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Personenbetreuung: „Nah am Menschen“

Sie sorgen dafür, dass Menschen, die Betreuung brauchen, weiter in den eigenen vier Wänden leben können. Und sie sind Mitglieder der WKNÖ – die rund 17.000 selbstständigen Personenbetreuer und 230 Vermittlungsagenturen, die in Niederösterreich aktiv sind.

© istockphoto Betreuungskräfte werden nicht nur heute dringend gebraucht, sondern in Zukunft sogar um ein Vielfaches mehr.

Vorsichtig hilft die Betreuerin ihrem Klienten aus dem Bett. Sie hilft beim Ankleiden, sie kocht, macht mit dem alten Herrn eine kleine Runde um das Wohnhaus. 
Sie sorgt dafür, dass es dem 84-Jährigen an nichts fehlt und er weiter in den eigenen vier Wänden leben kann. Eine Betreuung für oft 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. „Das ist ein System, das wirklich funktioniert“, betont Robert Pozdena, Obmann der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ)-Fachgruppe Personenbetreuung. 

„Von einem Moment auf den anderen“

Und das nicht zuletzt für die Angehörigen wichtig ist. „Sehr schwer“ sei es gewesen, als für ihre Mutter nach einem Spitalsaufenthalt recht plötzlich eine Wahl für eine Betreuung getroffen werden musste, berichtet Unternehmerin Doris Reinisch. 
Da habe es enorm geholfen, auf Agenturen zurückgreifen zu können, da man sonst – „von einem Moment auf den anderen“ – die Betreuung rund um die Uhr gar nicht leisten könnte. „Da ist sehr viel Empathie gefordert. Weil der betreute Mensch und die Betreuungskraft ja zusammenpassen müssen.“ Das könne einmal sehr gut klappen, dann wieder „eine Herausforderung“ sein – auch wegen manchmal nicht wirklich ausreichender Deutschkenntnisse. „Und auch für die betreuenden Personen ist es oft schwer.“

„Meinen Traumberuf gefunden“

Die NÖWI erreicht Betreuerin Florentina Palaloga in Rumänien, nur wenige Minuten bevor sie wieder nach Österreich zu ihrem Schützling aufbricht. 
„Ich habe meinen Traumberuf gefunden“, strahlt sie geradezu durch das Telefon. „Es gefällt mir, dass ich mein Herz öffnen kann für Menschen, die das wirklich brauchen.“ Palaloga ist auch als Funktionärin in der WKNÖ aktiv. „Es ist wichtig, in der Branche mitreden und Kolleginnen und Kollegen helfen zu können.“ 
So hätten etwa Betreuerinnen aus Rumänien trotz langjähriger Betreuungsarbeit in Österreich oft keine Möglichkeit, einen Kredit zu bekommen – in Österreich nicht, weil sie hier keinen Wohnsitz haben, in Rumänien nicht, weil sie dort nicht arbeiten. „Da braucht es eine Lösung.“ Außerdem denkt Palaloga an eine zentrale Info-Stelle für BetreuerInnen, die neu nach Österreich kommen – mit praktischen Tipps für den Alltag in Österreich. „Wir müssen uns zurechtfinden, schließlich sind wir ja auch allein mit dem Pflegling.“ 

Prognose: 165 Millionen Betreuungsstunde

Die Zahlen zeigen deutlich, dass Betreuungskräfte als „Nahversorger“, die ganz direkt „nah am Menschen“ sind, wie es WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker einmal formuliert hat, nicht nur heute dringend gebraucht werden, sondern in Zukunft sogar um ein Vielfaches mehr. 
Der notwendige Betreuungsaufwand wird bis 2030 um rund 100 Millionen auf 165 Millionen Stunden im Jahr steigen, die Zahl der benötigten Betreuungskräfte auf nicht ganz 30.000

Robert Pozdena, Obmann der WKNÖ-Fachgruppe Personenbetreuung.
© David Schreiber Robert Pozdena, Obmann der WKNÖ-Fachgruppe Personenbetreuung.
Pozdena: „Grundförderung verdoppeln“

Zur weiteren Stärkung der Betreuung drängt Fachgruppen-Obmann Pozdena daher unter anderem auf eine Erhöhung der seit der Einführung vor rund elf Jahren nicht angepassten Grundförderung für Betreuungsleistungen ab Pflegestufe 3 bzw. ab Stufe 1 bei Demenz. Aktuell beträgt diese Förderung für eine klassische 24-Stunden-Betreuung mit zwei sich abwechselnden Betreuungskräften 550 Euro im Monat, also 275 Euro pro Betreuer. 
„Real hat diese Förderung seit der Einführung 21 Prozent an Wert verloren, eine Verdoppelung wäre angebracht“, verweist Pozdena zum Vergleich auf Kosten von „mindestens 3.000 Euro“, die monatlich für eine Betreuung in Pflegeheimen anfallen. Überdies will Pozdena die Bereiche Betreuung und Pflege noch „viel enger vernetzen“. Das könne in beiden Bereichen das Personal entlasten und zugleich die Lebensqualität der in ihren eigenen vier Wänden auf Hilfe angewiesenen Menschen weiter verbessern.

wko.at/noe/personenberatung-personenbetreuung

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