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Personenbetreuer: Mehr Mitsprache und höhere Förderungen!

Die NÖ und Wiener Fachgruppen für Personenbetreuung und Personenberatung und die Österreichische Bundesinteressengemeinschaft für Agenturen der Personenbetreuung (ÖBAP) stellen Forderungenan die heimische Politik.

NÖ Obmann Robert Pozdena
© David Schreiber NÖ Obmann Robert Pozdena

Die Personenbetreuung stellt einen wesentlichen Pfeiler des österreichischen Gesundheitssystems dar. Sie hat sich besonders während der Corona-Krise als tragende Säule der Daseinsvorsorge zugunsten von rund 30.000 österreichischen Familien bewährt. Darüber hinaus bestätigt eine Kompetenzstudie des Sozialministeriums, dass die Qualität der Dienstleistungen sehr hoch ist – und zwar unabhängig davon, ob es sich um angekündigte oder unangekündigte Qualitätsbesuche handelt.

Miteinbeziehung in die Task Force Pflege

Fachgruppenobmann Harald Janisch (WKW) ist überzeugt: „Unser bestehendes und bewährtes Modell der 24-Stunden-Betreuung ermöglicht es den betreuten Personen, bis zu ihrem Lebensende in ihrer gewohnten Wohnumgebung zu bleiben. So werden sie nicht im Alter entwurzelt. Die kommende Pflegereform wird auch die Weichen für die nächsten Jahre für die Qualität der Personenbetreuung stellen. Die Regierung ist in der Verpflichtung, die systemrelevante und gesetzlich verankerte Interessenvertretung der Wirtschaftskammer in diese Task Force einzubinden.“

24h Betreuung: Verdreifachung der Förderung

Die Förderung für eine Personenbetreuerin beträgt im Monat aktuell 275 Euro, für zwei 500 Euro. Ein Platz in einem NÖ Pflegeheim kostet derzeit monatlich aber 1.650 Euro, in Wien sogar bis zu 9.000 Euro.
Dazu NÖ Obmann Robert Pozdena: „Es gibt noch immer viele Familien mit betreuungsbedürftigen Angehörigen, die gerne eine 24 Stunden-Betreuung als Betreuungsform wählen würden, es sich jedoch nicht leisten können und deshalb ihre Angehörigen selbst pflegen. Dafür geben sie häufig ihre Berufstätigkeit auf und haben somit einen wirtschaftlichen Nachteil. Eine wesentliche Erhöhung der Förderungen würde es diesen Familien ermöglichen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ombudsfrau Bibiana Kudziova (PersonenbetreuerInnen, Fachgruppe Wien) setzt fort: „Erhöhte Förderungen erlauben einerseits bessere Honorare für Personenbetreuerinnen, andererseits soll ihnen aber auch ein Teil davon zugutekommen.“

Überarbeitung der Förderkriterien

Für Fachgruppenobmann-Stellvertreter Mario Tasotti (Wirtschaftskammer Wien) ist klar: „Die aktuellen Förderkriterien sind für Antragsteller oft undurchsichtig und haben Verbesserungspotenzial. Transparentere Förderrichtlinien sollen so gestaltet sein, dass Antragsteller schneller zu ihrem Geld kommen und Personenbetreuerinnen nicht in ihrer Erwerbstätigkeit eingeschränkt werden.“

Qualitätssichernde Fachpflegeleistungen

Außerdem plädieren die Teilnehmer für eine eigene Förderung im Zusammenhang mit Qualitätsbesuchen. Dazu ÖBAP-Präsidentin Karin Hamminger: „Es braucht – abhängig von der jeweiligen Pflegestufe und den gesundheitlichen Umständen des Betreuungsbedürftigen – mindestens einen Qualitätsbesuch pro Monat durch eine diplomierte Fachpflegekraft. Diese Kosten müssen derzeit von den Familien und ihren Angehörigen getragen werden. Wenn Fachpflegepersonal diese Besuche jedoch gesondert abrechnen können, wäre dies eine finanzielle Entlastung für betroffene Familien und ihre Angehörigen.“
Pflegeheim oder Personenbetreuung?
Ebenfalls gefordert wurde eine Gleichstellung der Optionen Pflegeheim oder Personenbetreuung: Betreuungsbedürftige und ihre Angehörigen sollen unabhängig von ihren finanziellen Mitteln wählen können.
Eine Gleichstellung der Betreuungsformen ist auch deshalb überfällig, da der Bereich der
24 Stunden-Betreuung in den vergangenen Jahren eine enorme Qualitätsentwicklung in Form von gewerberechtlichen Weiterentwicklungen und der Einführung eines Qualitätszertifikats für Agenturen (Öqz24) erfahren hat.

Die Forderungen im Überblick

  • Miteinbeziehung der WK in die Task Force Pflege
  • Verdreifachung der Förderung der 24 Stunden-Betreuung gemäß Bundespflegegeldgesetz auf 1.650 Euro (entspricht NÖ Pflegeplatz)
  • Überarbeitung der Förderkriterien für transparente und anwendbare Richtlinien
  • Mehr qualitätssichernde Fachpflegeleistungen im Rahmen der 24 Stunden-Betreuung
  • Gleichbehandlung bei Unterstützungsleistungen im Rahmen der Sozialhilfegesetze für 24 Stunden-Betreuung im Vergleich zu Pflegeheimen und über alle Bundesländergrenzen hinweg

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