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NÖ Tischlerkunst im Herzen Indonesiens

„Fit für maritime Tischlerei“: Um Hotels und Unterkünfte nach europäischen Standards einzurichten, holen sich die Tourismusregionen in Indonesien auch Know-how aus NÖ. Tischlermeister Josef Breiter verbrachte drei Monate in Medan (Sumatra), um indonesische Trainer – im Sinne einer interkontinentalen Zusammenarbeit – in der Kunst des NÖ Tischlereihandwerks zu unterrichten. 

m ausbildungszentrum in Medan - Josef Breiter mit indonesischen Trainern
© Josef Breiter

Im ausbildungszentrum in Medan brachte Tischlermeister Josef Breiter indonesischen Trainern sein Handwerk näher. Zuvor wurde die Gruppe im WIFI OÖ bereits mit den theoretischen Aspekten der Ausbildung in Österreich vertraut gemacht. In Indonesien werden Möbel meist in kleinen Straßenlokalen gefertigt – mit einfachen Mitteln.

Von den Gegebenheiten und der Arbeitsweise, wie wir sie in Österreich kennen, musste ich mich schnell verabschieden. Jeder Tag war aufs Neue ein Anfang“, sagt Josef Breiter und klickt sich lachend durch den gut gefüllten Fotoordner auf seinem Laptop – der seinen dreimonatigen Aufenthalt in der indonesischen Region Sumatra dokumentiert. Im Ausbildungs- und Entwicklungszentrum in Medan hat der 71-jährige Tischlermeister sieben indonesische Trainer in sein Handwerk unterwiesen. „Diese geben ihr Wissen dann wiederum an jeweils rund 40 Studenten weiter“, erklärt Breiter das Prozedere.

Schüler und Lehrer waren hoch motiviert und ließen sich auch von Naturgewalten wie Erdbeben und Überschwemmungen oder technischen Widrigkeiten („Die neuen Maschinen brauchten wesentlich mehr Strom und haben regelmäßig das Netz zum Erliegen gebracht“) nicht vom Ziel abbringen, NÖ Möbeldesign und Tischlereikunst ins Ausbildungszentrum zu bringen – genauer gesagt in die dortige, eigens mit modernen Maschinen ausgestattete, Tischlereiwerkstatt.

Alltag passiert auf dem Boden

„Der Durchschnittsindonesier besitzt kaum Möbel. Schlafen, Essen, Arbeiten – er macht alles auf dem Boden.“ Zu Beginn, so Breiter, „haben sich die Sieben immer auf den Boden gesetzt, wenn sie einen Auftrag erhalten haben. Bis wir dann Tische und Bänke gefertigt haben.“ Auch an kreativen Ideen und einem Gespür für Design fehlte es den angehenden Fachkräften noch etwas. „Das indonesische Tischlerhandwerk steckt in den Kinderschuhen. Es gibt dort keine Klein- und Mittelbetriebe, wie wir sie in Österreich kennen. In kleinen Straßenlokalen fertigen zwei, drei Leute mit einfachen Werkzeugen und Maschinen etwas klobig wirkende Regale und Tische“, erzählt der Neunkirchner.

Auch die Materialien unterscheiden sich deutlich. „Beschichtete Platten mit Kanten – bei uns Standard – sind dort vollkommen unbekannt“, nennt Breiter ein Beispiel. Doch seine Arbeit begann sprichwörtlich ganz am Anfang – bei der Herangehensweise an ein Möbelstück. „Es fehlt ihnen an Struktur. Zunächst braucht es eine Skizze, einen Plan, dann werden die Materialliste erstellt und das Material bestellt, dann macht man einen Grobschnitt und erst dann kann man die Details herausarbeiten“, beschreibt Breiter die Herangehensweise europäischer Tischler. „Die Indonesier haben einfach drauf losgeschnitten und geschaut, was am Ende rauskommt“, erzählt er lachend und ergänzt: „Ihnen zu verdeutlichen, wie wichtig eine strukturierte Arbeitsweise ist, klappt nicht von heute auf morgen.“ Das sei ein langsamer Prozess.


Lehrmeister mit seinen Schülern beim zuschneiden von Holz
© Josef Breiter
Lehrmeister mit seinen Schülern beim zuschneiden von Holz
© Josef Breiter

Grenzenloser Wissenstransfer

„Es ist eine andere Kultur. Die Menschen sagen nicht ja oder nein, sie umschreiben alles. Genauso erwarten sie aber auch vom Lehrer, dass er Kritik umschreibt. Hier musste ich mich – trotz meiner 18-jährigen Unterrichtserfahrung – langsam herantasten“, gibt der Neunkirchner zu. Doch der interkontinentale Wissenstransfer macht ihm Spaß. „Sie waren wissbegierig und lernwillig. Ich habe ihnen versucht zu vermitteln, was mit dem Rohstoff Holz – den es dort ja in großen Mengen gibt – möglich ist. Jetzt ist es an ihnen, das Gelernte umzusetzen.“ Ende des Jahres will Josef Breiter nochmals nach Medan reisen, um zu schauen, „ob und wo meine Trainer noch Unterstützung und Feintuning brauchen“, erklärt er mit Blick auf die Fotos auf dem Laptop-Bildschirm. breiter-tischler.jimdo.com


Hintergründe zum Projekt

Als erfahrener „internationaler Trainingsanbieter“ organisiert WIFI International Schulungen für ein österreichisches Firmenkonsortium, das in Indonesien neue „Vocational Trainingcenters“ (VTC) baut. Dabei managt WIFI International die relevanten Trainingslehrgänge in Österreich und vor Ort für die lokalen Trainer/Lehrer. Die Trainings umfassen die Berufe Tischler, Schweißer, Elektriker und Metalltechniker. In der Stadt Medan auf der Sumatra wurde ein VTC für Tischler errichtet.

WIFI International führte für indonesische Lehrer ein vierwöchiges theoretisches Training im WIFI OÖ und anschließend ein neunwöchiges praktisches Training im neu errichteten VTC Medan durch. Es wird noch eine Unterstützung vor Ort erfolgen. Ziel ist, dass die lokalen Trainer ihr Wissen an künftige Schüler weitergeben und das Mobiliar in annähernd europäischer Qualität hergestellt werden kann. 

Ansprechperson:
Claudia Neumann
E claudia.neumann@wko.at
W wifi.at/international


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