th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Land NÖ und WKNÖ organisierten Sonderflüge, um 24-Stunden-Betreuerinnen ins Land zu bringen

Landesrätin Teschl-Hofmeister lobt Zusammenarbeit, Obmann Pozdena fordert Schnelltests: „Personen­betreuer sind systemrelevante Personen!"

Robert Pozdena, Obmann der Personenbetreuer
© cura domo Robert Pozdena, Obmann der Personenbetreuer

Unermüdlich im Einsatz sind in diesen Tagen auch jene, die 33.000 Menschen in Österreich im Rahmen der 24-Stunden-Pflege betreuen. „In Niederösterreich gibt es rund 8.000 Menschen, die so betreut werden. In 70 Fällen wird es in absehbarer Zeit Betreuungsprobleme geben, die es zu lösen gilt", erklärt Robert Pozdena, Obmann der Personenbetreuer in der WKNÖ und betont: „Wir sind bestens organisiert, stehen in engem Kontakt mit dem Land Niederösterreich und der NÖ Pflegehotline und versuchen wirklich alles, um die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher flächendeckend betreuen zu können."

Die Maßnahmen, die die Fachgruppe gemeinsam mit dem Land Niederösterreich dabei setzt, sind umfangreich: „231 Betreuerinnen sind bereits mit Sondergenehmigung aus Rumänien und Bulgarien eingeflogen worden," illustrieren der Obmann und Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister ihre Zusammenarbeit. Der Flug wird vom Land Niederösterreich bezahlt, die Wirtschaftskammer übernimmt die Kosten der 14-tägigen Quarantäne, die die Betreuerinnen derzeit in einem niederösterreichischen Hotel verbringen.

„Für uns in Niederösterreich ist vorrangig, dass auch in fordernden Zeiten die Pflege und Betreuung in unserem Bundesland bestmöglich gesichert ist. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, zusammen mit der Fachgruppe der Wirtschaftskammer, hier auch seitens des Landes volle Unterstützung zu geben und entsprechende Maßnahmen zu setzen, um die Pflegebedürftigen in unserem Land weiterhin gut versorgt zu wissen", betont Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, die zusätzlich auch die Kapazitäten der NÖ Pflegehotline (02742/9005 9095) als Anlaufstelle für Anfragen, Auskünfte und Weitervermittlung erhöht hat.


Die WKO Länder-Informationen werden laufend aktualisiert. Aktuelle Meldungen und Beschränkungen sowie Hinweise für Exporteure auf wko.at/noe/corona-laendeinformationen 

 



Interview mit Robert Pozdena, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung

Die Aktion, PersonenbetreuerInnen aus Rumänien und Bulgarien einfliegen zu lassen, hat für großes mediales Echo gesorgt. Was war der Auslöser dafür?

Aufgrund geschlossener Grenzen gab es binnen kürzester Zeit 70 Anfragen wegen betreuerischem Notstand. Dieser Engpass kann jetzt gut überwunden werden.

250 Personen waren geplant, 19 konnten ihren Heimatort trotz der eigens ausgestellten Bescheinigungen nicht verlassen, da bleiben immer noch 231 Personen für 70 gemeldete Fälle, ist das nicht sehr großzügig dimensioniert?

Sicher nicht, wir haben die Fälle nach Dringlichkeit geclustert: nach aktuellem Bedarf, nach Betreuungsnotstand innerhalb der kommenden Woche und nach Bedarf erst nach Ostern. Da kommt in Summe schon einiges zusammen, und außerdem erwarte ich, dass der Peak erst um Ostern auftritt. Das geht sich dann genau mit der 14-tägigen Quarantäne aus.

Außerdem wird eine Woche nach unseren Ostern das orthodoxe Osterfest gefeiert. Das ist für orthodoxe Christen der Höhepunkt des Jahres, von der Wichtigkeit her vergleichbar mit unserem Weihnachtsfest. Das soll natürlich gemeinsam mit der Familie gefeiert werden, weshalb die meisten dann heimfahren wollen. Die neu angekommenen Betreuerinnen sind natürlich gewärtig, dass sie jetzt auch über diese Feiertage arbeiten werden.

