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Alexa, bist Du gefährlich?

Smarte Geräte im Haushalt erleichtern den Alltag und werden immer beliebter. Mit Anzahl der Geräte steigen auch die Sicherheitsrisiken. Experten des österreichischen Versicherungsverbandes und des Kuratoriums für Verkehrssicherheit diskutierten über zuküntige Chancen und Risiken durch die vernetzten Alltagshelfer.

Symbolgrafik Vernetzung ansteuerbarer Geräte im Haushalt
© Pixabay
Bequemer, sicherer und „smarter“ Leben, das verspricht die Technik von heute. Smart Homes – also Haushalte auf Basis digital vernetzter Geräte, die zu einer Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität, Sicherheit oder effizienteren Energienutzung beitragen sollen, haben Vorzüge, bergen aber auch Risiken: „Smart Homes sind auch in Österreich kräftig auf dem Vormarsch und aus den Haushalten der Zukunft nicht wegzudenken. Bei aller Begeisterung für den Komfort der aktuellen technologischen Entwicklungen ist aber auch ein neues Sicherheits- und Versicherungsbewusstsein notwendig – von der Anpassung der Haushalts- und Eigenheimversicherung bis zum Versicherungsschutz gegen Hacker und Cyber-Kriminalität“, erklärt Rémi Vrignaud, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO.

Studie zeigt: „Nutzung mit gesunder Skepsis“

Virtuell schließbare Außenjalousien oder sich automatisch füllende Kühlschränke – was vor einigen Jahren noch nach Science Fiction klang, ist heute Realität. Doch inwieweit halten Smart-Home-Geräte tatsächlich Einzug in den Alltag der Österreicher? Wer nutzt was? Und welche Probleme gab es im Umgang mit vernetzten Geräten in Österreich bereits?
Eine KFV-Studie zeigt, dass die befragten Österreicher dem Thema Smart Home in Bezug auf Sicherheitsfragen eher skeptisch gegenüberstehen. Für den Großteil der Befragten überwiegen derzeit insgesamt noch die Gefahren gegenüber dem Nutzen von Smarten Geräten. Die Angst vor der „Verselbstständigung der Geräte“ wird hier als einer der häufigsten Gründe (46 Prozent) für die Verunsicherung angegeben.
„Dass, die Sorgen der Befragten durchaus berechtigt sind, zeigen verschiedene Beispiele immer wieder. Sicherheitslücken in den Produkten sind keine Seltenheit“, erklärt Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Trotz ihrer Skepsis verwenden Herr und Frau Österreicher schon jetzt regelmäßig Smart Devices (45 Prozent der Befragten) – oft allerdings ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein. Jeder zehnte Nutzer vernetzter Geräte gab in der Befragung an, bereits einen Schadensfall erlebt zu haben – hier dominieren Fehlfunktionen und Fehlleistungen in Bezug auf gewünschten Komfort. Von tatsächlich sicherheitsrelevanten Vorfällen (Hacker-Angriff, Datendiebstahl oder -verlust) berichten derzeit 3,5 Prozent dieser geschädigten Nutzer. 


V.l.: KFV-Direktor Othmar Thann, VVO-Vizepräsident Rémi Vrignaud, Leiter des Cybercrime-Competence-Center des Bundeskriminalamtes Leopold Löschl und VVO-Generalsekretär Louis Norman-Audenhove.
© VVO/APA-Fotoservice/Hautzinger V.l.: KFV-Direktor Othmar Thann, VVO-Vizepräsident Rémi Vrignaud, Leiter des Cybercrime-Competence-Center des Bundeskriminalamtes Leopold Löschl und VVO-Generalsekretär Louis Norman-Audenhove.


Online Plattform
„Bewusst und gezielt eingesetzt können Smart Devices eine Entlastung im Alltag darstellen. Um Sicherheitsrisiken so gut wie möglich zu minimieren, empfiehlt es sich aber gezielt Informationen einzuholen und sich abzusichern“, so Thann. Um das Bewusstsein der Anwender für die verschiedenen Gefahren zu schärfen, hat das KFV eine interaktive Online-Plattform entwickelt:
www.sicherheit-mit-zukunft.at

Prävention durch Information

„Die Problematik des kontinuierlichen Anstiegs von Cybercrime-Fällen wird durch die stark zunehmende Anzahl von vernetzten Geräten noch massiv verstärkt und bietet daher ein besonders attraktives Angriffsziel für Kriminelle. Um diese Entwicklung einzubremsen, ist ein Umdenken nicht nur bei den Anwendern, sondern auch bei den Herstellern erforderlich. Solange hier keine Änderungen eintreten, wird die Gefährdungslage bei IoT (Internet of Things) durch Cybercrime weiterhin steigen. IoT-Geräte sollten deshalb nie ungeschützt im Internet betrieben werden.“, erklärt Leopold Löschl vom Cybercrime-Competence-Center des Bundeskriminalamtes. Eigeninitiative und einfache Präventionsmaßnahmen können das Risiko, Opfer von Internetkriminalität zu werden, deutlich verringern. „Seit 2014 sind kontinuierliche Anstiege im Bereich Cybercrime zu verzeichnen: 2017 wurden 16.804 Anzeigen der Polizei gemeldet. Mit einer Zunahme von 28,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr wird der Trend der letzten Jahre fortgesetzt“, so der Experte.


Sicherheitstipps

Auf Qualität setzen beim smarten Produktkauf
Auf Kompatibilität neuer und bestehender Geräte untereinander achten.
Fachpersonal mit IT-Sicherheitsexpertise aufsuchen.
Auf Nachhaltigkeit und Support achten, anstatt Billigprodukte zu kaufen.
Beim Datenschutz genauer hinsehen
Nutzungsvereinbarungen lesen.
Auf technische Möglichkeiten und Softwarelösungen der Geräte achten.
Konfigurationen aktiv betreiben und Settings datenschutzfreundlich einstellen.
Hacker-Angriffe erschweren
Gebrauchsanleitungen lesen.
Ein überlegtes Passwortmanagement einsetzen.
Smart Devices ausschalten, wenn man außer Haus ist.


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