th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Reiseg‘schichten aus dem eigenen Land

Herrliche Landschaften, Kultur und Kulinarik: Österreich ist vielseitig. Das will die Reisebranche besonders in dieser Zeit hervorstreichen – und nicht nur ausländische Touristen überzeugen, sondern auch die eigenen Landsleute.

Landschaft: Dürnstein
© NÖ Werbung/Michel Liebert
Der Mond steht hoch am Himmel und taucht die Donau bei Ybbs in ein mystisches Licht. Barbara H. wickelt sich die Decke fester um den Körper und nippt an ihrem Glas. Sanfte Klänge und Gesprächsfetzen durchbrechen die abendliche Stille – denn am Donau-ufer ist einiges los: Die Donau Lodge SK 2058 Waterfront feiert Premiere und bietet in ungezwungener Atmosphäre eine musikalische Zeitreise durch die Welt. Es ist eine von mehreren Veranstaltungen, die Inhaberin Karin Gruber-Rosenberger und ihr Team den Gästen des Hauses wöchentlich bietet. 


Unterhaltung

„Wir haben den Lockdown genutzt, um uns bestmöglich auf die Zeit danach einzustellen. Wir haben kurze Videos gedreht, um in den Sozialen Netzwerken im Gespräch zu bleiben, wir haben Reisebüros kontaktiert, mit Motorrad- und Radklubs Kontakt aufgenommen und uns überlegt, wie wir unseren Gästen noch stärker ein Urlaubsgefühl vermitteln können“, erzählt Gruber-Rosenberger und setzt sich zu Barbara H. und ihrem Mann an den Tisch. Die beiden Tiroler machen das erste Mal Urlaub im Mostviertel und sind von den wöchentlichen Veranstaltungen in ihrem Beherbergungsbetrieb begeistert.
„Wir haben gemerkt, dass in Österreich ein Gefühl von Solidarität entstanden ist. Die Leute wollen im Land urlauben und die heimischen Betriebe unterstützen“, beschreibt die Hotelierin und ergänzt: „Die Menschen haben Lust auf einen Tapetenwechsel und wir wollen sie unterhalten und ihnen wieder ein Gefühl von Leichtigkeit geben.“ Mit Live-Musik, Barbecue-Abenden, Vollmondnächten oder Beauty-Frühstücks wird den Gästen im Hotel Donau Lodge jedenfalls einiges geboten – zusätzlich zum touristischen Angebot in der Region.

 
Die ganze Welt bedienen

Flussschnorcheln und Kanufahren – aber nicht in exotischen Gefilden, sondern gewissermaßen vor der eigenen Haustür. „Österreich hat so viel zu bieten, es gibt so viel zu erforschen und zu entdecken“, betont Theresa Wendt, Geschäftsführerin von Corso Reisen in Mödling und greift zu einem Prospekt mit der Aufschrift: „Beschaulich im Almdorf Seinerzeit“. Nachdem die Reisebüros-Mitarbeiter in den letzten Monaten nur mit Stornierung und Rückabwicklung beschäftigt waren, „freuen wir uns darauf, für unsere Kunden endlich wieder Angebote erstellen zu können.“ Als Zusatzangebot und um zu zeigen, dass die Branche flexibel und innovativ auf die aktuelle Situation reagiert, finden sich im Programm von Corso derzeit vermehrt Destinationen im eigenen Land. „Wir setzen hier auch auf Nachhaltigkeit. Wir bieten Radtouren durch das Salzkammergut an, Urlaub in schönen Locations in Kärnten oder Trailing durch Österreichs Wanderparadiese“, nennt Wendt Beispiele. 
Doch das Hauptaugenmerk bei Corso wird auch weiterhin auf Auslandsreisen gelegt. „Wir bedienen die ganze Welt und sind vor allem außerhalb von Österreich sehr versiert. Die Menschen wollen reisen, wir hoffen auf einen klaren Fahrplan von Seiten der Politik“, betont die Unternehmerin und widmet sich einem Paar, das das Geschäft in Mödling betritt. Die schönen Plätze in Österreich fährt in diesem Sommer und Herbst auch Rudolf Sailer, Inhaber von Meidl Reisen in St. Pölten, mit seiner Autobus-Flotte an. „Wir haben bis Jahresende alle Auslandsreisen gestrichen und konzentrieren uns auf Urlaub in Österreich“, erklärt Sailer und ergänzt: „Wandern in Tirol, Urlaub am Wasser in Kärnten – schöne Ziele gibt es in Österreich genug.“ Vor allem bei Vereinen und Gruppen sei die Nachfrage ab Juli gut, „bei den typischen Katalogreisen ist das Interesse noch nicht so groß, da spürt man noch die Unsicherheit der Menschen“, weiß Sailer, der hofft, dass sich das durch weitere Lockerungsmaßnahmen und genauere Infos bald ändert. „Unsere Fahrer sind motiviert, die Busse top ausgestattet, alle Auflagen umgesetzt: der Sommer kann kommen.“

Reisebüros, Reisebusse und Hotellerie am Wort

Obfrau Susanne Kraus- Winkler (Hotellerie)
© Isabella Abel Obfrau Susanne Kraus- Winkler (Hotellerie)

Obfrau Susanne Kraus- Winkler (Hotellerie): „Die Hoteleröffnung war ein erster Schritt für ein Tourismus-Comeback. Die große Herausforderung ist es nun, den Gästen wieder Lust auf einen schönen und sicheren Urlaub  zu machen, und vor allem auch Vertrauen in das zu schaffen, was man auch jetzt wieder im Urlaub erleben kann. Niederösterreich bietet eine prachtvolle Naturlandschaft und viele tolle Angebote für einen wunderschönen und sicheren Sommerurlaub.“