Wieso müssen die Betreuerinnen in 14-tägige Quarantäne, warum macht man keinen PCR-Schnelltest (Polymerase Chain Reaction)? Wäre das nicht billiger als zwei Wochen Hotel-Quarantäne?

Natürlich wäre es das, aber PersonenbetreuerInnen gelten nicht als systemrelevant. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch – natürlich ist es wichtig und richtig, dass Ärzte und Krankenpfleger als systemrelevant eingestuft sind und Zugang zu PCR-Tests haben. Dieser Abstrichtest mit 99,9% Sicherheit und einer Wartezeit von 24 bis 36 Stunden sollte aber auch den PersonenbetreuerInnen zur Verfügung stehen. Denn so wie es jetzt ist, dauert es mit der 14 Tage-Quarantäne eben ganze zwei Wochen, in denen wertvolle Zeit vergeht und Unkosten auflaufen. Und für die Psyche und die Motivation der Betreuerinnen kann ich mir auch etwas Besseres vorstellen als Isolation.

Schnelltests sind erschwinglich, ausreichend produzierbar und es gibt auch kein logistisches Problem, warum werden die nicht einfach gekauft?

Glauben Sie mir, ich würde gerne Schnelltests für Niederösterreich kaufen, aber das kann ich nicht wegen der Hürde „Systemrelevanz". Das ist einzig und allein ein Problem der Genehmigung.

Wie gewährleistet man nach Abschluss der Quarantäne, dass keine symp-tomfreie Corona-Infektion vorliegt, die dann erst wieder zu einer Übertragung führen würde?

Generell gilt zwar, dass PersonenbetreuerInnen die infektionsärmste Betreuung garantieren, weil sie in der 24 Stunden-Betreuung nur mit einer einzigen Person befasst sind. Die 14 Tage vor der Arbeitsaufnahme sollen sicherstellen, dass auch eine symptomfreie Infektion nach dieser Zeit überwunden ist. Ich persönlich hätte aber auch da lieber noch einen abschließenden Schnelltest.

Warum gehen Personen­betreuerInnen aus der Slowakei bei der Einreise in Quarantäne, obwohl es derzeit keine Beschränkung gibt?

Diese „freiwillige Selbstquarantäne" dient einzig und allein der Sicherheit. Es ist einfach das Gebot der Stunde, alles zu tun, um die am meisten verwundbare Personengruppe zu schützen. Hier auch nur das geringste Risiko einzugehen, ist einfach unmoralisch.

Die meisten PersonenbetreuerInnen kommen aus Rumänien, gefolgt von der Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Tschechien, Kroatien und Polen. Viele kritisieren, das ginge zu Lasten der österreichischen Arbeitslosen. Wie sehen Sie das?

Es gibt Gruppierungen, die ganz prinzipiell gegen ausländische BetreuerInnen sind. Da es leider so gut wie keine ÖsterreicherInnen gibt, die in der 24 Stunden-Betreuung arbeiten wollen, ist der einzige Gegenvorschlag, alle zu betreuenden in Heimen unterzubringen, aber wer bitte will das?

In diesen Zeiten jetzt sieht man, wie wichtig die Personenbetreuung ist, weil jeder im Alter lieber zuhause in der gewohnten Umgebung bleibt, als woanders betreut zu werden. Und sogar volkswirtschaftlich ist klar, dass die Personenbetreuung der optimale Weg ist.


Das könnte Sie auch interessieren

Otto Ressner, Fachgruppenobmann der Gewerblichen Dienstleister Niederösterreich

Die Buhmänner der Nation?

Kommentar von Otto Ressner, Fachgruppenobmann der Gewerblichen Dienstleister Niederösterreich mehr