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NÖ Bankensektor trifft Regulierungswut besonders hart

Neue JKU-Studie belegt massive Bürokratie-Belastungen – WKNÖ: Überbordende Auflagen zurücknehmen.

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und NÖ Spartenobmann Johann Vieghofer.
© Josef Bollwein WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und NÖ Spartenobmann Johann Vieghofer.

Nun hat es der blaugelbe Bankensektor Schwarz auf Weiß. Zwar ist bekannt, dass der Finanzbereich weltweit mit einer übermäßigen Bürokratiebelastung zu kämpfen hat. Erstmals zeigt aber nun eine Studie der Sparte Bank und Versicherung der WKNÖ auf, wie stark sich dieser Kostendruck auf den Finanzplatz Niederösterreich auswirkt. 5 ausgesuchte Bürokratie- bzw. Compliancebereiche belasten den Finanzsektor in Niederösterreich allein mit insgesamt 21 Millionen Euro. 

Umfang und Komplexität der Bankenregulierung haben seit der Finanzkrise enorm zugenommen. Der Umgang mit diesen Regularien erfordert eine Ausstattung der Institute mit entsprechend qualifiziertem Personal. Dadurch steigt zusammen mit der durch die Digitalisierung einhergehenden Effizienzsteigerung im IT-Bereich und dem notwendigen Aufbau eines teuren Beauftragtenwesen der Spardruck auf die Institute. Aufgrund der zunehmenden Europäisierung braucht es für die englischsprachigen Gesetzestexte immer häufiger teure Experten mit Spezialwissen.

Kleinere Banken stärker belastet

Anhand von drei unterschiedlich großen niederösterreichischen Referenzbanken untersuchte die Linzer Kepler Uni im Auftrag der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) die Auswirkungen der überbordenden Regulierung auf den NÖ Bankensektor. „Die besorgniserregende Schlussfolgerung aus dieser Studie für unseren Finanzplatz ist“, so NÖ Spartenobmann Johann Vieghofer, „dass die Bürokratiekosten bei kleineren Instituten stärker ins Gewicht fallen.“  Zwar würden die Kosten mit der Institutsgröße steigen, kleinere Banken jedoch relativ stärker belasten. Was das insgesamt für den von einem noch immer sehr hohen Regionaliserungsgrad geprägten Finanzplatz Niederösterreich bedeute sei, so Vieghofer, leicht auszumalen: „Die Profitabilität unserer regional stark verankerten Hausbanken sinkt überproportional im Vergleich zu den Großen der Branche und verstärkt weiter den Fusionsdruck.“

21 Millionen Euro allein für die Hauptkostentreiber

Als Hauptkostentreiber bei den bürokratischen Vorschriften kristallisierten sich die EU-Geldwäscherichtlinie, steuerliche Informationsverpflichtungen, der Verbraucherschutz, der Compliance Code sowie der Anlegerschutz (MiFID) in der Erhebung der Kepler Uni heraus. Diese 5 Bereiche belasten den NÖ Finanzsektor mit Bürokratie- bzw.  Compliancekosten in der Höhe von 21 Millionen. „Allein diese Hauptkostentreiber belasten jedes unserer 81 Institute mit durchschnittlich rund 260.000 Euro,“, rechnet Obmann Vieghofer vor. Oder mit anderen Worten: „Diese Belastung entspricht 2,6 Prozent des Betriebs- und 4,5 Prozent des Personalaufwandes sowie 6, 8 Prozent des Betriebsergebnisses.“  

Regulierungsdruck bei Regionalbanken lockern

„Die Bürokratielawine lähmt die Institute und bringt Verteuerungen für die Kunden“, kritisiert Vieghofer. Die NÖ Banken gerieten damit in Gefahr einer ihrer größen Stärken verlustig zu gehen, warnt WKNÖ Spartenobmann Vieghofer: „Als Hausbanken sehen wir unsere Aufgabe darin, Geld aus der Region für die Region zu Verfügung zu stellen.“ Geldgeschäfte seien nun einmal Vertrauenssache, betont der Obmann: „Wer näher am Kunden ist, kann die Dinge besser und damit richtig beurteilen!“

Vieghofer und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl fordern daher den Regulierungsdruck für Regionalbanken zu lockern und mehr Augenmaß an den Tag zu legen. „Denn große Banken, vor allem Investmentbanken können durchaus anders beaufsichtigt werden als Regionalbanken.“ Die Notwendigkeit von Regeln und Verhaltensrichtlinien für die Finanzbranche stehe nicht zur Diskussion, so Vieghofer, sehr wohl aber die sogenannte Proportionalität der Vorschriften. „Wir brauchen einfach eine viel stärkere Differenzierung nach Größe und Risiko der Institute, um die Belastungen auf ein verkraftbares Ausmaß zu reduzieren.“ Europa solle sich hier ein Beispiel an den USA nehmen, welche den Regulierungsdruck für die Regionalbanken lockern.

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl: „Stopp für Auflagen, die Beziehungen Kunden und Banken belasten“

Und Zwazl: „Das Hausbankenprinzip hat sich bewährt und ist das passende Rezept für die Zukunft. Entsprechend unverständlich ist es, wenn heute eine im internationalen Vergleich kleine Regionalbank bei uns ebenso mit immer strengeren Regularien konfrontiert ist wie große internationale Investmentbanken. Von überbordenden Meldepflichten gegenüber verschiedenen Behörden rede ich da noch gar nicht. Wir brauchen einen Stopp für Auflagen, die die Beziehungen zwischen Kunden und Banken mit überzogenen Informations-und Hinweispflichten belasten, jede Menge unnötige Kosten und Bürokratie verursachen und tatsächlich keine Verbesserungen bringen.“

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