th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery Flickr Youtube Instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Personenbetreuung wird zertifiziert

Hinter dem eher sperrigen Kürzel „ÖQZ 24“ verbirgt sich ein Meilenstein der Branche – das Österreichische Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung.

Dame im Rollstuhl wird betreut
© Randy Faris/Corbis
Das Qualitätszertifikat soll insbesondere die Situation der pflegebedürftigen Menschen und deren Familien stärken und so zur nachhaltigen Qualitätssteigerung der Pflege und Betreuung beitragen. „Das ÖQZ 24 trägt mit seinen Qualitätsstandards wesentlich zur Sicherung, Transparenz und Qualität der Betreuungssituation der Betroffenen, Angehörigen und Personenbetreuungskräften in Zusammenarbeit mit den Vermittlungsagenturen bei,“ betont Bundesministerin Beate Hartinger-Klein.
Vermittlungsagenturen können im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens (durchgeführt vom Verein zur Förderung der Qualität in der Betreuung älterer Menschen) unter Beweis stellen, dass sie – über die gesetzlichen Anforderungen hinaus – höhere Qualitätsstandards erfüllen.
Die Grundlage der Zertifizierung bilden die vom Bundesministerium (Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz), von der Wirtschaftskammer und relevanten Stakeholdern erarbeiteten Richtlinien. Das ÖQZ 24
soll neben den bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen der Gewerbeordnung und der Verordnung über Standes- und Ausübungsregeln für die Organisation von Personenbetreuung treten, deren Einhaltung eine Voraussetzung für die Erlangung des Zertifikates ist.

Sicherung der Qualität
So muss sich beispielsweise die Vermittlungsagentur vertraglich verpflichten, eine Qualitätssicherung mittels Hausbesuchen durch diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal pro Quartal, durchzuführen und zusätzlich für einen Notfallplan zu sorgen.
Das Recht zur Führung des Zertifikates wird für den Zeitraum von drei Jahren erteilt. Danach ist eine Rezertifizierung möglich. Zusätzlich wird nach 18 Monaten ein Management-Review durch die Agenturen selbst durchgeführt. Bei Verstoß gegen die Bedingungen der Richtlinien für die Vorbereitung und Durchführung der Zertifizierung nach dem ÖQZ 24, Insolvenz, gravierendem oder wiederholtem Missbrauch der Verwendung des Qualitätszertifikates erfolgt ein sofortiger Entzug des Qualitätszertifikates.

Alle wollen Pflege daheim
„Die Aufrechterhaltung der Betreuung in den eigenen vier Wänden zu leistbaren Konditionen ist ohne 24-Stunden-Betreuung nicht möglich. 80 Prozent der ÖsterreicherInnen wollen zu Hause gepflegt werden. Dass nun ein Qualitätszertifikat am Tisch liegt, bedeutet einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des bestehenden Systems“, betonen die Obmänner Andreas Herz (FV) und Robert Pozdena (FG NÖ). Mit den ersten Zertifizierungsverleihungen ist im Sommer 2019 zu rechnen. Robert Pozdena rechnet mit „30 bis 35 Prozent, die sich im ersten Anlauf zertifizieren lassen, im Endeffekt schätze ich, werden es 50 bis 60 Prozent sein“.

https://oeqz.at


Fachgruppenobmann Robert Pozdena (Personenberatung und Personenbetreuung):

Fachgruppenobmann Robert Pozdena
© cura domo Fachgruppenobmann Robert Pozdena

Vor dem Hintergrund der Trennung von Betreuung und Betreuungsvermittlung 2015 und den damals neu definierten Standesrichtlinien ist diese Initiative 2017 voll durchgestartet. Unsere Vision ist die komplette Sicherheit für die betreuten Menschen und ihre Familien. Außerdem lösen wir einen zusätzlichen Qualitätsschub aus und holen die seriösen Agenturen, die den hohen Anforderungen für die Zertifizierung genügen, vor den Vorhang.
Bei der niederösterreichweiten Gallup-Studie 2017/18 im Auftrag der Fachgruppe waren 92 Prozent der Befragten mit der Betreuungsleistung sehr zufrieden, eine Studie vom Bundesministerium kam zeitgleich zu dem selben Ergebnis. Das ist aber kein Grund sich zurückzulehnen – auch 92 Prozent können verbessert werden, vor allem, wenn es dabei um Menschen geht.
Deswegen ist diese Zertifizierung auch keine „Einmal-Angelegenheit“: Alle 36 Monate wird wieder geprüft und rezertifiziert. Dabei ist der 30-Punkte-Katalog nicht nur inhaltliche Gewährleistung, sondern auch Garantie – so können sich die Kunden sicher sein, mit welcher Qualität sie rechnen können.
In NÖ gibt es 16-17.000 von bundesweit 66.000 selbstständigen Personenbetreuern und etwa 210 Agenturen von bundesweit 800. Die Agenturen werden jetzt für die  Zertifizierung einiges aufwenden müssen, um zu entsprechen. Mir ist dabei wichtig, dass das nicht den Kunden aufgeschlagen wird. Deswegen sollte man entweder die Förderung für Familien mit Pflegebedarf nach elf jahren wieder einmal evaluieren, oder eine extra Förderung für die Inanspruchnahme einer zertifizierten Agentur schaffen. Auf lange Sicht wird es auch für die Personenbetreuer selbst eine Zertifizierung geben, daran arbeiten wir schon.

Das könnte Sie auch interessieren

  • Information und Consulting
1. Platz in der Kategorie „Standardsoftware und Cloud Services“: helloCash mit Kunde Julius Meinl Industrieholding GmbH, im Bild v.l.: Andreas Stadler, Hermann Sikora, Laurenz Gröbner, Christine Schicho, Günter Schwarz und Gerhard Wanek.

Drei NÖ Firmen beim Constantinus Award ausgezeichnet

Im Casineum in Velden wurden die renommierten Constantinus Awards 2019 – Transformation erfolgreich gestalten – verliehen. Niederösterreich war wie jedes Jahr vorne mit dabei. mehr