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Spartenreise nach Estland, dem Vorreiter in Sachen E-Government

Das kleine Land im Norden hat sich zum Vorzeigeland in Sachen E-Government gemausert und langsam zeigt sich: E-Government ist ein Eckpfeiler auf dem Weg zur erfolgreichen Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Die diesjährige Fachreise der Sparte Information und Consulting ging dem Phänomen E-Estland nach.

Die TeilnehmerInnen konnten auch einen Blick auf die Schule der  Zukunft werfen: In einer Modell-Volksschule zeigt Estland, wie das  Bildungssystem zu einem Standbein der Digitalisierung werden kann.
© Kärt Kuum Die TeilnehmerInnen konnten auch einen Blick auf die Schule der Zukunft werfen: In einer Modell-Volksschule zeigt Estland, wie das Bildungssystem zu einem Standbein der Digitalisierung werden kann.

Als E-Government noch in den Kinderschuhen steckte, kam Österreich in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle zu. Hat uns nun das kleine Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern den Rang abgelaufen? Angesichts der Bedeutung von E-Government als Erfolgsfaktor bei der Standortentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung lohnt es sich für Vertreter der Sparte IC einen Blick hinter die Kulissen des Erfolgsmodells E-Estland zu werfen.

Sparte IC geht den E-Erfolgsfaktoren nach

Kaum jemand kann einen besseren, ersten Einblick in das Erfolgsrezept Estlands geben als Robert Krimmer, Professor an der Tallinn University of Technology. Aus seinem Vortrag am Beginn des dreitägigen Intensivprogramms ging rasch hervor: Kernelement des Erfolgsrezeptes Estlands ist die elektronische Identität, die jeder – ausnahmslos jeder – estnische Bürger hat. Sie dient zum einen als Zugang zum zentralen Verwaltungskonto für jede Bürgerin/jeden Bürger.
Das Verwaltungskonto bietet Zugriff auf alle staatlichen Dienstleistungen – von der Steuererklärung, die meist nur Minuten dauert, bis zur digitalen Krankenakte. Doch darüber hinaus kann sie auch für viele private und geschäftliche Services verwendet werden. Ob EstInnen ein Unternehmen gründen, Verträge signieren oder sich als OrganspenderInen registrieren lassen wollen: ein paar Mausklicks und der PIN machen vieles einfach und schnell. Es gibt zahllose solcher Beispiele. Daher geht Estland davon aus, dass die digitale Verwaltung dem Land ein Plus von etwa zwei Prozent beim Bruttoinlandsprodukt bringt. Doch dieser Vorteil ist nicht auf die Verwaltung beschränkt, wie die IC-Delegation im Rahmen der Besuche bei namhaften Unternehmen und Startups schnell feststellte.

E-Government lockt Start-ups

So präsentierte sich beispielsweise ein Unternehmen, das mittels intelligenter Algorithmen und AI (Artificial Intelligence) aus einer Vielzahl gespeicherter Kommunikationselemente – von E-Mails über Telefonate bis hin zu Web-Anfragen – die Kaufbereitschaft potenzieller Kunden vorhersagt und Leads generiert. Auch der zweite Firmenbesuch des ersten Tages führte zu einem Unternehmen, das mit einer CRM-Lösung bereits über die Grenzen Estlands erfolgreich ist.
Wie erklärt sich der offene Zugang der EstInnen zur Verwendung ihrer digitalen Daten? Zu dieser Frage hatten die TeilnehmerInnen unzählige, persönliche Gesprächen – im Rahmen des Besuchs in Ülemiste City, Estlands kleinem Pendant zum Silicon Valley, und im E-Estonia Briefing Informationscenter, in dem die estnische Regierung die Möglichkeiten und Erfolge ihrer E-Government-Strategie präsentiert.

Transparenz der Datenverwendung

Die Antworten lassen vor allem einen Schluss zu, wie Spartenobfrau Ingeborg Dockner, die die Delegation anführte, zusammenfasst: „Neben der bedingungslosen Benutzerfreundlichkeit aller Systeme liegt es vor allem an der Transparenz der Datenverwendung, dass die Akzeptanz von E-Government und der damit verbundenen Services unter den Estinnen und Esten so hoch ist. Davon können wir lernen.“ Die Transparenz des E-Government-Systems in Estland geht soweit, dass den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur offengelegt wird, wer auf ihre Daten zugreifen kann. Zusätzlich kann jeder Bürger derzeit einsehen, wer tatsächlich auf seine Daten zugegriffen bzw. wer welche Abfragen getätigt hat.
Die Transparenz reduziert die Skepsis der Bürger bei der Verknüpfung von Daten. Insbesondere dann, wenn es zu einer Verknüpfung von Daten oder Prozessen zwischen E-Government, E-Health und kommerziellen Anwendungen gibt, kocht erfahrungsgemäß die Skepsis unter den Bürgern in Österreich schnell hoch. Bedingungslose Transparenz ist Estlands Medizin gegen diese Digitalisierungsbremse. Davon konnte sich die Delegation beim Besuch von Nortal überzeugen, einem Unternehmen, das sich vor allem mit Technologien befasst, die durchgängige
Prozesse zwischen öffentlichen Stellen, Gesundheitssystem und Unternehmen vereinfachen.

E-Government wirkt sich auf alle Bereiche aus

Technologieparks, Start-up-Hubs und ein Makerspace, der universitäre Forschung, Unternehmen und Investoren vernetzt, waren weitere Reiseetappen, die den Gästen aus Niederösterreich eindrucksvoll zeigten, dass die E-Government-Vorreiterrolle Estlands auf viele andere Bereiche ausstrahlt. 

Schule der Zukunft mit Roboter-Labor

Neben spannenden Start-ups –­
von Gaming-Entwicklern bis hin zu Anbietern innovativer Speichertechnologien – durften die TeilnehmerInnen auch einen Blick auf die Schule der Zukunft werfen: In einer Modell-Volksschule zeigt Estland, wie das Bildungssystem zu einem Standbein der Digitalisierung werden kann, das alle Schichten der Gesellschaft auf diesem Weg in ein neues Zeitalter mitnimmt. Roboter zu programmieren ist für die Jüngsten ein spannendes Schulfach mit spielerischer Komponente und in einem eigenen, eindrucksvollen Roboter-Labor gehen die Kids dieser Schule auch angstfrei auf Tuchfühlung mit der praktischen Anwendung von Artificial Intelligence. So resümierte Dockner zum Ende der Reise: „Estlands Strategie zeigt deutlich, dass Technologie zwar wichtig ist, dass aber viele andere Faktoren wie Transparenz und Bildung einen großen Anteil haben, wenn E-Government und digitale Wirtschaft erfolgreich sein sollen.“

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