Obfrau Sabine Riedl (Reisebüros)
© Gerald Lechner Obfrau Sabine Riedl (Reisebüros)

Obfrau Sabine Riedl (Reisebüros): „Die Krise hat uns früh und hart getroffen – viele unserer gesunden Betriebe stehen vor dem Aus. Die 2.134 österreichischen Reisebüros und ihre 10.000 Mitarbeiter brauchen zeitnahe und nachhaltige finanzielle Unterstützung sowie Planungssicherheit. Die Österreicher sind reisewillig, aber uns fehlen genaue Informationen für eine fundierte Beratung. Wir hoffen auf eine zeitnahe Lösung für die Branche.“

Obmann Norbert Brunner (Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen)
© Ersan Ismani Obmann Norbert Brunner (Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen)

Obmann Norbert Brunner (Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen): „Wir pfeifen aus dem letzten Loch. Die Räder unserer Betriebe stehen seit März still. Wir brauchen dringend Unterstützung, die nicht rückerstattet werden muss – sonst wird es die Branche nicht mehr lange geben. Wir erbringen wichtige Mobilitätsdienstleitungen – auch für andere Branchen und stehen für umweltschonendes Reisen. Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit der Politik schnell eine gute Lösung finden.“


Interview mit Peter Zellmann, Leiter des Institutes für Tourismus-und Freizeitforschung

Peter Zellmann: „Der Gast ist ein Gewohnheitstier und hat ganz klare Vorstellungen von seinem Urlaub.“
© Institut für Tourismus- und Freizeitforschung Peter Zellmann: „Der Gast ist ein Gewohnheitstier und hat ganz klare Vorstellungen von seinem Urlaub.“


Heuer ist alles anders. Auch die Urlaubszeit. Wie verändert Corona die Reisebranche?
Es ist nicht das Virus, sondern es sind die Maßnahmen, die sich auswirken. Um langfristige Auswirkungen zu benennen, ist es noch zu früh. Die Verunsicherung bei den Menschen in Europa ist groß, ein Drittel der Österreicher bleibt heuer zu Hause, ein Viertel der Betriebe hat nicht wieder aufgesperrt. Die Einbußen werden enorm sein. Spätestens im Herbst wird man sehen, wie abhängig andere Branchen, vor allem im ländlichen Raum, vom Tourismus sind. Dazu kommt, dass viele ihren Urlaub schon verbraucht haben – aufgrund von Kurzarbeit, Kinderbetreuung etc. Und durch die Krise haben die Menschen natürlich auch weniger Geld für Urlaub zur Verfügung. Das alles wird sich bemerkbar machen.

Orten Sie Veränderungen bei Motiven und Bedürfnissen?
Urlaub ist und bleibt eine besonders emotional verdichtete Zeit. Die Menschen haben hohe Erwartungen an und klare Vorstellungen von dieser Zeit. Da sind sie nicht bereit, Kompromisse einzugehen. Es wird Verschiebungen geben, aber keine grundlegenden Änderungen, was Motive und Bedürfnisse betrifft. 

Also kehren wir nach Eindämmung der Pandemie wieder zum Vor-Corona-Reiseverhalten zurück?
Urlauber haben ein Kurzzeitgedächtnis. Ob sich aufgrund des Virus die grundlegende Einstellung der Gesellschaft verändern wird, wird sich erst zeigen. Aber es wird nicht so sein, dass die Menschen keine Flugreisen und Kreuzfahrten mehr machen und nur mehr ökologisch sanft unterwegs sind.

Was müssen die Betriebe der Reisebranche machen, um Corona und vor allem auch die Zeit danach zu überstehen? 
Betriebe, oder noch besser Destinationen, müssen sich zusammentun und anfangen, eigene Marktforschung zu betreiben und die Bedürfnisse ihrer (potenziellen) Gäste genau zu erfassen. Dank der Digitalisierung gibt es hier einfach handhabbare und kostengünstige Möglichkeiten und Tools. Sie müssen anfangen, weniger irgendwelchen Allgemeinplätzen Glauben zu schenken, sondern anfangen, sich mit den tatsächlichen Bedürfnissen ihrer Gäste auseinanderzusetzen. Denn DEN Gast gibt es nicht. Der Trend geht zu mehreren Kurzurlauben im Jahr und dabei ändert der Gast jedes Mal seine Identität.

Gibt es Betriebe, die profitieren?
Balkonien hatte schon vor Corona großen Zuwachs. Profitieren werden die Sport- Kultur- und Freizeitbetriebe in den Regionen, der Radtourismus, und alles, was mit Outdoor zu tun hat.  


Das könnte Sie auch interessieren

Optimal: Schutzschilder aus Glas

Das Gebot der Stunde: Schutzschilder für MitarbeiterInnen

Ob an Theken, Schreibtischen oder an der Kassa – ein kompletter Gesichtsschutz für die Kontaktpersonen ist unbedingt nötig, um die weitere Ausbreitung von Corona (COVID-19) zu verhindern und um gleichzeitig die Versorgung aufrecht zu halten. mehr

Restaurant Mahlzig

"Wir wollen schnell wieder zu alter Stärke zurückfinden"

Um nach der Krise wieder voll durchstarten zu können, wurde im Mahlzig in Herzogenburg auf Mitarbeiterweiterbildung und -akquise gesetzt. mehr