungen in der Hoffnung auf einen einigermaßen normalen Geschäftsbetrieb aufgegeben, die wird im Endeffekt aber ziemlich sicher bitter enttäuscht werden.


Testen gehört schon länger zu unserem Alltag. Warum wird 3G am Arbeitsplatz von vielen Unternehmen als massive Einschränkung empfunden?

  • Weil es letztlich nicht in der Hand des Unternehmens liegt, ob sich alle, die weder geimpft noch genesen sind, auch regelmäßig testen lassen – egal, aus welchen Beweggründen. So sind die Handelsbetriebe dann gezwungen, auf den ungetesteten Teil der Belegschaft zu verzichten, was wirtschaftlich natürlich katastrophal ist.

Würde es die Situation entschärfen, gäbe es keinen „harten“ Lockdown mehr?

  • Natürlich wäre das ein Vorteil, aber alleine durch den Teil-Lockdown für Ungeimpfte, der mit 15. November gestartet ist, kam es zu Umsatzrückgängen im Sportartikelhandel von mindestens 30 Prozent.

Es wird kolportiert, dass für die heimische Skiindustrie schon jetzt die Wintersaison 2022/23 auf dem Spiel steht. Teilen Sie diese Einschätzung?

  • Dazu muss ich weiter ausholen: Prinzipiell steht der Handel naturgemäß in Wechselwirkung zu den produzierenden Firmen, also auch zur Skiindustrie. Die letzten eineinhalb Jahre gab es offensichtlich zu wenig oder zu schlechte Maßnahmen und Lösungen, um eine Situation wie jetzt zu verhindern. Besonders den Sommer über hatte ich nicht den Eindruck, dass Vorkehrungen getroffen wurden, um eine Wiederholung von Herbst und Winter 2020 zu verhindern. Und als Lösung wird dann einfach Zusperren präsentiert?

    Zweiter Punkt ist die fehlende überstaatliche Vereinheitlichung: Die Stichworte dazu sind die Anerkennung von Zertifikaten und Zeugnissen,  die Zulassung von Impfstoffen und nicht zuletzt das Grundrecht der Reisefreiheit. Nachdem Österreich zu 80 bis 90 Prozent auf ausländische Touristen angewiesen ist, spielt das für die Gesamtsituation genauso eine Rolle wie das „Fremdkaufen“, ein prinzipielles Problem im Handel, das jetzt besonders virulent und immer noch nicht gelöst ist. All das hat auch seine Auswirkungen auf die Skiindustrie: Normalerweise haben wir zehn bis zwanzig Prozent Vorjahresmodelle, die immer noch die letztproduzierte Version eines bestimmten Skis sind, heuer sind es 60 bis 70  Prozent solcher carry-over-Modelle.

    Damit verkaufen wir dank des guten Einvernehmens mit der Industrie zwar immer noch die neuesten Modelle, aber einerseits fehlt vielen der Kaufanreiz des heuer herausgekommenen Modells und andererseits produziert die Skiindustrie wenig bis gar nicht. Das ist zwar gut für uns als Verkaufsargument, aber die Industrie leidet darunter massiv.

Ihre Konklusio daraus? Lockdowns sind in Zukunft keine Option mehr für uns.

  • Etwas positiver ist die Stimmung in den Skigebieten, obwohl vieles noch Luft nach oben hat. Dazu Michael Reichl, NÖ Fachvertretungsvorsitzender der Seilbahnen.
Lockdowns sind in Zukunft keine Option mehr für uns.
Michael Nendwich, Sportartikelhandel

Michael Reichl

Wirtschaft NÖ: Wie war der Saisonstart?

Michael Reichl: Besonders im Hinblick auf die aktuelle Situation hervorragend. Gestartet sind wir letztes Wochenende mit mehr als 10.000 Gästen, für das nächste erwarten wir noch mehr, so wie sich die Online-Käufe der Liftkarten entwickeln. Man merkt richtig, wie sehr sich die Leute freuen, wieder hinaus und aktiv sein zu können.



.
© Josef Salomon; Tamara Strohmeier


Wie ist die Situation verglichen mit 2020? 

  • Da die Seilbahnen nicht vom aktuellen Lockdown vor Weihnachten erfasst waren, sind viele schon in Betrieb oder stehen in den letzten Vorbereitungen für die Saison. Grundsätzlich erwarten wir eine gute Saison. Dafür sind aber einige Voraussetzungen nötig: Neben guten Schneebedingungen und gutem Wetter darf es generell – aber besonders in den Weihnachtsferien – weder einen weitereren Lockdown für Geimpfte oder Genesene geben, noch Kapazitätsbeschränkungen oder gar eine Sperre der Seilbahnen. Und auch zu einer neuerlichen Sperre der Hotellerie darf es nicht mehr kommen. Ein solches Szenario wäre für viele Betriebe, Seilbahnen und Hotels, wirtschaftlich nicht mehr bewältigbar.

Welche Rolle spielt dabei die Gastronomie?

  • Sie ist enorm wichtig für die Wirtschaftlichkeit. Der Komfort und die Sicherheit der Gäste – Stichwort Aufwärmen – spielen eine unverzichtbare Rolle für das Erlebnis Skitag. Gesperrte Skihütten, aber auch die Variante Take- Away mit Abstand von 50m für die Konsumation, gehen an der Realität vorbei und würden viele vom geplanten Ski-Erlebnis abhalten. Das zeigen auch die letzten Erfahrungen. Unsere großzügigen Terrassen im Freien mit ergänzender Infrastruktur wie Heizstrahlern ermöglichen die erforderliche sichere Konsumation und Pause beim Skifahren.

Wie stehen Sie zur 2G-Kontrolle?

  • Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, um die Kontrolle zu gewährleisten. Bei den Erwachsenen ist die Kontrolle auch absolut ok, dient sie doch der Sicherheit und auch dem Sicherheitsgefühl der Gäste. Im Freien halte ich es für schlicht nicht nötig, 2Gplus einzuhalten, schließlich gibt es dafür auch keine ausreichende Testinfrastruktur, oder eine Garantie, dass die Testergebnisse rasch zur Verfügung stehen. Das würde wohl viele abhalten.

Wie steht es mit den Schülern?

  • In den Schulferien sollte für Kinder von zwölf Jahren bis Schulpflichtende ein aktuell gültiger Test reichen – und nicht wie derzeit, dass etwa fürs Skifahren am Wochenende gültige Tests für die gesamte Woche nachgewiesen werden müssen.
Gastronomie ist für die Wirtschaftlichkeit enorm wichtig.“
Michael Reichl, Seilbahnen NÖ

Das könnte Sie auch interessieren

Sportartikelhändler  Norbert Strametz (l.)  berät  Tobias Habertheuer beim  Kauf des richtigen Tourenskis.

Sportartikelhandel

Auf Skiern den Berg erklimmen – Tourengehen liegt im Trend mehr

Angilika Aubrunner

Angelika Aubrunner in den Ruhestand verabschiedet

Wechsel in der Sparte Gewerbe und Handwerk: Spartengeschäftsführerin Angelika Aubrunner wechselt in den Ruhestand. mehr

.

Hightech-Hotspot Schweiz

Informations- und Zukunftsreise der Sparte Information und Consulting mehr