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Rohstoffe: Teuerung kann an Baufirmen hängenbleiben

Die Nachfrage nach Baustoffen ist groß. Durch die angespannte Situation auf den globalen Rohstoffmärkten kommt es zu verzögerten Lieferungen und die Kosten steigen teils exorbitant an. 

Baustelle mit Metallgitter und Plastikrohren
© pixabay
„Zwei große Probleme treffen derzeit im Bereich der Baustoffe zusammen. Einerseits die teilweise exorbitant gestiegenen Baustoffpreise, welche in den laufenden Aufträgen nicht einkalkuliert sind und in vielen Fällen bei den Baufirmen hängenbleiben. Andererseits werden bei einigen Baustoffen derzeit gar keine Bestellungen mehr angenommen und auch keine definitiven Liefertermine bekanntgegeben“, fasst Landesinnungsmeister Robert Jägersberger die Lage zusammen. Beide Phänomene führen mitunter bereits dazu, dass Fertigstellungstermine unter Druck geraten. 
Laut Jägersberger war diese Situation nicht vorhersehbar und sei mit höherer Gewalt gleichzu­setzen. Trotzdem vermutet er, dass von Seiten der Rohstofflieferanten die Gewinnoptimierung ins Spiel gebracht worden ist. Vor allem in den Bereichen Holz, Eisen, Dämmstoffe oder Kunststoffprodukte werden die Rohstoffe in den Lagern knapp oder sind bereits erschöpft. 

Bau: Keine Strafen für die Auftragnehmer

Betriebe in Niederösterreich stehen nun vor dem Problem der Mehrkosten: „Die Verteuerungen sind in den laufenden Aufträgen nicht einkalkuliert und so bleiben diese an den Baufirmen hängen. Es wäre eine große Hilfe, wenn der Gesetzgeber die Anhebung der Festpreise empfehlen würde – natürlich nur dort, wo dies möglich ist“, bittet Jägersberger.

Darüber hinaus müsse klar festgehalten werden, dass die vorherrschenden Lieferprobleme oder -stopps nicht in der Sphäre des Auftragnehmers liegen und somit keine Vertragsstrafen auslösen. Den niederösterreichischen Baufirmen rät er, je nach Vertragssituation den Auftraggeber über die Situation zu informieren und nach Möglichkeit eine individuelle Lösung zu suchen. „Die Bauinnung hält ihre Mitgliedsbetriebe dazu mit Rundschreiben am Laufenden“, verweist der Landesinnungsmeister auf die Newsletter.

Porträt Jägersberger
© Gerald Lechner

„Hamsterkäufe verschärfen das Problem der Verfügbarkeit von Rohstoffen und spielen Spekulanten in die Hände, da dadurch die Rohstoffpreise noch mehr angefeuert werden.“

Robert Jägersberger
Landesinnungsmeister Bau NÖ


Handel: „Registrieren die höheren Preise“

Der NÖ Baustoffhandel ist täglich gefordert, Kunden und verarbeitende Gewerbebetriebe rechtzeitig mit den entsprechenden Waren zu beliefern. Das stellt angesichts der langen Lieferzeiten eine große Herausforderung dar. „Wir erleben eine Verknappung der Baumaterialen, vieles kann nicht im gewünschten Ausmaß geliefert werden und die Preise werden laufend höher“, ist Landesgremialobfrau Susanne Übellacker besorgt. 

Die Verknappung habe dazu geführt, dass die verarbeitenden Firmen Einlagerungs- und Hamsterkäufe getätigt haben, um ohne Verzögerungen weiter arbeiten zu können. Kunden, die nun auf diese Rohstoffe angewiesen sind, müssen den stark angestiegenen Preis zahlen. „Man darf jedoch nicht vergessen, dass die Preissteigerung bei den Baustoffen in den vergangenen Jahren immer sehr moderat ausgefallen ist“, so Übellacker. 

„Lieferzeiten können mittlerweile bis zu sechs Monate betragen. Man wird sich leider damit und den enormen Preissteigerungen arrangieren müssen.“ 

Susanne Übellacker
Obfrau Landesgremium des Baustoff-, Eisen-, Hartwaren- & Holzhandes NÖ 

Porträt Übellacker
© Josef Bollwein

Gute Planung ist das Um und Auf für Speditionen

Dass sich die Schifffrachtkosten seit Mai 2020 verdreifacht haben, bemerkt auch Rudolf Bsteh, Fachgruppenobmann Spedition und Logistik NÖ: „Da viele Reedereien seit dem Beginn der Pandemie etliche Schiffe außer Dienst gestellt haben, kam es vielerorts zu einer größeren Nachfrage an Schiffsraum als verfügbar war. Am stärksten betrifft das den Verkehr von Fernost nach USA und Europa.“ Gerade der Unfall auf dem Suez-Kanal trägt ebenso zu Verzögerungen im internationalen Schiffsverkehr bei, woraus dann Preissteigerungen resultieren können.

Bstehs Rat an NÖ Unternehmen: „Leider gibt es kein Patentrezept, eine gute Planung ist unabdingbar, kurzfristige Transporte sind zu vermeiden. Ein transparentes Preisgefüge, mit dem Verlader und Frachtführer leben können, wäre wünschenswert.“

Porträt Bsteh
© Josef Bollwein

„Die hohen Frachtkosten wirken sich negativ auf die Rohstoffpreise aus. Auch die längeren Lieferzeiten sind problematisch. Kunden zahlen mehr Geld für schlechteren Service.“

Rudolf Bsteh
Obmann Fachgruppe 
Spedition und Logistik NÖ

Hintergrund:

  • Außergewöhnlicher Konjunkturanstieg in China (+18,3 % erstes Quartal 2021): Mehr Import als Export
  • Die Förderung vieler Rohstoffe wurde von Minenbetreibern, Ölproduzenten und anderen bewusst zurück gefahren und hat noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht.
  • US-Bauboom hat zu einer Vervierfachung des Holzpreises seit Mai 2020 geführt. 


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