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Personenbetreuer: Gütesiegel & Zertifizierung

Gemeinsame Qualitäts­offensive für die selbstständige Personenbetreuung der Fachgruppen NÖ und Wien.

Geplant für 2018: Gütesiegel für Vermittlungsagenturen, Zertifizierung für selbstständige PersonenbetreuerInnen sowie spezifische Aus- und Weiterbildungsangebote.
Von links: Obmann Harald Janisch (Wien), NÖ Obmann Robert Pozdena und Obmann-Stv. Mario Tasotti (Wien).
© Elisabeth Cichon Von links: Obmann Harald Janisch (Wien), NÖ Obmann Robert Pozdena und Obmann-Stv. Mario Tasotti (Wien).
Gütesiegel: Umfassender Kriterienkatalog, strenge Kontrollen


Ab Jänner 2018 können Vermittlungsagenturen ein Gütesiegel erwerben, das von einer neutralen Stelle zertifiziert wird. Vermittlungsagenturen müssen dafür seit mindestens zwölf Monaten das Gewerbe der „Organisation von Personenbetreuung“ führen, die gesetzlichen Standes- und Ausübungsregeln einhalten und spezifische Qualitätskriterien erfüllen, die von den Wirtschaftskammern Wien, Niederösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg gemeinsam erarbeitet wurden.
„Durch die Trennung der Gewerbe in ‚selbstständige PersonenbetreuerInnen‘ und ‚Organisation von Personenbetreuung‘ und die Definition eigener Standes-und Ausübungsregeln für beide Gewerbe haben wir vor zwei Jahren bereits wichtige Schritte für die Qualitätssicherung gesetzt“, so NÖ Obmann Robert Pozdena, „das Gütesiegel ist ein weiterer wesentlicher Schritt zur Qualitätssicherung. Es zielt darauf ab, den Wildwuchs bei Agenturen einzudämmen, unseriöse Unternehmen aus dem Markt zu verdrängen und Kunden mehr Sicherheit und Transparenz zu bieten“.
Vermittlungsagenturen müssen ein Audit mit rund 90 Fragen zu 28 Themengebieten bestehen, um das Gütesiegel führen zu dürfen. Werden bei regelmäßigen Kontrollen Verstöße oder die Nichteinhaltung der Voraussetzungen festgestellt, wird die Zertifizierung wieder entzogen. Die Agenturen mit Gütesiegel werden auf einer Website der Fachgruppen beworben.

Keine Förderung ohne Zertifizierung

Die beiden Fachgruppen setzen ab Frühjahr 2018 auch eine Zertifizierung für PersonenbetreuerInnen um, die unter anderem eine deutlich über dem derzeitigen Niveau liegende fachliche Ausbildung sowie gute Deutschkenntnisse verlangt. Weil Förderungen zukünftig an dieses Zertifikat gebunden sein werden“, rechnen die beiden Fachgruppen mit einem deutlichen Qualitätsschub.

Weiterbildungsakademie
Die vor einem Jahr von der Wiener und der NÖ Fachgruppe in Kooperation mit dem WIFI International ins Leben gerufene „Weiterbildungsakademie für Personenbetreuer­Innen“ wird sehr gut angenommen. Selbstständige Personenbetreuerinnen haben die Möglichkeit, Fort- und Weiterbildungskurse zu besuchen und sich zusätzliche Qualifikationen anzueignen. Derzeit umfasst das Angebot Themen wie Umgang mit Demenz, Kinästhetik oder Bewältigung von Konfliktsituationen.
Die Trainingsprogramme finden in den jeweiligen Heimatländern der PersonenbetreuerInnen statt (Rumänien, Slowakei und Ungarn).
Die Nachfrage nach dieser Weiterbildungsform ist dementsprechend groß und wir freuen uns über die überaus positive Resonanz“, erklärt Fachgruppenobmann Harald Janisch (Wien).
Das Pilotprojekt wurde 2016 gestartet und soll in Zukunft um weitere Themen ausgebaut werden.


Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO):
Angestellte mehr als vier Mal so teuer

Gute Gründe für den nachhaltigen und qualitätssichernden Ausbau der selbstständigen Personenbetreuung liefert eine von der Bundeswirtschaftskammer in Auftrag gegebene Studie des WIFO. Auf Basis absehbarer demografischer Veränderungen, wie eines rasanten Anstiegs der Über-80-Jährigen an der Gesamtbevölkerung, der zunehmenden Individualisierung von Lebensentwürfen, des Rückgangs der informellen Pflege innerhalb der Familie, der steigenden Zahl von Trennungen auch älterer Paare und des damit verbundenen Anstiegs von Einpersonen-Haushalten, wird zwischen 2014 und 2030 ein Anstieg der österreichischen Gesamtpflegekosten von 105 Prozent prognostiziert, das sind 4,6 Prozent pro Jahr.
Der Bedarf an 24-Stunden-Betreuung ist dabei bereits in den vergangenen Jahren stark angestiegen, wie die Förderzahlen zeigen: Gab es 2008 gerade mal 3.200 Förderbezieher, lag die Zahl im Jahr 2015 bereits bei 21.900. Dabei wird der Qualität in der 24-Stunden- Betreuung insgesamt ein gutes Zeugnis ausgestellt: Bei im Fall des Bezugs von Förderungen verpflichtenden Kontrollbesuchen wurde 2016 in 92 Prozent der Fälle mit der Bestnote bewertet, eine schlechte Bewertung gab es nur in wenigen Fällen.
Erstmals auf Basis valider Berechnungen geht die Studie auch der Frage nach, was die immer wieder geforderte Umstellung der 24-Stunden-Betreuung auf ein Angestellten-Modell kosten würde. Das Ergebnis ist ernüchternd: Unter Berücksichtigungen aller gesetzlichen Vorgaben, wie der Einhaltung der gesetzlichen Höchstarbeitszeiten und Ruhephasen, des geltenden Mindestlohntarifs sowie von Krankenständen und Urlaubsansprüchen, wären die Kosten im Maximalfall 4,2 Mal höher.
Statt beispielsweise 2.300 Euro pro Monat müsste eine betroffene Familie dann mehr als 9.000 Euro aufbringen, zusätzlich zu dem hohen Administrationsaufwand.



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