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Anschlag auf Normverbrauchsabgabe (NoVA) für Wohnmobile gerade noch verhindert

Das Jahr 2020 hätte für Camper und Händler von Wohnmobilen fast mit einer äußerst bösen Überraschung begonnen. Denn die ursprünglichen Pläne zum Steuerreformgesetz 2020 hätten für durchschnittliche Wohnmobile eine Steigerung des NoVA-Satzes von derzeit 17 auf 40 Prozent, also mehr als eine Verdoppelung, bedeutet. WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl konnte das in intensiven Gesprächen noch verhindern.

Gruppenfoto
© Andreas Kraus Christian Pfaff, Wohnmobil-Händler in Obergrafendorf, mit WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl.

Auslöser der Problematik, die naturgemäß für Käufer von Wohnmobilen eine massive Preissteigerung und für Händler überdies extremen bürokratischen Aufwand bedeutet hätte, ist, dass Wohnmobile zwar auf Lkw-Technologie basieren, ihre Zulassung aber auf Pkw-Basis erfolgt.

Hier gilt die NoVA aber nun nicht mehr wie bisher einheitlich nach Fahrzeug-Typ und Motor, sondern muss mit jeder Ausstattungs- und Gewichtsänderung neu berechnet werden. Bei Serien-Pkw ist das in der Regel unproblematisch. Wohnmobile werden dagegen sehr individuell von den jeweiligen Käufern „eingerichtet“, was nach den ursprünglichen Gesetzesplänen mit jeder Ausstattungsänderung zu einer Neuberechnung der NoVA geführt hätte. „Wir hätten also Käufern keine konkreten Kaufpreise mehr nennen können, weil wir für jede Änderung – ob etwa ein Backrohr, eine Photovoltaik-Anlage, eine Markise eingebaut wird oder nicht – die NoVA neu berechnen hätten müssen – mit entsprechend hohem bürokratischen Aufwand“, so Christian Pfaff, Wohnmobil-Händler in Obergrafendorf.

Mit der nun von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl erreichten Regelung wurde für Wohnmobile ein eigener Absatz im NoVA-Gesetz geschaffen, der einen NoVA-Mindestsatz von 16 Prozent vorsieht. Für durchschnittliche Wohnmobile ergibt sich eine Steigerung von 17 auf 18 Prozent. „Damit wurde sichergestellt, dass die Wohnmobil-Händler nicht völlig über Gebühr belastet und an den Rand ihrer Existenz gedrängt werden“, so Zwazl. „Dieses Beispiel zeigt sehr gut, wie sehr man bei gesetzlichen Regelungen aufpassen muss, dass einzelne Gruppen nicht völlig unverhältnismäßig belastet werden.“ In Summe gibt es rund 60 Wohnwagen- und Wohnmobilhändler in Österreich mit ungefähr 350 Beschäftigten.

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